Trennwände im Objektbereich: Hersteller, Trennwandsysteme und Anforderungen für Büro, Hospitality und öffentliche Räume
Trennwände im Objektbereich — damit sind drei strukturell verschiedene Industrien gemeint, die unter einem Begriff zusammenlaufen: die Architektur-nahen Systemhersteller mit Operable Walls, Demountable Glas-Trennwänden und raumhohen Vollwandsystemen — Lindner Group, Strähle, Feco, Maars Living Walls, Dorma Hüppe — die Möbel-nahen Hersteller mit Stellwänden, freistehenden Raumteilern und Akustik-Screens — BuzziSpace, Abstracta, Caimi Brevetti, Vitra — und die jüngste Industrie der Office Pods und Phone Booths, geprägt von Framery, ROOM, Mute Labs und Vetrospace. Was die drei eint, ist die Aufgabe: Räume strukturieren, akustisch entkoppeln und flexibel rückbaubar bleiben — in einer Architektur, die nach acht bis fünfzehn Jahren neu konfiguriert werden soll, ohne ihre Tragstruktur anzutasten.
Specifier orientieren sich an einem dichten Normgerüst: DIN 4109 und ISO 717-1 für Schalldämmung, DIN EN 13501 für Brandklassifikation, BS 5852 Crib 5 in internationalen Hotelketten, ANSI/BIFMA für US-Workplace, ISO 22196 und DIN EN 14885 bei Healthcare-Einsätzen. Die EU-Ökodesignverordnung ESPR und der Digitale Produktpass verschieben die Marktlogik zusätzlich Richtung Rückbau, Modularität und materielle Transparenz — eine Entwicklung, die bei Trennwandsystemen mit ihrer Demontagefähigkeit als bauwirtschaftlicher Trumpf einlösbar ist. Der Markt selbst zerfällt nach Geografie: deutsche Hersteller dominieren die System-Architektur mit Lindner, Strähle und Feco, die niederländische Maars Living Walls führt das Glas-Demountable-Segment in Europa, US-amerikanische Anbieter wie DIRTT, Modernfold, Hufcor und Kwik-Wall beherrschen den nordamerikanischen Operable-Walls-Markt, und die Pod-Industrie ist über Finnland (Framery, Vetrospace), die USA (ROOM) und Polen (Mute Labs, Mikomax) verteilt.
Was Trennwände im Objektbereich bedeuten
Trennwände im Objektbereich umfassen alle nicht-tragenden, in der Regel demontierbar konzipierten Raumtrennsysteme, die innerhalb gewerblich genutzter Gebäude eingesetzt werden — und unterscheiden sich damit grundlegend von Trockenbau-Wänden, Sanitärtrennwänden und vom Wohnmöbel-Raumteiler. Die Bandbreite reicht von Operable Walls in Hotelkonferenzräumen über Demountable Glas-Trennwände in Anwaltskanzleien und Vorstandsetagen, raumhohe Vollwandsysteme in Forschungslaboren, freistehende Stellwände und Akustik-Screens im Open-Plan-Büro bis zu Office Pods und Phone Booths als Mikroarchitektur in Coworking-Flächen. Was sie verbindet, ist die Doppelfunktion: räumliche Strukturierung und akustische Entkopplung in einer Bauform, die sich am Ende ihrer Nutzungsdauer ohne Bauschutt rückbauen lässt — eine Eigenschaft, die in der ESPR-Logik der EU zunehmend zur eigenständigen Spezifikations-Anforderung wird.
Abgrenzung Objekt, Trockenbau, Sanitär und Wohnen
Die begriffliche Unschärfe rund um „Trennwand" ergibt sich aus mindestens vier verschiedenen Branchenrealitäten, die im Sprachgebrauch ineinanderfließen, aber im Specifier-Alltag scharf getrennt werden. Trockenbau-Trennwände — also gipskartonbeplankte Ständerwände, geliefert von Knauf, Rigips oder Fermacell — sind feste Bauelemente, einmal errichtet und nur durch Abriss zu entfernen; sie zählen zum Rohbau, nicht zur Innenausstattung, und tauchen in Architektenausschreibungen unter Trockenbau-Gewerken auf. Sanitärtrennwände — HPL-Kabinen für öffentliche WCs, geliefert von Schäfer Trennwandsysteme, Kemmlit oder Schwedt — bilden eine eigene Industrie mit eigenen Normen (Vandalismussicherheit, IPX-Schutzklassen, antibakterielle Oberflächen) und eigenen Spezifikationsprozessen, meist über Generalunternehmer statt direkt über Architekten.
Der Raumteiler aus dem Wohnmöbelhandel — geliefert über IKEA, Otto oder Höffner als freistehendes Regal mit Trennwirkung — ist die dritte Welt, die im Online-Vokabular regelmäßig mit B2B-Trennwänden vermischt wird, aber technisch in einer anderen Liga spielt: kein Brandschutz-Nachweis, keine zertifizierte Schalldämmung, keine Demontagedokumentation, kein Modulsystem für Rollout-Projekte. Objekt-Trennwände unterscheiden sich von diesen drei Nachbarwelten durch vier strukturelle Merkmale: zertifizierte Performance-Daten (Schalldämmung Rw in dB nach DIN 4109, Brandklasse nach DIN EN 13501, Belastungsklassen nach den jeweiligen Bauproduktnormen), modulare Wiederverwendbarkeit innerhalb derselben Wandgeneration, herstellergeführte Montage- und Demontagepfade sowie die Integration in Architektenausschreibungen über das Möbel-Gewerk oder den Innenausbau, nicht über den Rohbau. Wer als Specifier eine Trennwand für ein Bürogebäude in München sucht, bewegt sich in einer anderen Marktwelt als der Trockenbauer im Wohnungsbau, auch wenn die Suchmaschine den Begriff nicht unterscheidet.
Markt und Hauptakteure
Der internationale Markt für Objekt-Trennwände gliedert sich nach geografischer Stärke und Industriekultur in vier regionale Cluster, die jeweils ein anderes Subsegment dominieren. Deutsche Systemanbieter führen die Architektur-nahen Trennwandsysteme: die Lindner Group aus Arnstorf in Niederbayern ist Europas größter Komplettanbieter für Innenausbau und liefert mit den Lindner Life- und Lindner Logic-Programmen Trennwandsysteme von der Vollwand bis zur Ganzglaswand, Strähle aus Waiblingen ist Spezialist für Glas- und Systemtrennwände, Feco aus Karlsruhe deckt Glas- und Vollwand-Systeme ab, dazu kommen mittlere DACH-Hersteller wie MDS Raumsysteme und Dorring. Die niederländische Maars Living Walls führt das Demountable-Glas-Segment in Europa und ist im internationalen Architekturmarkt seit Jahrzehnten als Referenz etabliert.
