Arbeitsplatzgestaltung im Büro: Workplace-Möbel und Hersteller für moderne Arbeitswelten
In der Sprache deutscher Architekturbüros taucht der Begriff Workplace seit einigen Jahren regelmäßig dort auf, wo früher Arbeitsplatzgestaltung im Büro stand – nicht aus modischer Anglisierung, sondern weil das, was er bezeichnet, längst über das hinausgegangen ist, was 'Büro' früher meinte. Wer heute einen Arbeitsplatz spezifiziert, plant nicht mehr eine isolierte Sitz-Schreibtisch-Kombination, sondern ein System aus Zonen: Konzentrationsbereiche, Kollaborationsflächen, Touchdown-Plätze, akustisch entkoppelte Pods.
Dieser Beitrag versammelt die wichtigsten Hersteller, ordnet normative und konzeptionelle Rahmenbedingungen ein und sortiert die Entwicklungen, die die Branche 2026 beschäftigen.
Was bedeutet Arbeitsplatzgestaltung im Contract-Bereich?
Was den Workplace als Marktsegment ausmacht, lässt sich nicht in einer Definition fassen, sondern erst in drei voneinander getrennten Hinsichten: in der Abgrenzung zum Möbel-Mainstream, in der Struktur seiner Hauptakteure, und in der inneren Logik seiner Produktkategorien.

Aktivitätszonen in einem zeitgenössischen Workplace: Booth-Möblierung mit hohen Rückenlehnen als akustische Entkopplung, Lounge-Sessel für konzentrierte Einzelarbeit, Ottoman als informelle Begegnungsfläche – eine Möblierungssprache, die feste Arbeitsplätze zunehmend ergänzt oder ersetzt. Foto: Steelcase
Workplace-Möbel: Abgrenzung zu Consumer-Möbeln
Der wichtigste Unterschied zwischen einem Bürostuhl aus dem Möbelhandel und einem aus dem Contract-Sortiment ist nicht das Aussehen, sondern die Garantie. Wo ein hochwertiger Wohnzimmersessel mit zwei Jahren Gewährleistung verkauft wird, kommt ein im Workplace-Segment spezifizierter Bürostuhl mit Hersteller-Garantien von zehn bis zwölf Jahren – belastbar für acht Stunden Sitzzeit pro Werktag, reparaturfähig durch zertifizierte Service-Partner, austauschbar in Einzelkomponenten bis hinunter zur Rollenmechanik.
Wer einen Workplace ausstattet, kauft kein Möbel, sondern einen Vertrag über zehn Jahre Nutzung. Daran erklären sich die Preise, die Beschaffungsstrukturen und die Tatsache, dass Workplace-Hersteller nicht im Möbelhaus verkaufen, sondern über spezialisierte Fachhändler, Generalplaner und direkt mit Architekturbüros sprechen. Das Segment hat seine eigene Sprache, seine eigenen Messen, seine eigenen Normen – und seine eigene Logik der Wertschöpfung, die mit der des Möbelhandels nur den Werkstoff teilt.
Markt und Hauptakteure
Der globale Contract-Möbelmarkt wird in aktuellen Branchenschätzungen auf rund 68 Milliarden Euro beziffert, mit einer Wachstumsprognose auf etwa 110 Milliarden Euro über die nächsten zehn Jahre. Workplace bildet darin den größten Einzelposten, gefolgt von Hospitality mit etwa einem Fünftel des Volumens.
Die Hauptakteure des Workplace-Segments lassen sich grob in drei Kategorien sortieren. Internationale Großhersteller treten in mehreren Segmenten gleichzeitig auf – darunter Steelcase, Herman Miller, Haworth und Knoll aus den USA, Vitra aus der Schweiz, Bene aus Österreich, Kinnarps aus Schweden. Eine zweite Gruppe bilden deutsche und mitteleuropäische B2B-Marken mit eigenständigem Profil: Wilkhahn, Sedus, Walter Knoll, Brunner, König+Neurath, Interstuhl, Dauphin, Wagner, fm Büromöbel.
Eine dritte Kategorie sind Spezialisten für Subsegmente, die nicht den gesamten Workplace bedienen, sondern Akustik (BuzziSpace, Framery, Mute Labs), Stauraum und Trennwandsysteme (Bisley, USM Haller in seiner Modul-Logik), oder einzelne Produktkategorien. Hinzu kommt eine wachsende Zahl von Anbietern aus dem Crossover zu Hospitality oder Wohnen, die ihre Sortimente in den letzten Jahren systematisch auf Workplace ausgeweitet haben – Kartell ist das prominenteste Beispiel.
Subkategorien von Workplace-Möbeln
Die innere Gliederung des Workplace-Sortiments folgt nicht der Logik des Möbelhauses (Stuhl, Tisch, Schrank), sondern der einer räumlichen Choreografie. Sitzmöbel teilen sich, je nach Funktion, in Drehstühle für den dauerhaft genutzten Arbeitsplatz, Konferenzstühle für mittellange Sitzungen, Lounge- und Soft-Seating-Möbel für informelle Begegnung – und mehrere Übergangstypologien, die zwischen diesen Modi vermitteln. Tische funktionieren entsprechend gestaffelt: vom höhenverstellbaren Schreibtisch über den Meeting-Tisch in seinen wachsenden Größenklassen bis zur Touchdown-Platte für den kurzen Stopp zwischen zwei Terminen. Stauraum hat sich von der traditionellen Schrankwand entkoppelt und tritt heute in mobilen Caddys, deckenhohen Modulen und tragenden Trennwandsystemen auf, die zugleich Raumzonierung leisten.
