
RH und das Mercedes-AMG PETRONAS Formula One Team haben eine mehrjährige Design-Kooperation angekündigt. Der US-Luxusmöbler wird „Global Interior Design & Luxury Furnishings Curator“ des Formel-1-Teams. Klingt nach Luxus, Geschwindigkeit und Markenlack. Ist es auch. Vor allem aber ist es ein sichtbarer Schritt in den internationalen Hospitality- und Contract-Markt.
Ab Ende 2026 sollen von RH gestaltete Umgebungen an Rennstrecken, in Hospitality-Venues, Clubs und im Executive Headquarters des Teams in Großbritannien eingeführt werden. Den Anfang macht Abu Dhabi. Danach sollen Miami, Monaco, Silverstone und weitere Rennen folgen. Das ist kein kleiner Dekorationsauftrag am Rand des Paddocks. Es ist eine Bühne, auf der sehr viel Geld, sehr viel Marke und sehr viele Entscheider unterwegs sind.
Für RH kommt der Deal in einer interessanten Phase. Das Unternehmen ist groß, aber nicht sorgenfrei. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sank der Umsatz um 1,7 Prozent auf 800,3 Mio. Dollar. Belastet wurde das Geschäft unter anderem durch erhöhte Backorder- und Special-Order-Bestände infolge tarifbedingter Beschaffungsprobleme. Gleichzeitig hält RH an einer deutlich optimistischeren Jahreserzählung fest und erwartet für das Gesamtjahr Umsatzwachstum sowie eine deutlich höhere bereinigte EBITDA-Marge.
Genau da wird der Mercedes-Deal spannend. RH erzählt längst nicht mehr nur die Geschichte vom teuren Sofa für den privaten Wohnraum. Paris, Mailand, London, Restaurants, Bars, Design Libraries, Hospitality. Die neuen Galleries sind keine Möbelhäuser im klassischen Sinn. Sie sind begehbare Markenwelten, kuratierte Kulissen und kommerzielle Aufenthaltsräume. In London hat RH gerade gezeigt, wie weit diese Logik inzwischen reicht: Retail, Dining, Tea Salon, Wine Bar, Designinszenierung und historische Architektur in einem Haus.
Diese Logik wandert nun in die Formel 1. RH verkauft Mercedes-AMG PETRONAS nicht einfach Möbel. RH verkauft Kontrolle über Atmosphäre. Über Räume, in denen Sponsoren, Partner, Gäste und VIPs miteinander umgehen. In der Formel 1 sind solche Flächen kein Beiwerk. Sie gehören zum Geschäftsmodell. Dort wird eingeladen, gebunden, verhandelt, beeindruckt. Die Möbel stehen nicht herum. Sie arbeiten.
Für den Contract-Markt liegt genau darin der Punkt. Wer in Lounges, Clubs, Hospitality-Zonen oder Brand Spaces vorne mitspielen will, muss mehr liefern als hübsche Einzelstücke. Es geht um belastbare Abläufe, Projektfähigkeit, internationale Wiederholbarkeit, Logistik, Timing, Materialentscheidungen, Service und Markenführung. Das ist die eigentliche Prüfung für RH. Abu Dhabi, Miami, Monaco und Silverstone sind keine kontrollierten Verkaufsflächen mit kalkulierbarer Frequenz. Das sind unterschiedliche Märkte, Klimazonen, Eventlogiken und Erwartungshaltungen.
Wer dort liefert, beweist mehr als Geschmack. Er beweist, dass sich eine Wohn- und Hospitality-Ästhetik unter Druck skalieren lässt. Genau daran dürfte RH gelegen sein. Der private Wohnmarkt bleibt für große Ticketkäufe schwierig, Zölle und Beschaffung bleiben Störfaktoren, und der Wettbewerb um wohlhabende Kunden wird nicht leiser. Also sucht RH zusätzliche Bühnen und Kundenzugänge. Contract, Hospitality und gebrandete Erlebnisräume können helfen, die Abhängigkeit vom privaten Wohnkauf ein Stück zu verringern. Nicht sofort. Aber strategisch.
Sie wollen den kompletten Artikel lesen?