Die Operable-Walls-Industrie — also Falt-, Schiebe- und mobile Trennwände für Hotelkonferenzräume, Hochschulauditorien und Veranstaltungssäle — gliedert sich zweigeteilt: in Europa dominieren Dorma Hüppe aus Westerstede und Nüsing aus Belm, ergänzt um Häfele Slido als Beschlag-Systemgeber, in Nordamerika führen Modernfold, Hufcor und Kwik-Wall, ergänzt um die Demountable-Architecture-Spezialisten DIRTT und Falkbuilt aus Kanada, NXTWall und Moderco aus den USA. Die Office-Pod-Industrie hat sich erst in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren als eigenständige Kategorie etabliert und ist über vier Länder verteilt: Framery aus Tampere ist globaler Marktführer mit der Q- und O-Serie, Vetrospace aus Helsinki bedient den transparenten Glas-Pod-Segment, ROOM aus New York hat den US-Markt mit Direktvertrieb aufgebaut, Mute Labs aus Krakau und Mikomax aus Łódź bedienen das mittlere Preissegment mit der Hush-Linie. Die Akustik-Stellwand-Industrie ist über Skandinavien — Abstracta, Götessons, Glimåkra of Sweden, Offecct — und Benelux — BuzziSpace, Cascando, de Vorm — verteilt, ergänzt um italienische Akustik-Spezialisten wie Caimi Brevetti (Snowsound-Patent) und Caruso Acoustic.
Subkategorien von Trennwänden
Im Specifier-Alltag zerfällt die Kategorie in vier strukturell verschiedene Produktfamilien, die sich nach Anwendungslogik, Hersteller-Industrie und Spezifikationssprache klar voneinander trennen lassen — auch wenn sie in der gleichen Architektenausschreibung nebeneinander stehen können. Mobile und Operable Walls sind die schwerste Bauform: Falt-, Schiebe- und Mobile-Trennwände, die mit Schalldämmwerten Rw von 40 bis 59 dB ganze Konferenzbereiche unterteilen oder Hotelballräume in mehrere kleinere Veranstaltungsräume aufteilen können, geliefert mit hinterlegten Schienen oder bodengeführt, in Konstruktionen aus Aluminium-Rahmen mit Akustik-Vollkern. Demountable und Glas-Trennwände sind die zweite Familie: raumhohe Systeme als Ganzglaswand oder als Profil-Glaswand, die einen Raum visuell offen halten und gleichzeitig akustisch entkoppeln, häufig in der Spezifikation kombiniert mit Türelementen, Brandschutzverglasung und integrierten Jalousien.
Freistehende Stellwände und Akustik-Screens bilden die dritte Familie und sitzen technisch am nächsten am Möbel: nicht raumhoch, nicht baulich verankert, nicht mit Schalldämmwerten Rw arbeitend, sondern mit Schallabsorptionswerten αw nach DIN EN ISO 11654 spezifiziert — die akustische Performance entsteht aus PET-Fasern, Schaumkernen oder Membrantechnologie, die einfallende Schallenergie absorbiert statt zu reflektieren. Office Pods und Phone Booths sind die jüngste Familie und nach klassischer Bauproduktlogik streng genommen keine Möbel mehr, sondern Mikroarchitektur: eigenständige Klein-Räume mit eigenen Belüftungs-, Licht- und Akustiksystemen, die als Telefonkabinen für eine Person bis als Meeting-Räume für sechs Personen ausgelegt sind, mit DnT,A-Schalldämmwerten von 28 bis 36 dB für die geschlossene Variante. Die vier Familien werden in Architektenausschreibungen häufig kombiniert spezifiziert — ein typisches Workplace-Projekt enthält Operable Walls zwischen Konferenzräumen, Demountable Glas-Trennwände als Wände der Einzelbüros, Akustik-Stellwände in der offenen Bürozone und Office Pods für Video-Calls, alle vier in derselben Ausschreibung von verschiedenen Herstellern.
Anforderungen: Akustik, Brandschutz, Rückbau
Trennwände im Objektbereich werden über drei Anforderungsfelder spezifiziert, die strukturell ungleich gewichtet sind: Akustik ist in den meisten Projekten der Treiber der Auswahl, Brandschutz die regulatorisch nicht verhandelbare Mindestbedingung, Rückbaufähigkeit das jüngere — ESPR-getriebene — Argument mit zunehmender Vertragskraft. Wer die drei Felder gegeneinander abwägt, trifft im Specifier-Alltag selten eine isolierte Material- oder Konstruktionsentscheidung, sondern definiert die Konfiguration eines Systems: welche Schalldämmwerte in welcher Wandhöhe, welche Brandklasse mit welcher Türöffnung, welche Demontagedokumentation für welchen Wiederverwendungszyklus. Die Industrie hat darauf mit Multi-Norm-Datenblättern reagiert, die für ein einziges Wandsystem zehn bis zwanzig Konfigurationsvarianten ausweisen — eine Detailtiefe, die jenseits des Möbelmarkts liegt.
Schalldämmung und Akustik-Performance
Schalldämmung von Trennwänden wird in zwei physikalisch verschiedenen Größen ausgewiesen, die im Specifier-Alltag regelmäßig verwechselt werden: das bewertete Schalldämm-Maß Rw in Dezibel nach DIN EN ISO 717-1 misst, wie viel Schallenergie eine Wand zwischen zwei Räumen blockiert, der Schallabsorptionsgrad αw nach DIN EN ISO 11654 misst, wie viel Schall eine Oberfläche aus dem eigenen Raum aufnimmt. Operable Walls und Demountable Glas-Trennwände werden in Rw spezifiziert, mit typischen Werten zwischen 35 dB (einfache Glaswand) und 59 dB (mehrschalige Operable Wall mit Akustik-Vollkern); freistehende Stellwände und Akustik-Screens werden in αw spezifiziert, mit Werten zwischen 0,5 und 0,95, weil sie räumlich nichts trennen, sondern den Hallanteil reduzieren.