Eine eigene Kategorie hat sich in den letzten zehn Jahren um Akustik gebildet: schallabsorbierende Pods, Phone Booths, frei stehende Meeting-Boxen, gepolsterte Wandelemente und akustisch wirksame Deckenmodule – eine Produktwelt, die es in dieser Differenziertheit vor 2010 noch nicht gab und die unmittelbar mit der Verbreitung des Open Space korrespondiert.
Hinzu treten Sekundärsortimente wie Beleuchtung, Pflanzenintegration und Bodensysteme, die zunehmend nicht mehr separat ausgeschrieben werden, sondern als Teil einer Gesamtspezifikation aus einem Hersteller-Universum kommen.
Die Gliederung dieser Subkategorien folgt nicht in jedem Hersteller-Sortiment derselben Logik. Manche Marken sind als Vollsortimenter aufgestellt und bedienen alle genannten Bereiche – Steelcase oder Haworth etwa –, andere haben ihren Schwerpunkt bewusst eng gehalten: Klöber und Interstuhl im Sitzbereich, Bisley und USM Haller in Stauraum und Modularität, BuzziSpace und Framery in Akustik.
Wer einen Workplace komplett ausstattet, kombiniert daher in der Praxis selten ein einzelnes Hersteller-Sortiment, sondern stellt aus zwei bis sieben Marken ein Setup zusammen, das den jeweiligen Anforderungen und Budgets entspricht.

Loft-Showroom mit Bartheke, Loungebereich und Begegnungstisch: Vitra verbindet eigene zeitgenössische Programme mit Re-Editionen von Jean Prouvé und Isamu Noguchi zu einer Möblierungssprache, die in design-orientierten Workplace-Projekten die Grenze zwischen Büro und Wohnraum bewusst verwischt. Foto: Vitra
Anforderungen an Workplace-Möbel: Normen, Ergonomie, Nachhaltigkeit
Was einen Workplace-Stuhl von einem Esszimmerstuhl unterscheidet, ist nicht nur die Garantie, sondern ein dichtes Netz aus Normen und Verordnungen, dessen Existenz die meisten Endnutzer nicht bemerken – das aber jeder Architekt kennt, der in den letzten Jahren einen Bürobau spezifiziert hat. Drei Kategorien lassen sich unterscheiden: Ergonomie, Brandschutz und Nachhaltigkeit.
Ergonomie und Bildschirmarbeitsplatz
Die zentrale Norm für Bürostühle ist DIN EN 1335, die in drei Teilen Maße, Sicherheits- und Prüfanforderungen festlegt und in Deutschland faktisch als Eintrittsschwelle in das B2B-Workplace-Segment gilt. Für Bürotische gilt entsprechend DIN EN 527, die Maße, Sicherheit und Prüfverfahren für Arbeitstische definiert – inklusive der inzwischen weitgehend zum Standard gewordenen Höhenverstellbarkeit.
Hinzu kommen die Bildschirmarbeitsverordnung und die Arbeitsstättenverordnung, die zwar nicht Möbel im engeren Sinn regulieren, aber den räumlichen Rahmen vorgeben, in dem sie zu funktionieren haben: Mindestflächen pro Arbeitsplatz, Beleuchtungsstärken, Sichtverbindung nach außen. Architekten und Planer bewegen sich in der Praxis in einem Gefüge aus normativen Anforderungen, Vorgaben der Berufsgenossenschaften und Empfehlungen der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG), die in den BG-Informationen zur Büroraumplanung zusammengefasst sind – ein Konvolut, das niemand auswendig kennt, aber das in jedem Lastenheft erkennbar Spuren hinterlässt.
Brandschutz und Hygiene
Die zweite Anforderungskategorie ergibt sich aus dem Gebäudekontext. Möbel müssen je nach Nutzungsklasse den Anforderungen der DIN 4102 oder der europäischen Norm EN 13501-1 genügen, was sich konkret in Brandklassifizierungen wie B1 (schwer entflammbar) niederschlägt. In bestimmten Gebäudetypen – Hochhäuser, Krankenhäuser, Schulen – sind die Anforderungen schärfer; entsprechend führen die meisten Workplace-Hersteller Polster- und Bezugsstoffe mit zertifizierten Brandschutzeigenschaften.
Hygienische Anforderungen rücken vor allem in Crossover-Anwendungen in den Vordergrund: Wenn ein Workplace-Stuhl in einem Klinikbereich eingesetzt wird oder in einer Schule mit hoher Frequentierung, werden Reinigungsfähigkeit, Beständigkeit gegen Desinfektionsmittel und die Möglichkeit, einzelne Komponenten auszutauschen, zu Spezifikationskriterien, die in reinen Office-Settings nachrangig wären.
Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft
Die dritte und in der aktuellen Branchendiskussion am stärksten bewegte Kategorie ist Nachhaltigkeit. Mit der EU-Chemikalienverordnung REACH werden Stoffe wie Formaldehyd in Möbelmaterialien fortlaufend strenger reguliert; die European Sustainable Product Regulation (ESPR) führt seit 2024 schrittweise Anforderungen an Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit und Lebensdauer ein und macht den Digitalen Produktpass für Möbel zur planbaren Realität ab Ende dieses Jahrzehnts. Hinzu kommt eine wachsende Zahl freiwilliger Zertifizierungen, die in Ausschreibungen zunehmend abgefragt werden: das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit, FSC und PEFC für nachhaltige Holzwirtschaft, der Blaue Engel für emissionsarme Möbel, GREENGUARD für die Innenraumluftqualität, und Cradle-to-Cradle als Gesamt-Zertifizierungsschema für kreislauffähige Produktentwicklung.