Verwandte Artikel

RH und das Mercedes-AMG PETRONAS Formula One Team haben eine mehrjährige Design-Kooperation angekündigt. Der US-Luxusmöbler wird „Global Interior Design & Luxury Furnishings Curator“ des Formel-1-Teams. Klingt nach Luxus, Geschwindigkeit und Markenlack. Ist es auch. Vor allem aber ist es ein sichtbarer Schritt in den internationalen Hospitality- und Contract-Markt.
Ab Ende 2026 sollen von RH gestaltete Umgebungen an Rennstrecken, in Hospitality-Venues, Clubs und im Executive Headquarters des Teams in Großbritannien eingeführt werden. Den Anfang macht Abu Dhabi. Danach sollen Miami, Monaco, Silverstone und weitere Rennen folgen. Das ist kein kleiner Dekorationsauftrag am Rand des Paddocks. Es ist eine Bühne, auf der sehr viel Geld, sehr viel Marke und sehr viele Entscheider unterwegs sind.
Für RH kommt der Deal in einer interessanten Phase. Das Unternehmen ist groß, aber nicht sorgenfrei. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sank der Umsatz um 1,7 Prozent auf 800,3 Mio. Dollar. Belastet wurde das Geschäft unter anderem durch erhöhte Backorder- und Special-Order-Bestände infolge tarifbedingter Beschaffungsprobleme. Gleichzeitig hält RH an einer deutlich optimistischeren Jahreserzählung fest und erwartet für das Gesamtjahr Umsatzwachstum sowie eine deutlich höhere bereinigte EBITDA-Marge.
Genau da wird der Mercedes-Deal spannend. RH erzählt längst nicht mehr nur die Geschichte vom teuren Sofa für den privaten Wohnraum. Paris, Mailand, London, Restaurants, Bars, Design Libraries, Hospitality. Die neuen Galleries sind keine Möbelhäuser im klassischen Sinn. Sie sind begehbare Markenwelten, kuratierte Kulissen und kommerzielle Aufenthaltsräume. In London hat RH gerade gezeigt, wie weit diese Logik inzwischen reicht: Retail, Dining, Tea Salon, Wine Bar, Designinszenierung und historische Architektur in einem Haus.
Diese Logik wandert nun in die Formel 1. RH verkauft Mercedes-AMG PETRONAS nicht einfach Möbel. RH verkauft Kontrolle über Atmosphäre. Über Räume, in denen Sponsoren, Partner, Gäste und VIPs miteinander umgehen. In der Formel 1 sind solche Flächen kein Beiwerk. Sie gehören zum Geschäftsmodell. Dort wird eingeladen, gebunden, verhandelt, beeindruckt. Die Möbel stehen nicht herum. Sie arbeiten.
Für den Contract-Markt liegt genau darin der Punkt. Wer in Lounges, Clubs, Hospitality-Zonen oder Brand Spaces vorne mitspielen will, muss mehr liefern als hübsche Einzelstücke. Es geht um belastbare Abläufe, Projektfähigkeit, internationale Wiederholbarkeit, Logistik, Timing, Materialentscheidungen, Service und Markenführung. Das ist die eigentliche Prüfung für RH. Abu Dhabi, Miami, Monaco und Silverstone sind keine kontrollierten Verkaufsflächen mit kalkulierbarer Frequenz. Das sind unterschiedliche Märkte, Klimazonen, Eventlogiken und Erwartungshaltungen.
Wer dort liefert, beweist mehr als Geschmack. Er beweist, dass sich eine Wohn- und Hospitality-Ästhetik unter Druck skalieren lässt. Genau daran dürfte RH gelegen sein. Der private Wohnmarkt bleibt für große Ticketkäufe schwierig, Zölle und Beschaffung bleiben Störfaktoren, und der Wettbewerb um wohlhabende Kunden wird nicht leiser. Also sucht RH zusätzliche Bühnen und Kundenzugänge. Contract, Hospitality und gebrandete Erlebnisräume können helfen, die Abhängigkeit vom privaten Wohnkauf ein Stück zu verringern. Nicht sofort. Aber strategisch.