Die deutsche Mindestanforderung für Bürotrennwände ergibt sich aus DIN 4109 in Kombination mit der projektspezifischen Nutzungsempfindlichkeit; die VDI-Richtlinie 2569 für Schallschutz im Büro setzt nutzungsbezogene Empfehlungen darüber — Rw ≥ 37 dB für Standard-Bürotrennwände, ≥ 42 dB für Konferenzräume mit erhöhter Vertraulichkeit, ≥ 52 dB für Vorstandsetagen und Anwaltskanzleien. Die US-amerikanische Entsprechung läuft über die Sound Transmission Class (STC) nach ASTM E90, deren Skala numerisch ähnlich, aber metrologisch nicht identisch mit Rw ist; eine pauschale Umrechnung führt im Specifier-Alltag regelmäßig zu Fehlspezifikationen. Office Pods werden nach einer dritten Größe spezifiziert: DnT,A in dB nach DIN EN ISO 16283-1, die Norm-Schallpegeldifferenz A-bewertet, die das gesamte Pod-System einschließlich Türdichtung und Lüftung als Einheit prüft — Werte zwischen 28 dB (einfache Phone Booths) und 36 dB (Premium-Meeting-Pods von Framery oder Vetrospace). Für die offene Bürofläche um die Pods herum tritt zusätzlich die Raumakustik-Norm DIN 18041 in Kraft, deren Nachhallzeit-Vorgaben Akustik-Stellwände und absorbierende Wandelemente mitspezifizieren.
Brandschutz und Sicherheit
Brandschutz bei Trennwänden bewegt sich in drei Klassifikationsfamilien, die im internationalen Projekt parallel dokumentiert werden müssen: die deutsche Bauproduktenklassifikation nach DIN 4102 mit den Klassen F30, F60 und F90 (Feuerwiderstandsdauer in Minuten), die europäische Klassifikation nach DIN EN 13501-2 mit den Klassen EI30, EI60 und EI90 (Integrity und Insulation in Minuten), sowie die US-amerikanische Klassifikation nach ASTM E119 und UL 263 mit Bewertungsdauern von 30 Minuten bis zwei Stunden. Operable Walls und raumhohe Vollwandsysteme werden regelmäßig als F90/EI90-Konstruktionen spezifiziert, wenn sie Brandabschnitte überbrücken; Glas-Trennwände erreichen F30 und F90 mit Brandschutzverglasung (Pyrostop, Pyrobel, Contraflam) und entsprechender Rahmenkonstruktion. Die Türelemente in der Trennwand bilden in der Praxis den Schwachpunkt: ein F90-Wandsystem mit T30-Tür reduziert die Gesamt-Klassifikation auf T30, eine Diskrepanz, die häufig erst im Brandschutz-Nachweis sichtbar wird.
Materialklassifikation läuft parallel zur Konstruktionsklassifikation: DIN EN 13501-1 bewertet das Brandverhalten der Baustoffe selbst — A1 (nichtbrennbar), A2 (begrenzt brennbar), B (schwer entflammbar), bis F (leicht entflammbar) — ergänzt um die Zusatzklassifikationen s (Rauchentwicklung) und d (brennendes Abtropfen). Akustik-Stellwände und Pod-Oberflächen mit textilen Bezügen werden in der Regel auf B-s1, d0 spezifiziert, in Hospitality-Projekten zusätzlich nach BS 5852 Crib 5 geprüft. Die US-amerikanische Pod-Industrie arbeitet mit ASTM E84 als Class A/B/C-Klassifikation, die in den meisten Bundesstaaten als Mindestbedingung für gewerblich genutzte Räume verlangt wird. Für Healthcare-Einsätze treten zusätzlich Hygieneanforderungen in den Vordergrund: ISO 22196 für antimikrobielle Oberflächen, DIN EN 14885 für Desinfektionsmittel-Beständigkeit, MRSA- und C. difficile-Resistenz bei den verwendeten Beschichtungen.
Flexibilität und Demontagefähigkeit
Rückbaufähigkeit ist die jüngste Anforderung im Spezifikations-Repertoire und gleichzeitig das Argument, mit dem Trennwand-Industrie gegen Trockenbau-Konkurrenz strukturell punktet — verstärkt durch die EU-Ökodesignverordnung ESPR, die seit Juli 2024 in Kraft ist und bis 2027 den Digitalen Produktpass für Bauprodukte voraussichtlich verbindlich machen wird. Demountable Trennwandsysteme dokumentieren in ihren Produktdatenblättern heute typischerweise drei Kennzahlen: die Demontagezeit pro Quadratmeter Wand (zwischen 30 Minuten und zwei Stunden je nach System), die Wiederverwendungsquote der Bauteile nach Demontage (zwischen 70 und 95 Prozent bei System-Trennwänden, unter 10 Prozent bei Trockenbau) und die Rezyklierbarkeit der nicht-wiederverwendbaren Komponenten. Lindner Logic, Maars Living Walls und Strähle veröffentlichen für ihre Systeme bereits Selbstdeklarationen nach ISO 14021 mit detaillierten Demontage-Protokollen, die in DGNB- und LEED-Zertifizierungen direkt einrechenbar sind.
Modulare Konfigurierbarkeit innerhalb derselben Wandgeneration ist die zweite Dimension der Flexibilität: ein Trennwandsystem muss nicht nur rückbaubar sein, sondern auch in anderer Konfiguration wieder aufbaubar — am selben Standort nach Umorganisation oder am nächsten Standort eines Rollout-Projekts. Hersteller mit langlebigen Modulgenerationen — Lindner Life Stereo seit über fünfzehn Jahren in im Wesentlichen unveränderter Modulgrammatik, Strähle Mod 100, Feco fecowand — bieten in diesem Punkt einen Marktvorteil gegenüber Anbietern mit kurzen Produktzyklen, weil der Specifier die Wahrscheinlichkeit kalkulieren muss, ob ein heute spezifiziertes System in fünf Jahren noch nachorderbar ist. ESG-Compliance wird in diesem Kontext zunehmend nicht als Add-On, sondern als Selektionskriterium spezifiziert: Environmental Product Declarations (EPDs) nach ISO 14025, Cradle-to-Cradle-Zertifizierungen, Health Product Declarations (HPDs) und Material Health Statements landen in nahezu jeder Ausschreibung der öffentlichen Hand und der internationalen Konzern-Procurement-Abteilungen, was den Selektionsfilter zugunsten der dokumentationsstarken Hersteller verschiebt.