Ergänzend hat sich in den letzten Jahren ein eigener Markt für Refurbishment etabliert: Mehrere etablierte Hersteller bieten heute reguläre Programme an, in denen ausgemusterte Bürostühle und Tische professionell überarbeitet und mit verkürzter Garantie wieder in den Markt gegeben werden – Girsberger ist hier mit seinem Refurbishment-Center ein international beachtetes Beispiel. Was lange als Nische galt, ist auf dem Weg in den Mainstream der Beschaffungspraxis, getrieben weniger von Kundenwünschen als von ESG-Reporting-Pflichten auf Seiten der Unternehmen, die Workplace-Möbel beschaffen.

Projektarbeit am gemeinsamen Tisch: Konferenzsessel auf Rollen, hochlehnige Lounge-Bank zur akustischen Abgrenzung im Hintergrund, Pendelleuchte mit textiler Schalldämpfung – eine Möblierungsfolge, die zeigt, wie sich klassisches Meeting-Möbel und akustisch wirksame Elemente in zeitgenössischen Workplace-Konzepten überlagern. Foto: Haworth
Aktuelle Entwicklungen in der Arbeitsplatzgestaltung
Während die normativen Rahmenbedingungen langsamen Bewegungen folgen, verändert sich das, was in einem Workplace tatsächlich entworfen und beschafft wird, in vergleichsweise rascher Folge. Vier Entwicklungen sind in den Jahren seit der Pandemie so weit Mainstream geworden, dass sie heute in fast jeder Workplace-Ausschreibung Spuren hinterlassen – auch wenn sie weiterhin unter wechselnden Namen verhandelt werden.
Hybrid Work und Activity-based Working
Die offensichtlichste Verschiebung betrifft die Belegungslogik des Büros selbst. Wo bis 2019 ein fester Arbeitsplatz pro Mitarbeiter die Regel war, ist heute eine Mischung aus Hot Desking, gebuchten Konzentrationsplätzen und gemeinsamen Kollaborationszonen die Norm – mit Auslastungsgraden, die je nach Branche und Unternehmenskultur zwischen 40 und 70 Prozent der vorpandemischen Belegung schwanken. Aus dieser Verschiebung leiten sich konkrete Möblierungsanforderungen ab: Touchdown-Plätze für den kurzen Halt zwischen zwei Terminen, akustisch entkoppelte Pods für vertrauliche Gespräche und Videocalls, mobile Caddys, die persönliche Habseligkeiten im rotierenden Belegungsmodell ersetzen.
Was im englischsprachigen Raum unter dem Begriff Activity-based Working firmiert, ist in deutschen Bürobauten häufig in einer modifizierten Form anzutreffen: weniger dogmatisch, mit höherem Anteil fester Arbeitsplätze, dafür mit stärker akzentuierten Kollaborationszonen. Mehrere Studien, darunter die jährlichen Workplace Surveys von Gensler und JLL, registrieren übereinstimmend, dass die Bedeutung des Büros als Begegnungs- und Konzentrationsort gestiegen ist – während seine Bedeutung als reiner Ausführungsort sinkt. Wer heute ein Workplace-Konzept entwirft, plant nicht mehr für 100 Prozent Anwesenheit, sondern für 50 bis 70 Prozent mit hoher Schwankungsbreite.
Akustik in Open-Plan-Büros
Die zweite Entwicklung folgt aus der ersten. Mit dem Verzicht auf zellulare Büros und festen Sitzplätzen entstand ein akustisches Problem, das in der ersten Open-Space-Welle der frühen 2010er Jahre noch unterschätzt wurde – und das heute eine eigene Produktwelt erzeugt hat.

Akustisch entkoppelter Arbeits-Pod mit höhenverstellbarem Schreibtisch, ergonomischem Drehstuhl und Stauraum, eingebettet in eine offene Lounge-Situation – exemplarisch für die Konfigurationen, mit denen Workplace-Hersteller wie Steelcase die Anforderungen hybrid genutzter Büros bedienen: Konzentrationszonen und Begegnungsflächen auf engem Raum nebeneinander. Foto: Steelcase
Schallabsorbierende Pods und Phone Booths sind zu einem festen Bestandteil jeder mittelgroßen Workplace-Spezifikation geworden; finnische, polnische und belgische Hersteller wie Framery, Mute Labs und BuzziSpace haben in diesem Marktsegment eine internationale Dominanz aufgebaut, die etablierte Workplace-Anbieter zwingt, eigene Akustik-Linien zu führen oder Partnerschaften einzugehen. Ergänzend kommen großflächig wirksame Lösungen: Akustikdecken, gepolsterte Wandelemente, frei stehende Raumtrennsysteme mit Schallabsorption. Akustik ist im Workplace-Segment innerhalb eines Jahrzehnts von einem Sonderthema zu einem Pflichtkapitel jeder Ausschreibung geworden – eine Verschiebung, der furnomics in einem eigenen Beitrag zu Akustikmöbeln nachgegangen ist, der die wichtigsten Hersteller und Lösungstypen im Detail vorstellt.
Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft als Designprinzip
Was lange als Marketingthema verhandelt wurde, ist in der Spezifikationspraxis angekommen. Reparierbarkeit, Modularität und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen über zehn Jahre sind heute Auswahlkriterien, die mehr Gewicht haben als noch vor wenigen Jahren – getrieben sowohl von der ESPR-Vorbereitung der Unternehmen als auch von den ESG-Reporting-Pflichten börsennotierter Kunden, die Workplace-Beschaffungen heute in ihren Nachhaltigkeitsberichten ausweisen müssen.
Hersteller reagieren darauf auf zwei Wegen. Der erste Weg ist die Verlängerung der Produktlebenszyklen: Bezugsstoffe werden austauschbar konzipiert, Mechaniken überholbar, Tischgestelle so gebaut, dass eine neue Platte aufgelegt werden kann. Der zweite Weg ist Refurbishment im Hersteller-Programm – Vitra hat mit seinen Circle Stores einen viel beachteten Versuch unternommen, gebrauchte Produkte wieder in den Markt zu führen, Steelcase verfolgt mit eigenen Programmen einen ähnlichen Ansatz. Beide Wege deuten auf eine strukturelle Verschiebung der Wertschöpfung weg vom Einzelverkauf hin zu produktbegleitenden Dienstleistungen über den Lebenszyklus.
Biophilic Design und Wellbeing am Arbeitsplatz
Die vierte und am schwersten greifbare Entwicklung betrifft das Verhältnis von Arbeitsplatz und körperlichem Wohlbefinden. Unter dem Begriff Biophilic Design hat sich in den letzten Jahren eine Praxis etabliert, die natürliche Materialien, Pflanzen und Tageslicht-Optimierung als Spezifikationskriterien gleichwertig neben ergonomische Anforderungen stellt. Hersteller integrieren Pflanzkübel in Trennwandsysteme, arbeiten verstärkt mit Holz statt mit beschichteten Spanplatten, und entwickeln Bezugsstoffe aus recycelten oder nachwachsenden Materialien.
Die wissenschaftliche Evidenz für die produktivitätssteigernde Wirkung dieser Maßnahmen ist nicht ganz so stark, wie sie in den entsprechenden Studien dargestellt wird; die Verschiebung der ästhetischen Normalität in modernen Workplaces ist aber unübersehbar – und sie hat innerhalb weniger Jahre die Materialpaletten ganzer Hersteller-Sortimente verändert.
Workplace-Möbel-Hersteller im Überblick
Die folgende Auswahl versammelt die Hersteller, die im Workplace-Segment der DACH-Region und im internationalen Markt eine prägende Rolle spielen – sortiert nicht alphabetisch, sondern nach Marktstellung innerhalb der jeweiligen Kategorie.
Eine vorgeschaltete Gruppe bilden die Vollsortimenter, deren Programme alle wesentlichen Produktkategorien abdecken; daran anschließend folgen Spezialisten für Sitzmöbel, Schreibtische, Akustik und Stauraum. Bei den knapp vier Dutzend Marken, die hier redaktionell vorgestellt werden, handelt es sich um eine kuratierte Auswahl. Die vollständige Datenbank aller Workplace-Hersteller, die furnomics pflegt, umfasst über 250 Marken und ist hier durchsuchbar – einschließlich Filter nach Subkategorie, Region und Produktschwerpunkt.
Vollsortimenter im Workplace-Segment
Vollsortimenter sind im Workplace-Segment Hersteller, deren Programme von Bürostühlen über Tische und Stauraum bis zu Akustik- und Trennwand-Systemen reichen – mit dem Anspruch, einen kompletten Arbeitsplatz aus einem Hersteller-Universum spezifizieren zu können. Diese Position ist anspruchsvoll: Sie verlangt Fertigungstiefe in mehreren Produktkategorien, koordinierte Designsprachen über alle Linien hinweg und ein Vertriebsnetz, das mit der Komplexität der Sortimente skaliert. International dominieren sechs Hersteller diese Kategorie, drei davon aus den USA, einer aus der Schweiz und je einer aus Deutschland und Schweden.
Steelcase ist der international größte Workplace-Hersteller, gegründet 1912 mit Sitz in Grand Rapids, Michigan. Das Modell Leap gilt seit zwei Jahrzehnten als Branchenstandard für ergonomische Drehstühle, das Programm reicht über das gesamte Workplace-Spektrum.
Herman Miller ist seit 2021 Teil der MillerKnoll-Gruppe und führt damit ein Markenportfolio, zu dem auch Knoll, HAY und Naughtone gehören. Ikonisch ist der Aeron-Stuhl von Bill Stumpf und Don Chadwick aus dem Jahr 1994, gestalterisch geprägt ist das Haus durch die Zusammenarbeit mit Charles und Ray Eames sowie George Nelson.
Vitra mit Sitz im schweizerischen Birsfelden und einem Produktionscampus in Weil am Rhein vereint Designgeschichte (Eames, Prouvé, Panton, Citterio) und ein vollständiges Workplace-Programm. Das Sortiment reicht von Drehstühlen wie dem Pacific Chair über Schreibtisch-Systeme wie Tyde bis zu Lounge- und Akustik-Lösungen.
