Gefühl statt grüner Tapete
Corinna Kretschmar-Joehnk skizziert Hospitality der Zukunft

„Das ist, glaube ich, das Wichtigste heutzutage, dass du irgendwo reingehst und besser wieder rauskommst.“ Corinna Kretschmar-Joehnk hat für ihre Vorstellung von gutem Design keinen neuen Zertifizierungsstandard, keine komplizierte Formel und zunächst auch keinen CO₂-Wert gebraucht. Nur diesen Satz. Ein Hotel, ein Büro, ein Fitnessraum oder ein Restaurant sollte Menschen im günstigsten Fall gesünder, entspannter oder zumindest etwas besser gelaunt wieder entlassen, als es sie empfangen hat.
Bei der SommerWerkschau26 am 16. Juli 2026 im Alten Fruchthof in München hatte die Gründerin und heutige Senior Advisor von JOI-Design eigentlich über Green Hospitality Design sprechen wollen. Auf der Bühne änderte sie das Thema kurzerhand. „Empathisches Design“ nannte sie es nun. Das war vermutlich die bessere Entscheidung. Grün ist inzwischen schließlich fast jedes zweite Moodboard. Empathie verlangt etwas mehr Erklärung.
Kretschmar-Joehnk setzte dafür ziemlich weit vorne an. Zukunft, sagte sie, sei kein geheimnisvoller Zustand in dreißig Jahren. Zukunft beginne in drei Minuten. Und wer morgens noch im Bett das Telefon einschaltet und Nachrichten, Krisen, Klimawandel und die übrige Weltlage auf sich einprasseln lässt, kann zumindest erahnen, warum Räume heute nicht unbedingt noch einen weiteren Reizwettbewerb eröffnen müssen.
Ihre Leitmotive sind entsprechend groß geraten: Gesundheit, Verantwortung, Natur, Kultur, Gemeinschaft, Authentizität und über allem Nachhaltigkeit. Letztere sollte für Kretschmar-Joehnk eigentlich gar kein besonderes Verkaufsargument mehr sein. Nachhaltigkeit müsse „sowieso über allem stehen“. Das ist ein sympathischer Gedanke – und einer, an dem die Branche noch eine Weile arbeiten dürfte. Solange ressourcenschonendes Bauen als bemerkenswert gilt, ist es offensichtlich noch nicht selbstverständlich.
Spannender wurde der Vortrag dort, wo Kretschmar-Joehnk ihre Begriffe an konkrete Räume band. Beim Thema Gesundheit zeigte sie unter anderem einen Klangmeditationsraum im Dusit Thani in Bangkok und Projekte aus dem eigenen Büro. Ihre ziemlich praktische Forderung: Fitnessbereiche gehören nicht reflexartig in den Keller. Tageslicht, Aussicht, Kunst und Natur können aus einer Fläche für Laufbänder einen Ort machen, an dem Menschen tatsächlich gern etwas für sich tun.
Das klingt banal. Ist es aber nur, weil jahrzehntelang erstaunlich viel Hospitality so geplant wurde, als bräuchten ausgerechnet jene Räume, in denen sich Gäste erholen oder bewegen sollen, keine Fenster. In einem JOI-Design-Projekt in Lenggries wanderte der Fitnessbereich deshalb nach oben. Berge statt Betonwand. Man muss dafür keine neue Designtheorie erfinden.
Auch zwischen Hotel und Büro zieht Kretschmar-Joehnk kaum noch eine harte Grenze. Coworking zieht in Hotels ein, Hospitality in Offices. Für das europäische Olympus-Headquarter in Hamburg entstanden Bereiche, in denen gearbeitet, gegessen, gesprochen und auch einmal in einer Schaukel gedacht werden kann. Ihr Argument: Wer viele Stunden am Arbeitsplatz verbringt, sollte dort möglichst nicht krank werden. Das klingt nach einer erstaunlich niedrigen Messlatte für gute Büroplanung. Dass sie trotzdem erwähnenswert ist, sagt einiges.
Empathisches Design bedeutet bei Kretschmar-Joehnk außerdem, Nutzer nicht nur als abstrakte Zielgruppen zu behandeln. Beim Entwurf eines Kinderbereichs auf einem Flusskreuzfahrtschiff wurden Kinder selbst gefragt. Die wünschten sich unter anderem eine Höhle. Aus Planersicht unpraktisch: schlecht einzusehen, schlecht zu reinigen. Aus Kindersicht offenbar hervorragend. Die Höhle werde stark genutzt, berichtete Kretschmar-Joehnk. Manchmal beginnt Nutzerorientierung dort, wo die perfekte Reinigungslogik endet.
Ähnlich argumentierte sie beim Senior Living. Warum sollten Menschen, nur weil sie älter werden, plötzlich Gefallen an jener konservativen Ästhetik finden, die jahrzehntelang als optische Kurzform für betreutes Wohnen diente? Kretschmar-Joehnk plädierte stattdessen für Lebenswelten, die näher an den Gewohnheiten und Ansprüchen ihrer Bewohner liegen. Das klingt ebenfalls selbstverständlich. Die Realität vieler Einrichtungen zeigt, dass Selbstverständlichkeiten im Design erstaunlich hart erarbeitet werden müssen.