Aktuelle Entwicklungen im Trennwand-Markt
Der Trennwand-Markt im Objektbereich hat sich in den vergangenen acht bis zehn Jahren strukturell stärker verändert als in den drei Jahrzehnten zuvor — getrieben weniger von Material-Innovation als von einer Neuverteilung dessen, was Trennwände in einem Gebäude leisten sollen. Drei Entwicklungen prägen das Bild: die Etablierung der Office Pods als eigenständige Mikroarchitektur-Industrie nach der Open-Plan-Müdigkeit, die Migration der Akustik-Anforderung von der spezialisierten Nebendisziplin ins Zentrum jeder Workplace-Spezifikation, sowie die Verlagerung von Trockenbau zu Demountable Architecture unter dem ESG- und Kreislaufwirtschafts-Druck der EU-Ökodesignverordnung. Was in Salone-Berichten als ästhetische Evolution erscheint, ist im Hintergrund eine Verschiebung der Beschaffungslogik mit erheblichen Konsequenzen für die Hersteller-Hierarchie.
Office Pods nach der Open-Plan-Müdigkeit
Office Pods sind das marktsichtbarste Phänomen der vergangenen Jahre und haben sich von einer Spezialdisziplin in eine eigenständige Trennwand-Industrie verwandelt, deren globaler Marktführer — Framery aus Tampere — heute eine vergleichbare Markenbekanntheit unter Workplace-Architekten beansprucht wie die etablierten Workplace-Vollsortimenter. Die Industrie ist erst nach 2010 entstanden: Framery wurde 2010 gegründet, ROOM 2018, Mute Labs Mitte der 2010er, Vetrospace ebenfalls in den 2010er Jahren. Der Auslöser war die Akustik-Krise des Open-Plan-Büros, die mit der Hybrid-Arbeit nach 2020 in eine zweite, schärfere Phase eingetreten ist: Video-Calls auf der offenen Fläche, Vertraulichkeit von Kundengesprächen ohne Einzelbüro-Infrastruktur, fokussierte Einzelarbeit zwischen kollaborativen Zonen — drei Anforderungen, die in einer klassischen Open-Plan-Architektur nicht lösbar sind und für die eine neue Produktkategorie entstand.
Strukturell sind Pods keine Möbel mehr, sondern lichte Mikroarchitektur — eigenständige Räume von zwei bis acht Quadratmeter Grundfläche mit eigener Belüftung (typischerweise CO₂-gesteuert), eigener Beleuchtung, eigener Elektrik und Datenanbindung, eigener Schalldämmung und eigenem akustischem Innenklima. Im Spezifikations-Prozess werden sie über Möbel-Ausschreibungen beschafft und vom Furnish-Trade montiert, fallen aber regulatorisch in die Grauzone zwischen Möbel und Bauwerk, was in einzelnen Bundesländern und US-Bundesstaaten zu unterschiedlichen Genehmigungspflichten führt. Der Markt zerfällt nach Hersteller-Region: Finnland mit Framery und Vetrospace dominiert das Premium-Segment, die USA mit ROOM bedienen den nordamerikanischen Mittelstand-Markt über einen direktvertrieblichen Ansatz, der die klassische Händlerkette umgeht, Polen mit Mute Labs und Mikomax bedient das obere Mittelpreissegment mit der Hush-Linie, BuzziSpace aus Belgien hat mit BuzziNest und BuzziHub eine Schnittstelle zwischen klassischem Akustik-Sofa und Pod-Architektur etabliert. Das Wachstumstempo ist erheblich: Pod-Volumen in Workplace-Ausschreibungen hat sich nach Branchen-Tracking-Daten seit 2020 ungefähr verdreifacht, mit weiter steigender Tendenz.
Akustik als zentrales Specifier-Thema
Akustik hat in der Trennwand-Spezifikation den Sprung von einer technischen Nebenanforderung in den Kern der Auswahlentscheidung vollzogen — ein Wandel, der sich seit etwa 2015 beobachten lässt und der die Hersteller-Hierarchie spürbar verschoben hat. Wo Trennwände früher primär nach optischer Wirkung, Material und Brandschutz spezifiziert wurden, stehen heute Schalldämmwerte und Absorptionswerte am Anfang der Auswahlmatrix, sowohl in Workplace- als auch in Hospitality-Projekten. Der Treiber ist eine Kombination aus drei Faktoren: die zunehmende empirische Evidenz für den Zusammenhang zwischen akustischer Belastung und kognitiver Leistungsfähigkeit in offenen Büros (mehrere peer-reviewed Studien aus den 2010er Jahren), die Hybrid-Arbeit mit Video-Call-Verkehr auf der offenen Fläche, sowie der demografische Wandel mit einer Belegschaft, die in einem höheren Anteil sensibel auf akustische Reize reagiert.
Für die Hersteller-Industrie hat das zwei Konsequenzen. Erstens haben spezialisierte Akustik-Anbieter — Abstracta, BuzziSpace, Caimi Brevetti mit Snowsound, Götessons, Caruso Acoustic, Cascando, Glimåkra of Sweden, de Vorm — eine Marktposition aufgebaut, die noch vor zehn Jahren als Nischen-Wahrnehmung gelten musste und heute in jeder Workplace-Ausschreibung präsent ist. Zweitens haben die klassischen Trennwand-Systemhersteller — Lindner, Strähle, Feco, Maars Living Walls — Akustik-Performance massiv aufgerüstet: Lindner Life Stereo erreicht in der 125er-Variante Rw-Werte bis 50 dB bei einer Doppelverglasung mit Stoßfuge, Maars führt Demountable-Glas-Systeme mit Rw 49 dB, Feco fecowand erreicht bei der Vollwandvariante Rw 56 dB. Die Spezifikations-Sprache hat sich entsprechend verändert: Datenblätter dokumentieren heute nicht mehr nur den Rw-Gesamtwert, sondern oktavband-spezifische Schalldämm-Spektren, die für die raumakustische Detailplanung präzisere Aussagen erlauben — eine Detailtiefe, die in einer Trockenbau-Ausschreibung nicht existiert und die Demountable-Trennwände als Spezifikationsprodukt strukturell aufwertet.