Haworth ist seit 1948 ein US-amerikanischer Hersteller aus Holland, Michigan, und hat in den letzten zwei Jahrzehnten mit der Übernahme von Poltrona Frau, Cassina und Cappellini eine zweite Säule im High-End-Wohn- und Hospitality-Segment aufgebaut. Im Workplace-Programm sind Comforto und Haworth-Eigenmarken die zentralen Linien.
König+Neurath aus dem hessischen Karben ist seit 1925 in Familienhand und einer der bedeutendsten deutschen Workplace-Vollsortimenter. Das Programm umfasst Sitzmöbel, Tische, Trennwand- und Akustik-Systeme, ausgerichtet auf den deutschsprachigen B2B-Markt.
Kinnarps mit Sitz in Kinnarp, Schweden, gegründet 1942, ist Nordeuropas größter Workplace-Hersteller und betreibt seit Jahren das Refurbishment-Programm Re-Born, eines der ältesten systematischen Wiederaufbereitungs-Programme der Branche.
Sitzmöbel: Bürostühle, Konferenz- und Lounge-Möblierung
Die Sitzmöbel-Kategorie ist im Workplace-Segment die anspruchsvollste in Bezug auf Ergonomie-Nachweise, Sicherheits-Prüfungen und Lebenszyklus-Garantien. Sie ist zugleich die Kategorie mit der dichtesten Hersteller-Konkurrenz, weil sich jedes Workplace-Setup mindestens einen Drehstuhl, meist mehrere Konferenzstuhl-Typen und zunehmend auch Lounge-Sitzmöbel umfasst. Die im Folgenden vorgestellten zehn Hersteller decken das Spektrum von ergonomischen Premium-Drehstühlen über Konferenz- und Lounge-Sitzmöbel bis zu hochwertigen Bezugsstoff-Programmen ab; bei mehreren von ihnen ist die Sitzmöbel-Linie das dominante Segment, ohne dass weitere Produktkategorien gänzlich fehlen.
Wilkhahn aus dem niedersächsischen Bad Münder ist seit 1907 spezialisiert auf hochwertige Sitzmöbel und Konferenztische; die Trimension-Mechanik des Modells ON gilt als eine der differenziertesten 3D-Sitz-Technologien am Markt. Wilkhahn pflegt eine Designsprache, die Bauhaus-Erbe und zeitgenössische Industriegestaltung verbindet.
Knoll ist seit 2021 Teil von MillerKnoll und führt eine Designgeschichte, in der Mies van der Rohes Barcelona Chair, Eero Saarinens Tulip-Serie und Harry Bertoias Diamond Chair zu den Ikonen der Workplace- und Lounge-Möblierung gehören. Knoll Inc. ist in den USA gegründet, nicht zu verwechseln mit Walter Knoll.
Walter Knoll aus Herrenberg in Baden-Württemberg ist ein eigenständiges deutsches Familienunternehmen, gegründet 1865, mit Schwerpunkt auf hochwertigen Lounge- und Konferenz-Sitzmöbeln im High-End-Segment. Die Marke arbeitet regelmäßig mit Designern wie EOOS, foster + partners und PearsonLloyd zusammen.
Sedus mit Sitz im baden-württembergischen Dogern ist einer der ältesten deutschen Bürostuhl-Hersteller (gegründet 1871) und gehört seit 2011 zur Stoll Giroflex-Gruppe. Schwerpunkt sind ergonomische Bürostühle für den Premium- und Mittelklasse-Bereich.
Interstuhl aus Tieringen auf der Schwäbischen Alb fertigt ein breites B2B-Sitzmöbel-Sortiment, das vom hochergonomischen Workplace-Stuhl bis zu Spezialserien für Healthcare- und Industrie-Anwendungen reicht. Das Unternehmen ist familiengeführt und einer der größten deutschen Hersteller in der Kategorie.
Dauphin mit Hauptsitz im fränkischen Offenhausen ist ein deutscher Stuhl-Spezialist, der seit 1969 ein breites Sortiment an Büro-, Konferenz- und Besuchersitzmöbeln führt. Die Marke ist Teil der Dauphin Office Interiors Gruppe.
HAY aus Kopenhagen wurde 2002 gegründet und hat sich vom Wohn- und Hospitality-Sortiment in den letzten 15 Jahren konsequent auf Workplace ausgeweitet. Seit 2018 mehrheitlich im Besitz von Herman Miller und heute Teil von MillerKnoll, mit prägenden Designern wie Bouroullec, Wrong und Ronan & Erwan Bouroullec.
Klöber aus Owingen am Bodensee ist seit 1935 auf ergonomische Bürostühle spezialisiert und hat sich in den letzten Jahrzehnten besonders im Konferenz- und Hochlehner-Segment positioniert. Das Programm ist schlank gehalten und designorientiert.
Girsberger aus dem schweizerischen Bützberg betreibt seit Jahren ein eigenes Refurbishment-Center, das auch Produkte anderer Marken aufbereitet – eine Position, die in der Branche bislang einzigartig ist. Das eigene Programm umfasst Sitzmöbel, Tische und Akustik-Lösungen.
Brunner aus Rheinau in Baden ist ein österreichisch-deutscher Hersteller mit Schwerpunkt auf Konferenz- und Bankettsitzmöbeln sowie zugehörigen Tisch-Systemen, mit starker Position im öffentlich-institutionellen Workplace-Segment.
