Gucci-Erfahrung für die Möbelikone
Poltrona Frau startet mit Baldi nächste Wachstumsphase

Bei Poltrona Frau endet eine lange Führungsära – und die Nachfolge kommt aus einer anderen Ecke des Luxusgeschäfts. Giovanni Baldi hat zum 1. September 2026 den Posten des Chief Executive Officer übernommen. Zuvor war er President EMEA bei Dolce&Gabbana, davor arbeitete er mehr als 20 Jahre für Gucci. Damit setzt Poltrona Frau künftig auf einen Manager, der internationale Luxusmärkte, Retail und Wholesale aus der Modebranche kennt.
Baldi folgt auf Nicola Coropulis. Der war 18 Jahre für Poltrona Frau tätig, davon zehn Jahre als CEO. Ganz verschwindet er allerdings nicht: Coropulis bleibt als Strategic Advisor an Bord und soll Baldi während der Übergangsphase unterstützen. Das spricht eher für einen kontrollierten Stabwechsel als für einen radikalen Kursbruch.
Poltrona Frau selbst nennt die Ernennung den Beginn einer neuen Phase internationalen Wachstums. Baldi soll die internationale Entwicklung fortsetzen, Beziehungen zu Kunden und Partnern stärken und zusätzliche Chancen in wichtigen Märkten erschließen. Konkrete Wachstumsziele nennt das Unternehmen nicht.
Interessanter als diese Übergabeformeln ist Baldis Herkunft. Mit Gucci und Dolce&Gabbana bringt er mehr als 25 Jahre Erfahrung aus einem Luxusgeschäft mit, in dem Markenführung, internationale Vertriebsnetze, Kundenerlebnis und Preisdurchsetzung mindestens so wichtig sind wie das eigentliche Produkt. Für Poltrona Frau ist das keine nebensächliche Qualifikation. Die Grenzen zwischen Möbel-, Fashion- und Lifestyle-Luxus werden seit Jahren durchlässiger.
Auch die wirtschaftliche Größenordnung braucht allerdings etwas Differenzierung. Für die Poltrona Frau S.p.A. werden für 2024 gut 201 Mio. Euro Umsatz ausgewiesen. Ein italienischer Unternehmensdatenanbieter nennt ein EBITDA von knapp 29 Mio. Euro. Diese Zahlen betreffen jedoch die Gesellschaft insgesamt und sollten nicht ohne Weiteres mit dem klassischen Möbelgeschäft gleichgesetzt werden.
Poltrona Frau arbeitet schließlich nicht nur im Residential-Geschäft. Neben Residential Living und Custom Interiors gehört auch die Geschäftseinheit In Motion zur Marke. Sie ist unter anderem in Automotive, Aviation, Rail und Yachting aktiv. Wie genau die einzelnen Geschäftsbereiche in den veröffentlichten Gesellschaftszahlen konsolidiert sind, ist aus den frei verfügbaren Angaben nicht eindeutig abzulesen. Eine reine Möbelumsatz-Zahl lässt sich daraus deshalb nicht sauber ableiten.
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Gucci-Erfahrung für die Möbelikone
Poltrona Frau startet mit Baldi nächste Wachstumsphase

Bei Poltrona Frau endet eine lange Führungsära – und die Nachfolge kommt aus einer anderen Ecke des Luxusgeschäfts. Giovanni Baldi hat zum 1. September 2026 den Posten des Chief Executive Officer übernommen. Zuvor war er President EMEA bei Dolce&Gabbana, davor arbeitete er mehr als 20 Jahre für Gucci. Damit setzt Poltrona Frau künftig auf einen Manager, der internationale Luxusmärkte, Retail und Wholesale aus der Modebranche kennt.
Baldi folgt auf Nicola Coropulis. Der war 18 Jahre für Poltrona Frau tätig, davon zehn Jahre als CEO. Ganz verschwindet er allerdings nicht: Coropulis bleibt als Strategic Advisor an Bord und soll Baldi während der Übergangsphase unterstützen. Das spricht eher für einen kontrollierten Stabwechsel als für einen radikalen Kursbruch.
Poltrona Frau selbst nennt die Ernennung den Beginn einer neuen Phase internationalen Wachstums. Baldi soll die internationale Entwicklung fortsetzen, Beziehungen zu Kunden und Partnern stärken und zusätzliche Chancen in wichtigen Märkten erschließen. Konkrete Wachstumsziele nennt das Unternehmen nicht.
Interessanter als diese Übergabeformeln ist Baldis Herkunft. Mit Gucci und Dolce&Gabbana bringt er mehr als 25 Jahre Erfahrung aus einem Luxusgeschäft mit, in dem Markenführung, internationale Vertriebsnetze, Kundenerlebnis und Preisdurchsetzung mindestens so wichtig sind wie das eigentliche Produkt. Für Poltrona Frau ist das keine nebensächliche Qualifikation. Die Grenzen zwischen Möbel-, Fashion- und Lifestyle-Luxus werden seit Jahren durchlässiger.
Auch die wirtschaftliche Größenordnung braucht allerdings etwas Differenzierung. Für die Poltrona Frau S.p.A. werden für 2024 gut 201 Mio. Euro Umsatz ausgewiesen. Ein italienischer Unternehmensdatenanbieter nennt ein EBITDA von knapp 29 Mio. Euro. Diese Zahlen betreffen jedoch die Gesellschaft insgesamt und sollten nicht ohne Weiteres mit dem klassischen Möbelgeschäft gleichgesetzt werden.
Poltrona Frau arbeitet schließlich nicht nur im Residential-Geschäft. Neben Residential Living und Custom Interiors gehört auch die Geschäftseinheit In Motion zur Marke. Sie ist unter anderem in Automotive, Aviation, Rail und Yachting aktiv. Wie genau die einzelnen Geschäftsbereiche in den veröffentlichten Gesellschaftszahlen konsolidiert sind, ist aus den frei verfügbaren Angaben nicht eindeutig abzulesen. Eine reine Möbelumsatz-Zahl lässt sich daraus deshalb nicht sauber ableiten.