Demountable Architecture und ESG
Die dritte Entwicklung verläuft leiser, ist aber im Hintergrund die wirtschaftlich substanzhaltigste: die Verschiebung von Trockenbau-Wänden zu Demountable-Trennwandsystemen unter dem ESG- und Kreislaufwirtschafts-Druck der EU-Ökodesignverordnung. Während Trockenbau in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten der unangefochtene Standard für Bürotrennwände war — günstig im Erstaufwand, schnell errichtet, vom Trockenbauer aus dem Rohbau heraus geliefert — ist die Trockenbau-Wand am Lebensende ein Bauschuttproblem, das in der ESPR-Logik der EU zunehmend mit Kosten belegt wird. Eine gipskartonbeplankte Ständerwand wird beim Rückbau in Bauschutt zerlegt, dessen Recycling-Quote bei unter 30 Prozent liegt; eine Demountable-Trennwand mit 85 Prozent Wiederverwendungsquote bei 30 Minuten Demontage pro Quadratmeter verschiebt diese Bilanz um eine Größenordnung.
Architektur-Büros, die international tätig sind und in der DGNB- oder LEED-Zertifizierungslogik arbeiten, haben den Wechsel bereits vor zwei bis drei Jahren begonnen — sichtbar etwa an Maars Living Walls, das in den vergangenen Jahren von einem niederländischen Mittelstand-Hersteller zu einer international ausgebauten Architektur-Marke geworden ist, oder an DIRTT und Falkbuilt aus Kanada, die in Nordamerika eine eigene Demountable-Architecture-Kategorie geprägt haben. In Deutschland ist der Wechsel langsamer, weil die Trockenbau-Kostenkultur tief in der Bauwirtschaft verankert ist und die Demountable-Lösung im Erstaufwand zwei- bis dreimal so teuer ist wie die Trockenbau-Variante. Die Total-Cost-of-Ownership-Rechnung verschiebt sich aber zugunsten der Demountable-Systeme, sobald der erste Umbau in den Lebenszyklus-Horizont rückt — und genau diese Rechnung wird in den ESG-Berichten der Mieter-Konzerne zunehmend formalisiert. Die EPBD (Energy Performance of Buildings Directive) und die kommende Bauwerk-Verordnung verstärken den Trend, weil sie Lebenszyklus-Emissionen über die gesamte Nutzungsdauer mitbilanzieren, nicht nur die Erstausstattung. Die Demountable-Trennwand-Industrie hat damit ein bauwirtschaftliches Argument, das jenseits der Möbel- und Akustik-Logik wirkt — und das die Wachstumsdynamik der nächsten fünf bis zehn Jahre wesentlich tragen dürfte.
Trennwand-Hersteller im Überblick
Die Hersteller-Landschaft im Trennwand-Markt zerfällt in vier strukturell verschiedene Industriewelten, die nur in der gemeinsamen Specifier-Sprache zusammenkommen, in der Industrie-Realität aber jeweils eigene Wertschöpfungsketten, Vertriebskanäle und Designkulturen pflegen. Die folgende Übersicht konzentriert sich auf Hersteller mit substanziellem Trennwand-Portfolio im Objektbereich; eine vollständige alphabetische Auflistung aller relevanten Marken findet sich am Ende des Kapitels.
Mobile und Operable Walls
Operable Walls — also Falt-, Schiebe- und mobile Trennwände für Hotelkonferenzräume, Hochschulauditorien, Veranstaltungssäle und unterteilbare Großräume — sind die schwerste und bauwirtschaftlich aufwendigste Form der Trennwand-Familie. Die Industrie ist international zweigeteilt: in Europa führt eine kleine Gruppe deutscher und benelux-naher Hersteller, in Nordamerika eine eigene, von den europäischen Anbietern weitgehend unabhängige Industrie. Dorma Hüppe aus Westerstede gilt seit Jahrzehnten als europäischer Marktführer für mobile Trennwände mit dem Variflex-System, gefolgt von Nüsing aus Belm mit einem ähnlich breiten Portfolio von Glaswand bis zur akustisch hoch gerüsteten Vollwand. Strähle aus Waiblingen bedient die Schnittstelle zwischen Operable Walls und Demountable Glas-Trennwänden, MDS Raumsysteme aus dem süddeutschen Raum den oberen Mittelstand. Karl Günther aus dem nordbayrischen Raum vertritt die mittelständische deutsche Tradition der mobilen Trennwand, Häfele Slido liefert die Beschlag-Systeme, die in zahlreichen Operable-Wall-Konstruktionen anderer Hersteller verbaut werden.
Die niederländische Maars Living Walls aus Harderwijk ist als Schnittstellen-Marke im D1-/D2-Cluster zu nennen: Operable Walls bilden zwar nicht den Kern des Portfolios, das Demountable-Glas-Segment dominiert, aber das System-Verständnis und die internationale Architektur-Sichtbarkeit machen Maars in Europa zu einer Referenz auch für mobile Trennwand-Spezifikationen. Algeco bedient mit modularen Raumlösungen die Schnittstelle zur temporären Architektur, ohne klassischer Operable-Walls-Hersteller zu sein. In Italien ist IMT (Italian Movable Walls) der dominierende Hersteller im südeuropäischen Markt.
In Nordamerika dominieren vier Hersteller den Operable-Walls-Markt: Lindner Group ist über die nordamerikanische Tochter ebenfalls präsent, der eigentliche US-Markt wird aber von Modernfold (Greenfield, Indiana) angeführt — Marktführer in der US-Hospitality- und Konferenzraum-Industrie mit dem Acousti-Seal-Programm — gefolgt von Hufcor (Janesville, Wisconsin), Kwik-Wall (Springfield, Illinois) und der Demountable-Architecture-Bewegung um DIRTT Environmental Solutions (Calgary, Kanada) und Falkbuilt (ebenfalls Calgary, ein DIRTT-Ableger). NettleSCS und DH Pace fungieren als US-Distributoren-Marken mit eigener Wand-Linie. Die nordamerikanische Industrie unterscheidet sich von der europäischen in der Spezifikationssprache — STC statt Rw, ASTM E119 statt EN 13501, ANSI/BIFMA statt EN — was bei internationalen Projekten zu Multi-Norm-Datenblättern und parallelen Konfigurationsketten führt.
Demountable und Glas-Trennwände
Demountable Glas-Trennwände bilden das Subsegment mit dem stärksten Architektur-Profil und der höchsten Wachstumsdynamik unter den klassischen Trennwand-Familien — getrieben von der visuellen Transparenz-Anforderung moderner Workplaces, dem ESG-Argument der Wiederverwendbarkeit und der zunehmenden Sichtbarkeit der Maars-Living-Walls-Logik in der internationalen Architektur. Die Lindner Group führt das deutsche System-Segment mit Lindner Life (Glas-Trennwand-Familie in verschiedenen Profilstärken: Stereo, Freeze, Clear, Nature) und Lindner Logic (Vollwand-Familie), beide Programme international ausgerollt mit Referenzprojekten von der Erste Bank Wien bis zum Hauptsitz von Trivago im Düsseldorfer Medienhafen. Maars Living Walls ist als niederländische Marke der direkte Wettbewerber im europäischen Premium-Segment mit dem Maars Plento Solid und Maars Lago Glaswand-System.