Schreibtische und Arbeitsplatzsysteme
Die Tisch- und Arbeitsplatzsystem-Kategorie ist im Workplace-Segment in den letzten zehn Jahren am stärksten technisch geprägt worden – durch die Höhenverstellbarkeit, die heute praktisch Standard ist, durch die wachsende Integration von Kabelmanagement und Elektrifizierung, und durch die Verschiebung weg vom Einzeltisch hin zum Bench-System für Activity-based Working. Die acht im Folgenden vorgestellten Hersteller decken das Spektrum vom ikonischen Modul-System bis zum Spezialisten für aktive Arbeitsplätze ab.
USM Haller ist ein Schweizer Modul-System aus Münsingen, das seit 1965 in seinen konstruktiven Grundprinzipien unverändert produziert wird. Das System reicht über alle Workplace-Kategorien hinweg, ist aber im Schreibtisch- und Stauraum-Bereich besonders prägend; das in 14 Farben verfügbare Pulverbeschichtungs-Programm gehört zu den ikonischen Identifikationsmerkmalen.
Bene mit Sitz im niederösterreichischen Waidhofen an der Ybbs ist ein österreichischer Workplace-Spezialist, der ganzheitliche Arbeitsplatz-Konzepte liefert – von Tisch- und Bench-Systemen über Stauraum bis zu Raumzonierungs-Lösungen. Bene ist in der DACH-Region einer der größten Workplace-Anbieter mit eigenem Beratungs- und Planungs-Geschäft.
Wagner aus Langenneufnach in Bayern hat sich auf aktiv-ergonomische Workplace-Lösungen spezialisiert, darunter die Dondola-3D-Mechanik für Bürostühle und höhenverstellbare Tisch-Systeme, die Bewegung am Arbeitsplatz fördern. Die Marke ist im Premium-Segment des Active-Office-Konzepts positioniert.
fm Büromöbel ist ein deutscher Workplace-Vollsortimenter mit Hauptsitz in Bösel (Niedersachsen) und einem breiten B2B-Sortiment, das Tisch-Systeme, Sitzmöbel und Stauraum umfasst. Die Marke ist im mittelständischen und Großkunden-Geschäft etabliert.
Inwerk aus Hilden bei Düsseldorf ist eine vergleichsweise junge deutsche Workplace-Marke, die ihre Position vor allem über einen starken Online-Direktvertrieb aufgebaut hat. Das Sortiment umfasst Schreibtische, Bürostühle und Akustik-Elemente im mittleren Preissegment.
Wiesner-Hager aus dem oberösterreichischen Altheim ist ein Workplace-Hersteller mit deutlichem Schwerpunkt auf Konferenz- und Bankettsitzmöbeln, ergänzt um Tisch- und Stauraum-Programme. Die Marke ist in der DACH-Region und im öffentlichen Bauen stark vertreten.
aeris mit Sitz in Haar bei München hat das Konzept des aktiv-dynamischen Arbeitsplatzes mit dem Swopper-Sitzhocker und der höhenverstellbaren Muvman-Reihe geprägt. Die Marke arbeitet konsequent an der Schnittstelle zwischen Möbel und Bewegungsergonomie.
WINI aus Coppenbrügge in Niedersachsen fertigt seit über 60 Jahren Schreibtisch-Systeme und Workplace-Lösungen für den mittelständischen B2B-Markt – mit Schwerpunkt auf Bench-Systemen, höhenverstellbaren Tischen und Stauraum.
Akustikmöbel und Raumstrukturierung
Akustikmöbel sind die jüngste eigenständige Produktkategorie im Workplace-Segment; vor 2010 existierten Phone Booths und schallabsorbierende Pods in der heutigen Form noch nicht in nennenswerter Stückzahl. Innerhalb von gut anderthalb Jahrzehnten ist daraus ein internationaler Wachstumsmarkt entstanden, in dem skandinavische, polnische, belgische und niederländische Hersteller eine deutliche Position gegenüber den etablierten Workplace-Vollsortimentern aufgebaut haben. Die folgenden acht Marken decken das Spektrum von Phone Booths über Meeting-Pods bis zu großflächigen Akustik-Wand- und Deckenlösungen ab. Eine detailliertere Behandlung dieser Kategorie findet sich im furnomics-Beitrag zu Akustikmöbeln fürs Büro.
Framery aus Tampere in Finnland ist seit 2010 weltweiter Marktführer für akustisch entkoppelte Phone Booths und Meeting-Pods. Die Modelle Framery O (Einzelpod) und Framery Q (Meeting-Pod für vier bis sechs Personen) sind in der Branche stilbildend geworden.
BuzziSpace mit Sitz in Antwerpen, Belgien, fertigt seit 2007 ein breites Akustik-Portfolio: schallabsorbierende Pods, Wandelemente, Lampen und Trennelemente. Die Marke arbeitet mit international bekannten Designern und positioniert sich an der Schnittstelle zwischen Akustik und Designsprache.
ROOM ist eine 2018 in New York gegründete US-Marke, die sich auf akustisch entkoppelte Phone Booths und kleine Meeting-Räume konzentriert hat und in nordamerikanischen Workplace-Spezifikationen eine schnell wachsende Position erreicht. Die Produkte sind auf modularen Aufbau ohne bauliche Eingriffe ausgelegt.
Vetrospace aus Helsinki ist ein finnischer Spezialist für Glas-Pods – akustisch wirksame, aber visuell transparente Meeting- und Phone-Boxen, die in besonders designorientierten Workplace-Projekten verbaut werden. Die Marke ist in skandinavischen und deutschen Märkten gut etabliert.
