Mieten, pflegen, weiterdrehen
Sedus bündelt Rücknahme, Miete und Aufbereitung

Sedus macht aus Kreislaufwirtschaft ein Angebot, das sich verkaufen lassen soll. In diesem Juli 2026 hat die Sedus Stoll Gruppe in Deutschland S:ircle eingeführt – ein Modell für gemietete, zurückgenommene, aufgearbeitete und erneut verkaufte Büromöbel. Die eigentliche Nachricht steckt dabei weniger im runden Namen als im Anspruch: Der Hersteller will nicht mehr nur Möbel liefern, sondern deren gesamten Nutzungszyklus organisieren.
Für Vorstandssprecher Daniel Kittner wird die Kreislaufwirtschaft mit S:ircle zum „zentralen Bestandteil“ einer größeren Strategie. Sedus wolle als Partner für zukunftssichere Arbeitswelten auftreten und ökologische, wirtschaftliche und soziale Ziele miteinander verbinden. Arbeitsweltgestaltung versteht Kittner dabei als Ökosystem, das über die reine Büroeinrichtung hinausgeht.
Unter S:ircle bündelt die Gruppe vier Bausteine: Rent, Return, Refurb und Reuse. Unternehmen können Möbel zeitweise mieten, professionell aufbereitete Second-Life-Produkte kaufen, eigene Einrichtung zurückgeben oder vorhandene Möbel warten und instand setzen lassen. Die Angebote sollen einzeln nutzbar und miteinander kombinierbar sein.
Das trifft einen wunden Punkt im Büromöbelgeschäft. Teamgrößen ändern sich schneller als Abschreibungszeiträume, Flächen werden verkleinert, erweitert oder vollständig neu organisiert. Wer dafür jedes Mal neu kauft, bindet Kapital und produziert im Zweifel Inventar für das nächste Zwischenlager. S:ircle verspricht stattdessen, Möbel zu ergänzen, auszutauschen oder zu reduzieren, wenn sich der Bedarf verändert.
Für temporäre Büros, Projektteams, Veranstaltungen und wachsende Unternehmen dürfte vor allem die Miete interessant sein. Sedus wirbt mit flexiblen Zeiträumen, transparenten Modellen und kurzen Lieferzeiten. Konkrete Preise oder Mindestlaufzeiten nennt das Unternehmen allerdings nicht. Wie flexibel das Angebot tatsächlich ist, zeigt deshalb erst der Vertrag – nicht die Pressemitteilung.
Beim Gebrauchtkauf sollen geprüfte und professionell aufbereitete Möbel samt Garantie angeboten werden. Das ist ökologisch plausibel und wirtschaftlich attraktiv, solange Qualität, Verfügbarkeit und Lieferfähigkeit stimmen. Gerade im Projektgeschäft reicht ein einzelner gut erhaltener Stuhl schließlich nicht. Gefragt sind größere, zusammenpassende Stückzahlen mit kalkulierbarem Zustand.
Rücknahme, Wartung und Reparatur schließen die andere Seite des Kreises. Möbel sollen nicht erst dann wieder interessant werden, wenn sie abgeschrieben im Keller stehen. Individuelle Wartungsverträge und Austauschservices sollen ihre Nutzungsdauer verlängern und zugleich dafür sorgen, dass Sedus den Kontakt zum Kunden nach der Auslieferung nicht verliert. Kreislaufwirtschaft wird damit auch Kundenbindung.
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Rücknahme, Wartung und Reparatur schließen die andere Seite des Kreises. Möbel sollen nicht erst dann wieder interessant werden, wenn sie abgeschrieben im Keller stehen. Individuelle Wartungsverträge und Austauschservices sollen ihre Nutzungsdauer verlängern und zugleich dafür sorgen, dass Sedus den Kontakt zum Kunden nach der Auslieferung nicht verliert. Kreislaufwirtschaft wird damit auch Kundenbindung.