Strähle aus Waiblingen und Feco aus Karlsruhe sind die zweite deutsche Reihe mit jeweils starkem Profil: Strähle Mod 100 und Mod 110 als Vollwand- und Glas-System, Feco fecowand und fecotür als integriertes Wand-/Türen-System, das in der Architekten-Specifier-Szene seit Jahrzehnten als Referenz für Schweizer Präzision in deutscher Fertigung gilt. Vimontec aus dem Bayerischen ist ein spezialisierter Glas-Trennwand-Hersteller mit GTW20 als Hauptsystem. Schäfer Trennwandsysteme aus dem Westerwald ist als Marken-Doppel präsent: bekannt aus dem Sanitärtrennwand-Markt, aber auch im Bürotrennwand-Bereich mit eigener Glas- und Vollwand-Linie aktiv. Die Glas-Hardware-Industrie um Bohle aus Haan und Geze aus Leonberg liefert in das System-Segment Beschläge, Schiebebeschläge und Glaskanten-Profile, ohne selbst als Komplettsystem-Hersteller aufzutreten.
In Nordamerika bildet DIRTT Environmental Solutions die Demountable-Architecture-Referenz mit einem Portfolio, das von Glas-Trennwand bis zur kompletten modularen Innenausbau-Architektur reicht. Falkbuilt — gegründet von einem ehemaligen DIRTT-Mitgründer — bedient denselben Markt mit ähnlicher Konstruktionslogik. NXTWall, Moderco und Precision Walls aus den USA, Optima aus dem britischen Markt sowie das Demountable-Glas-Programm von DormaKaba Interior Glass Systems bedienen das obere Specifier-Segment, CGP (Commercial Glass Partitions) und CRLaurence bedienen den US-Architekten-Glasmarkt mit Hardware und Komplettsystemen. Soglas aus dem deutschen Mittelstand und CT-Systemtrennwände sind im Glas-Subsegment auf den DACH-Markt fokussiert.
Stellwände und Akustik-Screens
Stellwände und Akustik-Screens bilden die Subkategorie, die am nächsten am klassischen Möbelmarkt sitzt — nicht raumhoch, nicht baulich verankert, nicht in Rw sondern in αw spezifiziert. BuzziSpace aus Antwerpen führt die belgisch-niederländische Akustik-Möbel-Industrie mit BuzziWall, BuzziSpark, BuzziShield als freistehende Stellwand-Familie sowie BuzziHive und BuzziNest als Akustik-Sofa-Hybride zwischen Stellwand und Pod. Abstracta aus dem schwedischen Lammhult — Teil der Lammhults Design Group — bedient denselben Markt mit Akustik-Bahnen-Stellwänden, Tisch-Aufsätzen und Wandelementen.
Die italienische Akustik-Möbel-Industrie wird von Caimi Brevetti mit der patentierten Snowsound-Membrantechnologie geprägt — eine Materiallösung, die im Specifier-Markt eine eigenständige Klasse zwischen klassischer Schaumkern-Absorption und Mineralfaser-Lösungen einnimmt — sowie von Caruso Acoustic als jüngerer Spezialist im italienischen Premium-Segment. Glimåkra of Sweden verbindet Wand- und Lounge-Kompetenz in einem Programm, das in skandinavischen Workplace-Projekten regelmäßig als Single-Supplier-Lösung spezifiziert wird. Götessons aus Schweden und Cascando aus den Niederlanden bedienen den nordeuropäischen Mittelstand mit Akustik-Bahnen-Stellwänden und Tischaufsätzen. Offecct aus Tibro liefert mit Soundwave und Ezy seit Jahren die designkulturelle Referenz für Akustik-Wandelemente und Stellwände.
Die Workplace-Vollsortimenter haben Akustik-Stellwände in ihre Portfolios integriert: Vitra mit Dancing Wall (Konstantin Grcic) und Soft Work-Inserts, Walter Knoll mit Akustik-Modulen in der Tama- und FOSTER-Programmatik, Steelcase mit V.I.A. und Privacy Wall als modulare Trennwand-Storage-Hybride, Herman Miller mit OE1 Workspace Collection und dem MillerKnoll-Naughtone-Programm, Haworth mit Belong und Compose. König+Neurath, Bene, Wilkhahn und Sedus bedienen das DACH-Workplace-Mittel mit eigenen Stellwand-Programmen. USM Haller ist als modulares System ebenfalls in der Trennwand-Funktion einsetzbar, ohne sich primär als Trennwand-Hersteller zu positionieren. Bosse Design bedient die Schnittstelle aus modularer Trennwand und Storage in einer eigenen Designsprache. IMPACT ACOUSTIC® aus der Schweiz rundet das Premium-Akustik-Segment ab. Im skandinavischen Mittel sind Procédés Chénel aus Frankreich und die deutschen Akustik-Stellwand-Spezialisten Preform, Soniflex und Inwerk präsent; in Nordamerika dominiert Versare das US-Stellwand-Segment, ergänzt um Acoustical Surfaces und Woodfold. de Vorm aus Veenendaal in den Niederlanden positioniert sich als Akustik-Spezialist mit recycelten PET-Materialien, Wandelementen und Stellwand-Familien.
Office Pods und Phone Booths
Office Pods sind die jüngste Industriewelt im Trennwand-Markt und werden in Architektenausschreibungen heute regelmäßig als eigenständiges Subsegment mit eigenen Spezifikationsparametern (DnT,A-Schalldämmung, CO₂-gesteuerte Belüftung, Energy-Star-Klassifikation für die Elektrik) ausgewiesen. Framery aus Tampere ist der unangefochtene globale Marktführer mit der O-Serie (Single-Person Phone Booth), der Q-Serie (Meeting Pod für bis zu sechs Personen) und der Smart Office-Plattform, die die Pods mit Sensorik und Konferenz-Software verknüpft. Vetrospace aus Helsinki bedient das transparente Glas-Pod-Segment, eine Konstruktion, die in designorientierten Workplaces als Alternative zur geschlossenen Framery-Box gewählt wird.