Mute Labs aus Krakau ist ein polnischer Hersteller von Akustik-Pods und modularen Meeting-Räumen, der seit Mitte der 2010er Jahre international expandiert. Die Marke positioniert sich preislich unterhalb der nordischen Premium-Hersteller bei vergleichbarer technischer Qualität.
de Vorm mit Sitz im niederländischen Veenendaal ist ein Akustik-Hersteller, der sich auf nachhaltige Materialien und modular aufgebaute Systeme spezialisiert hat. Das Programm umfasst Wandelemente, Decken- und Trennsysteme aus recycelten PET-Materialien.
Abstracta aus Lammhult, Schweden, fertigt ein breites Akustik-Programm vom Wandpaneel über Deckenlösungen bis zu Möbel-integrierten Schallabsorbern. Die Marke ist Teil der Lammhults Design Group und einer der bedeutendsten skandinavischen Akustik-Anbieter.
Mikomax aus Łódź in Polen führt unter der Sub-Marke Hush eine Serie von Akustik-Pods und Phone Booths, die in den letzten Jahren international stark expandiert ist – ergänzt um konventionelle Workplace-Möbel im Mutterhaus-Portfolio.
Stauraum, Trennwände und modulare Systeme
Stauraum hat sich im Workplace-Segment vom klassischen Aktenschrank weg zu einem System aus mobilen Caddys, deckenhohen Modul-Schränken und raumstrukturierenden Trennwand-Systemen entwickelt. Die Verschiebung folgt der Belegungslogik moderner Workplaces: Wo Mitarbeiter nicht mehr feste Sitzplätze, sondern wechselnde Arbeitspositionen einnehmen, übernimmt die Trennwand oft die Funktion der traditionellen Bürowand, und der mobile Caddy ersetzt den Schrank am festen Platz. Sechs Hersteller prägen diese Kategorie im DACH-Raum und international.
Bisley aus Newport im Vereinigten Königreich ist seit 1931 europäischer Marktführer für Workplace-Aufbewahrung; das MultiDrawer-System aus pulverbeschichtetem Stahl ist seit den 1950er Jahren ein ikonisches Identifikationsmerkmal. Das Programm reicht heute von mobilen Caddys über Locker bis zu raumhohen Stauraum-Systemen.
Bosse Design aus Bad Salzuflen ist ein deutscher Spezialist für modulare Trennwand- und Raumstruktur-Systeme – Lösungen, die zwischen reiner Stauraum-Funktion und akustisch wirksamer Raumzonierung vermitteln. Die Marke arbeitet eng mit Architekten an projektspezifischen Anpassungen.
Bralco mit Sitz in Pordenone, Italien, fertigt ein breites Programm an Stauraum- und Workplace-Möbeln, das im italienischen und mitteleuropäischen Markt gut etabliert ist. Schwerpunkt sind preislich attraktive B2B-Sortimente mit modernem Design.
Kinzo ist eine deutsche Workplace-Marke mit Schwerpunkt auf Trennwand-Systemen und Raumzonierung, die in den letzten Jahren ihre Position im designorientierten Workplace-Segment ausgebaut hat. Das Programm ist visuell zurückhaltend und auf Architektenkundschaft ausgerichtet.
Holmris B8 aus dem dänischen Brørup, entstanden 2018 aus der Fusion mehrerer skandinavischer Workplace-Hersteller, führt ein breites Programm an Stauraum-, Tisch- und Sitzmöbel-Linien. Die Marke ist im nordeuropäischen Markt führend und nachhaltigkeitsorientiert positioniert.
Renz aus Böblingen (Baden-Württemberg) ist ein deutscher Hersteller mit Schwerpunkt auf Empfangs- und Counter-Möbeln, ergänzt um Stauraum-Programme. Die Marke ist in der DACH-Region in öffentlich-institutionellen Bauten und im mittelständischen Workplace-Geschäft etabliert.
Vollständige Workplace-Hersteller-Datenbank
Die hier vorgestellten 38 Marken bilden eine kuratierte Auswahl aus dem deutlich umfangreicheren furnomics-Verzeichnis. Die vollständige Datenbank aller Workplace-Möbel-Hersteller, die furnomics redaktionell pflegt – über 250 Marken aus dem DACH-Raum, Europa und Übersee – findet sich hier.
Das Verzeichnis ist filterbar nach Subkategorie (Sitzmöbel, Tische, Akustik, Stauraum, Spezial-Anwendungen), nach Region des Hauptsitzes und nach Größensegment des Herstellers. Jeder Datenbank-Eintrag verweist auf eine ausführliche Markenseite mit Produktportfolio, Designer-Kooperationen, Vertriebskanälen und – wo bekannt – Referenzprojekten im Contract-Bereich.
Häufige Fragen zur Arbeitsplatzgestaltung im Büro
Was gehört zur Arbeitsplatzgestaltung im Büro?
Arbeitsplatzgestaltung im Büro umfasst die räumliche, möbeltechnische und ergonomische Konzeption von Arbeitsplätzen für die Erbringung geistiger Arbeit. Dazu gehören ergonomische Sitzmöbel und Tische, akustische und visuelle Raumzonierung, Beleuchtung, technische Ausstattung (Strom, Daten, Bildschirme) sowie Aufbewahrungslösungen. In modernen Workplace-Konzepten kommen zonierende Elemente hinzu – Pods für konzentrierte Einzelarbeit, Kollaborationsbereiche, Touchdown-Plätze und informelle Begegnungsflächen.
