Anders Hedegaard Petersen, CEO von Gabriel Holding: Der Konzern verkauft sein europäisches FurnMaster-Geschäft an Leggett & Platt.
Gabriel macht aus seinem Strategiesatz von 2024 jetzt Geld. Der dänische Konzern verkauft sein europäisches FurnMaster-Geschäft an eine hundertprozentige Tochter des US-Zulieferers Leggett & Platt. Damit zieht sich Gabriel in Europa aus der Möbelproduktion zurück und konzentriert sich stärker auf sein globales Textilgeschäft.
Zum Paket gehören UAB FurnMaster in Litauen und FurnMaster Sp. z o.o. in Polen. Leggett & Platt soll außerdem die Verantwortung für Beschäftigte, Vermögenswerte und Verpflichtungen der eigenständigen FurnMaster-Einheit am Gabriel-Sitz in Aalborg übernehmen. Der Verkauf steht noch unter den üblichen Vollzugsbedingungen.
Der zunächst vereinbarte Unternehmenswert liegt bei 67,3 Mio. DKK, umgerechnet rund 9 Mio. Euro. Hinzukommen können bis zu 7,5 Mio. DKK oder etwa 1 Mio. Euro als bedingte spätere Barzahlung. Das maximale Preisschild liegt damit bei 74,8 Mio. DKK – allerdings nur, wenn auch die Bedingungen für den Nachschlag erfüllt werden.
Gabriel verkauft den Schritt als strategische Befreiung: weniger Fertigung, mehr Fokus, mehr Spielraum in der Bilanz. Das ist nicht falsch, aber eben auch nur die freundliche Hälfte der Geschichte. Der Konzern trennt sich von einem Geschäft, das er selbst als stark beschreibt, weil es nicht mehr zur gewünschten Wachstumslogik passt.
Ganz abgeschlossen ist der Rückzug aus der Möbelproduktion ohnehin nicht. Das mexikanische FurnMaster-Geschäft gehört ausdrücklich nicht zum Deal und wird weiter zum Verkauf angeboten. Aus dem großen strategischen Schnitt wird damit zunächst ein sauberer europäischer Schnitt mit lateinamerikanischem Restposten.
Für Leggett & Platt passt FurnMaster operativ ins Raster. Der US-Konzern liefert Komponenten und fertige Möbel an internationale Marken und bringt mit Trio Line bereits Produktionserfahrung in Polen mit.
Allerdings kauft hier ein Konzern, dessen eigene Eigentümerfrage noch nicht entschieden ist. Somnigroup will Leggett & Platt für rund 2,5 Mrd. US-Dollar übernehmen; die Abstimmung der Leggett-Aktionäre ist für den 20. August angesetzt. Kommt die Transaktion zustande, landet FurnMaster perspektivisch in einem deutlich größeren, vertikal integrierten Verbund. Aus Gabriels überschaubarem Portfolioverkauf wird damit ein kleines Puzzleteil in einer wesentlich größeren Konsolidierung.
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