ROOM aus New York ist der US-Marktführer mit einer eigenen Distribution-Logik (direkt zum Endkunden statt über klassische Möbelhändler), die in der US-Workplace-Industrie eine spürbare Marktverschiebung ausgelöst hat. Mute Labs aus Krakau und Mikomax aus Łódź — letzterer mit der Hush-Linie — bedienen das obere Mittelpreissegment und sind in Europa eine bevorzugte Alternative zu den finnischen Premium-Anbietern. BuzziSpace hat mit BuzziNest und BuzziHub eine eigene Pod-Subfamilie etabliert, die akustisch zwischen Stellwand und vollwertigem Pod sitzt. Abstracta hat das Programm um Pod-Produkte erweitert. Im weiteren Wettbewerbsumfeld stehen Hushoffice (Mikomax-Submarke), Silen aus Estland, Loop Phone Booths aus Großbritannien, Spacestor aus London, sowie die US-Anbieter Cubicall, Poddie und Quietoffice — Marken, deren Marktpräsenz im DACH-Raum bislang begrenzt ist, im internationalen Workplace-Markt aber zunehmend in Specifier-Listen auftauchen.
Vollständige Marken-A–Z-Datenbank
Die im Hub vorgestellte Auswahl konzentriert sich auf Hersteller mit erkennbarem Trennwand-Schwerpunkt im Objektbereich. Die vollständige alphabetische Übersicht aller in der furnomics-Datenbank geführten Marken — einschließlich angrenzender Segmente wie Workplace-Vollsortimenter mit Stellwand-Linien, Hospitality-Möbel mit Raumtrenn-Funktion und Sanitärtrennwand-Anbieter — findet sich im Marken-A–Z-Verzeichnis.
Häufig gestellte Fragen zu Trennwänden
Was unterscheidet Objekt-Trennwände von Trockenbau-Wänden und Wohnmöbel-Raumteilern?
Objekt-Trennwände sind nicht-tragende, demontierbar konzipierte Raumtrennsysteme mit zertifizierten Performance-Daten — Schalldämmung Rw nach DIN 4109, Brandklasse nach DIN EN 13501, Belastungsklassen nach den jeweiligen Bauproduktnormen — die innerhalb gewerblich genutzter Gebäude eingesetzt werden und in der Spezifikations-Sprache der Architekten als Trennwandsystem firmieren. Sie unterscheiden sich strukturell von Trockenbau-Wänden, die als feste Bauelemente vom Trockenbauer aus dem Rohbau heraus errichtet werden und am Lebensende ein Bauschuttproblem mit unter 30 Prozent Recycling-Quote darstellen; eine Demountable-Trennwand erreicht im Vergleich Wiederverwendungsquoten von 70 bis 95 Prozent bei einer Demontagezeit von 30 Minuten bis zwei Stunden pro Quadratmeter. Vom Wohnmöbel-Raumteiler aus dem Möbelhandel — IKEA, Otto, Höffner — unterscheiden sich Objekt-Trennwände durch das Fehlen jeglicher Brandschutz-Nachweise, zertifizierter Schalldämmung und Demontagedokumentation im Wohnmöbel-Segment, was die beiden Welten regulatorisch in unterschiedliche Liga setzt. Sanitärtrennwände — HPL-Kabinen für öffentliche WCs von Schäfer Trennwandsysteme, Kemmlit oder Schwedt — bilden eine eigene Industrie mit eigenen Normen und Spezifikationsprozessen und werden in Architektenausschreibungen meist getrennt vom Bürotrennwand-Gewerk geführt.
Welche Schalldämmwerte sollten Bürotrennwände erreichen?
Die Schalldämmwerte für Bürotrennwände werden in zwei Größen ausgewiesen, die sich physikalisch unterscheiden: das bewertete Schalldämm-Maß Rw in Dezibel nach DIN EN ISO 717-1 misst die zwischen zwei Räumen blockierte Schallenergie, der Schallabsorptionsgrad αw nach DIN EN ISO 11654 misst die Aufnahme von Schall aus dem eigenen Raum. Die deutsche Mindestanforderung für Standard-Bürotrennwände ergibt sich aus DIN 4109 mit ergänzenden VDI-Richtlinie-2569-Empfehlungen: Rw ≥ 37 dB für Standard-Bürotrennwände, ≥ 42 dB für Konferenzräume mit erhöhter Vertraulichkeit, ≥ 52 dB für Vorstandsetagen und Anwaltskanzleien. Operable Walls mit Akustik-Vollkern erreichen Rw-Werte bis 59 dB, raumhohe Vollwandsysteme wie Lindner Logic oder Feco fecowand erreichen bis zu 56 dB, Demountable Glas-Trennwände mit Doppelverglasung (Lindner Life Stereo 125, Maars Plento Solid) erreichen Werte um 50 dB. Akustik-Stellwände werden nicht in Rw spezifiziert, sondern in αw nach DIN EN ISO 11654 mit typischen Werten zwischen 0,5 und 0,95. Office Pods folgen einer dritten Größe: DnT,A in dB nach DIN EN ISO 16283-1, die das gesamte Pod-System einschließlich Türdichtung und Lüftung als Einheit prüft, mit typischen Werten zwischen 28 dB für einfache Phone Booths und 36 dB für Premium-Meeting-Pods.
Welche Brandschutzanforderungen gelten für Trennwände im Bürobau?
Trennwände im Bürobau bewegen sich in einem dreistufigen Brandschutz-System, das Konstruktions- und Materialklassifikation parallel dokumentiert. Die Konstruktionsklassifikation läuft im deutschen Markt nach DIN 4102 mit den Klassen F30, F60 und F90 (Feuerwiderstandsdauer in Minuten), in der europäischen Klassifikation nach DIN EN 13501-2 mit den Klassen EI30, EI60 und EI90, in den USA nach ASTM E119 und UL 263 mit Bewertungsdauern bis zwei Stunden. Operable Walls und raumhohe Vollwandsysteme werden regelmäßig als F90/EI90-Konstruktionen spezifiziert, wenn sie Brandabschnitte überbrücken; Glas-Trennwände erreichen F30 und F90 mit Brandschutzverglasung wie Pyrostop, Pyrobel oder Contraflam und entsprechender Rahmenkonstruktion. Die Materialklassifikation nach DIN EN 13501-1 bewertet das Brandverhalten der Baustoffe selbst — A1 nichtbrennbar, A2 begrenzt brennbar, B schwer entflammbar bis F leicht entflammbar — ergänzt um die Zusatzklassifikationen s für Rauchentwicklung und d für brennendes Abtropfen. Akustik-Stellwände und Pod-Oberflächen werden in der Regel auf B-s1, d0 spezifiziert, in Hospitality-Projekten zusätzlich nach BS 5852 Crib 5 geprüft. Türelemente in der Trennwand bilden in der Praxis den Schwachpunkt: ein F90-Wandsystem mit T30-Tür reduziert die Gesamt-Klassifikation auf T30 — eine Diskrepanz, die in der Spezifikations-Praxis häufig erst im Brandschutz-Nachweis sichtbar wird.