Welche Vorschriften gelten für Arbeitsplätze im Büro?
Für Büroarbeitsplätze in Deutschland gelten die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) mit ihrem Anhang zu Bildschirmarbeitsplätzen, die Bildschirmarbeitsverordnung sowie die einschlägigen Normen DIN EN 1335 für Bürostühle und DIN EN 527 für Bürotische. Ergänzend kommen die BG-Informationen 215-410 (Bildschirm- und Büroarbeitsplätze) und die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) zur Anwendung. Architekten und Planer haben außerdem die jeweils geltende Landesbauordnung zu berücksichtigen, in der Brandschutz- und Mindestflächen-Anforderungen geregelt sind.
Wie viel Platz braucht ein Bildschirmarbeitsplatz?
Nach den BG-Empfehlungen für Bildschirmarbeitsplätze sind acht bis zehn Quadratmeter pro Arbeitsplatz anzusetzen, inklusive anteiliger Verkehrsflächen und Möblierung. Die reine Bewegungsfläche am Arbeitsplatz selbst muss mindestens 1,5 Quadratmeter betragen. Die Tiefe der Arbeitsfläche soll mindestens 80 Zentimeter erlauben, um einen ausreichenden Sehabstand zum Bildschirm zu gewährleisten. In Open-Space-Layouts mit Hot Desking liegt der durchschnittliche Flächenbedarf bei reduzierter Belegungsquote tendenziell höher, nicht niedriger.
Welche Möbel braucht ein moderner Workplace?
Die Grundausstattung eines modernen Workplace umfasst einen höhenverstellbaren Schreibtisch, einen ergonomischen Drehstuhl nach DIN EN 1335, einen mobilen Caddy für persönliche Habseligkeiten und Stauraum-Lösungen für gemeinsam genutzte Unterlagen. Hinzu kommen je nach Konzept Akustik-Elemente (Pods, Phone Booths, schallabsorbierende Wandpaneele), Konferenz- und Meeting-Möblierung sowie Touchdown-Plätze für kurze Zwischenstopps. In hybrid genutzten Büros gewinnen Lounge- und Soft-Seating-Bereiche an Bedeutung, weil sie informelle Kollaboration tragen.
Welche Hersteller sind im Workplace-Segment führend?
International prägen Steelcase, Herman Miller, Haworth, Knoll und Vitra das Workplace-Segment, ergänzt um Kinnarps aus Schweden und Bene aus Österreich. Im deutschsprachigen Raum sind Wilkhahn, Sedus, Walter Knoll, König+Neurath, Interstuhl, Dauphin und Klöber etablierte Marktteilnehmer. Bei Akustik dominieren Framery aus Finnland, BuzziSpace aus Belgien und Mute Labs aus Polen. Eine ausführliche Übersicht über alle 250+ Hersteller, die das Workplace-Segment bedienen, führt die furnomics-Datenbank.
Worin unterscheiden sich Contract-Möbel von Möbeln aus dem Möbelhandel?
Contract-Möbel sind für die dauerhafte gewerbliche Nutzung konzipiert, mit Hersteller-Garantien von typischerweise zehn Jahren oder mehr, ausgelegt auf eine acht- bis zwölfstündige Nutzung pro Werktag. Sie sind reparaturfähig in Einzelkomponenten und werden über spezialisierte B2B-Vertriebskanäle gehandelt, nicht über den Möbeleinzelhandel. Sie genügen normativen Anforderungen wie DIN EN 1335 für Sitzmöbel oder Brandschutz-Klassifizierungen, die im Consumer-Möbelbereich keine Rolle spielen. Der Preisunterschied zu vergleichbar wirkenden Consumer-Möbeln erklärt sich aus diesen Anforderungen.
Weiterführende Themen
Das Workplace-Segment ist Teil eines größeren Ökosystems, das furnomics in einer Reihe weiterführender Beiträge behandelt. Der zentrale Pillar-Artikel zur Contract-Furniture-Branche ordnet die Marktstruktur, die Geschichte und die globale Größenordnung des gesamten Contract-Marktes ein – einschließlich aller Segmente jenseits des Workplace. Für die akustischen Aspekte moderner Arbeitsplätze haben wir den Beitrag Akustikmöbel fürs Büro verfasst, der die Hersteller-Landschaft, Lösungstypen und planerischen Anforderungen vertieft.
Crossover-Segmente sind in der Workplace-Spezifikation häufiger geworden. Wer Hotelmöbel mit Workplace-Charakter sucht – etwa für Lobbies, Business-Lounges oder Co-Working-Bereiche in Hotels – findet im Hub Hospitality-Möbel die einschlägigen Hersteller. Für Pflegeeinrichtungen und Kliniken mit administrativen Arbeitsbereichen führt der Hub Healthcare-Möbel zu Spezialisten mit den nötigen hygienischen und reinigungsbezogenen Eigenschaften. Bildungseinrichtungen, in denen Lehr- und Verwaltungsarbeitsplätze zu spezifizieren sind, werden im Hub Education-Möbel abgedeckt. Aktuelle redaktionelle Beiträge zu Workplace-Themen – Branchen-Berichte, Messe-Berichte, Produkt-Vorstellungen – sind über die furnomics-Insights-Rubrik zu erreichen.