Welche Hersteller führen den Trennwand-Markt im Objektbereich?
Die führenden Trennwand-Hersteller im Objektbereich gliedern sich nach Subsegment und geografischer Stärke. Im Bereich Mobile und Operable Walls dominieren in Europa Dorma Hüppe aus Westerstede (Variflex-System) und Nüsing aus Belm, gefolgt von Strähle aus Waiblingen und MDS Raumsysteme; in Nordamerika führen Modernfold, Hufcor und Kwik-Wall, ergänzt um die Demountable-Architecture-Spezialisten DIRTT und Falkbuilt aus Kanada. Im Demountable- und Glas-Trennwand-Segment ist die Lindner Group aus Arnstorf europäischer Marktführer mit den Lindner-Life- und Lindner-Logic-Programmen, gefolgt von Maars Living Walls aus den Niederlanden, Strähle, Feco aus Karlsruhe und Vimontec; in Nordamerika dominieren DIRTT, NXTWall, Moderco, Precision Walls und Optima aus dem britischen Markt. Stellwände und Akustik-Screens werden von BuzziSpace aus Antwerpen, Abstracta aus Schweden, Caimi Brevetti mit Snowsound-Technologie, Götessons, Caruso Acoustic, Cascando, Glimåkra of Sweden und Offecct angeführt; die Workplace-Vollsortimenter Vitra, Walter Knoll, Steelcase, Herman Miller, Haworth, König+Neurath, Bene, Wilkhahn und Sedus haben eigene Stellwand-Programme. Im Office-Pod-Segment führt Framery aus Tampere global, gefolgt von Vetrospace aus Helsinki, ROOM aus New York, Mute Labs aus Krakau und Mikomax mit der Hush-Linie. Eine vollständige Übersicht aller von furnomics geführten Marken findet sich im Marken-A–Z-Verzeichnis.
Wie unterscheiden sich Office Pods von klassischen Trennwandsystemen?
Office Pods sind streng genommen keine Trennwände im klassischen Sinn, sondern lichte Mikroarchitektur — eigenständige Klein-Räume von zwei bis acht Quadratmeter Grundfläche mit eigener Belüftung, eigener Beleuchtung, eigener Elektrik und Datenanbindung, eigener Schalldämmung und eigenem akustischem Innenklima — die in der Specifier-Praxis aber als Trennwand-Subsegment behandelt werden, weil sie dieselbe Funktion erfüllen: räumliche Strukturierung und akustische Entkopplung in der offenen Bürofläche. Im Spezifikations-Prozess werden Pods über Möbel-Ausschreibungen beschafft und vom Furnish-Trade montiert, fallen aber regulatorisch in eine Grauzone zwischen Möbel und Bauwerk, was in einzelnen Bundesländern und US-Bundesstaaten zu unterschiedlichen Genehmigungspflichten führt. Die Schalldämmung wird nach einer anderen Norm spezifiziert als bei klassischen Trennwänden: DnT,A in dB nach DIN EN ISO 16283-1 — die Norm-Schallpegeldifferenz A-bewertet, die das gesamte Pod-System einschließlich Türdichtung und Lüftung als Einheit prüft — mit Werten zwischen 28 dB für einfache Phone Booths und 36 dB für Premium-Meeting-Pods. Die Pod-Industrie ist erst nach 2010 entstanden — Framery 2010 gegründet, ROOM 2018 — und hat sich in den vergangenen Jahren von einer Spezialdisziplin zu einer eigenständigen Industrie mit Marktführer-Status entwickelt, deren Volumen in Workplace-Ausschreibungen sich seit 2020 nach Branchen-Tracking-Daten ungefähr verdreifacht hat.
Verwandte Themen
Trennwände im Objektbereich sitzen an mehreren Schnittstellen des Contract-Furniture-Marktes — zwischen Architektur und Möbel, zwischen Bauwirtschaft und Workplace-Industrie, zwischen klassischem Trennwandsystem und Pod-Mikroarchitektur. Die folgenden Themenfelder ergänzen den Trennwand-Hub redaktionell oder grenzen ihn von angrenzenden Kategorien ab.
- Objektmöbel: Markt, Hersteller und Sektoren — der übergeordnete Pillar-Artikel zum internationalen Objektmöbel-Markt mit allen Sektoren und Marken-Übersichten.
- Workplace — der Sektor, in dem Trennwände ihre breiteste Anwendung finden: Open-Plan-Strukturierung, Konferenzräume, Phone Booths und Demountable Glas-Trennwände in Workplace-Architekturen, geführt von Lindner, Maars Living Walls und der Pod-Industrie um Framery und ROOM.
- Hospitality — der Sektor, in dem Operable Walls ihre stärkste Anwendung haben: Hotelballräume, Konferenzbereiche und unterteilbare Veranstaltungsräume mit den Schalldämmwerten und der Brandschutz-Compliance, die internationale Hotelketten verlangen.
- Lounge — die komplementäre Produktkategorie, die im Workplace-Resimercial-Kontext häufig mit Akustik-Stellwänden und Booth-Sofas kombiniert spezifiziert wird, mit Überschneidungen zur Pod-Industrie um BuzziSpace, Mikomax und Framery.
- Sitzmöbel — die komplementäre Produktkategorie, die in Trennwand-strukturierten Räumen die nächsthäufigste Spezifikations-Position einnimmt: Konferenzstühle in unterteilten Bereichen, Lounge-Sessel in Pod-nahen Touchdown-Zonen, Bürostühle in Demountable-Glas-Einzelbüros.
- Tische — die komplementäre Produktkategorie, die in nahezu jeder Trennwand-Konfiguration mitspezifiziert wird: Konferenztische in unterteilten Räumen, Meeting-Tische in Office Pods, Projekttische in Akustik-Stellwand-strukturierten Workplace-Zonen.