Dann wurde aus Empathie Gemeinschaft. In Showrooms, Hotels und Clubs interessieren Kretschmar-Joehnk weniger die schönsten Einzelobjekte als Räume, in denen Menschen tatsächlich etwas miteinander anfangen. Beim Alila Shanghai faszinierte sie deshalb ausgerechnet ein künstlicher Baum. „Gathering“ heißt die Arbeit des chinesischen Künstlers Oscar Wang. Der silbrig schimmernde Baum bildet im begrünten Innenbereich einen Mittelpunkt, um den herum sich Wege, Wasser und Aufenthaltsflächen organisieren.
Der Name passte Kretschmar-Joehnk fast zu gut. Gathering – Zusammenkommen – sei genau das, was Menschen wieder bräuchten. Früher hätten Brunnen, Marktplätze, Maibäume oder die Stufen vor einer italienischen Kirche diese Aufgabe erfüllt. Heute baut man dafür unter Umständen einen fünf Meter hohen Kunstbaum in ein Luxushotel. Die gesellschaftliche Sehnsucht ist offenbar älter als das Geschäftsmodell.
Besonders ausführlich beschäftigte sich Kretschmar-Joehnk mit Six Senses London. Das Hotel ist in das frühere Whiteleys-Warenhaus integriert und verbindet Hospitality, Spa, Mitgliederclub und Nachhaltigkeitsprogramme. Die historische Haupttreppe wurde restauriert und wieder eingebaut; Pflanzen stehen dort sogar in ehemaligen Vitrinen. Kräuter werden in Workshops zu Tinkturen und Tonics verarbeitet, Fermentation gehört zum gastronomischen Konzept, und der Mitgliederclub soll Gemeinschaft und Wohlbefinden zusammenbringen.
Das ist beeindruckend konsequent inszeniert. Es zeigt allerdings auch die wirtschaftliche Seite des neuen Wohlbefindens. Wellness ist längst keine Zusatzleistung mehr, sondern Produkt, Programm und Mitgliedschaft. Nachhaltigkeit und Longevity werden damit Teil eines Luxusangebots. Das macht sie nicht automatisch unglaubwürdig. Aber eine Grünpflanze im Schrank hebt den Ressourcenverbrauch eines internationalen Luxushotels eben auch nicht magisch auf.
Kretschmar-Joehnks stärkste Beispiele brauchen diesen moralischen Überschuss gar nicht. Natur könne in Räume über Pflanzen, Wasser, Holz, Farben oder abstrakte Formen gelangen. Entscheidend sei, dass sie mehr ist als dekoratives Alibi. In Bangkok zeigte sie das Hotel The Siam, in Shanghai Alila, auf einem Flusskreuzfahrtschiff übersetzte JOI-Design die vorbeiziehenden Uferlandschaften in Materialität und Farbe. Der Ort soll nicht hinter einer globalisierten Designhandschrift verschwinden.
Genau deshalb wurde Kultur für Kretschmar-Joehnk zum nächsten Leitmotiv. Sie kommt aus einer Musikerfamilie und beschreibt Kultur als persönlichen roten Faden ihrer Arbeit. Das viel zitierte „Storytelling“ hält sie selbst inzwischen für reichlich überstrapaziert. Ihr Punkt ist trotzdem richtig: Ein Konzept wird nicht automatisch lokal, weil irgendwo ein historisches Foto hängt und die Cocktailkarte einen regionalen Namen trägt. Kultur muss tiefer in Material, Form, Handwerk und Geschichte sitzen.
Bei einem Projekt am Tegernsee arbeitete JOI-Design beispielsweise mit der historischen Figur Caroline von Bayern als Muse. Weiche Formen, textile Details und zurückhaltende Hinweise übersetzten deren Geschichte, ohne daraus einen Themenpark zu bauen. In Agra wiederum griff das Team florale Einlegearbeiten des Taj Mahal nicht mit hartem Marmor am Bettkopf auf, sondern übertrug sie als Stickerei auf einen hellen Stoff. Referenz statt Replik – eine Unterscheidung, die manchem „lokal inspirierten“ Hotel guttun würde.
Und dann kam Kretschmar-Joehnks vielleicht zeitgemäßeste These: „Authentizität ist doch die wahre und ehrliche, die beste Antwort auf KI.“ Als Definition von künstlicher Intelligenz ist das etwas kurz geraten. Als Designposition funktioniert es besser. Je leichter Bilder, Geschichten und ganze Stilwelten synthetisch erzeugt werden können, desto wertvoller werden Dinge, die tatsächlich an einen Ort, seine Menschen und seine Geschichte gebunden sind.
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Gefühl statt grüner Tapete
Corinna Kretschmar-Joehnk skizziert Hospitality der Zukunft

„Das ist, glaube ich, das Wichtigste heutzutage, dass du irgendwo reingehst und besser wieder rauskommst.“ Corinna Kretschmar-Joehnk hat für ihre Vorstellung von gutem Design keinen neuen Zertifizierungsstandard, keine komplizierte Formel und zunächst auch keinen CO₂-Wert gebraucht. Nur diesen Satz. Ein Hotel, ein Büro, ein Fitnessraum oder ein Restaurant sollte Menschen im günstigsten Fall gesünder, entspannter oder zumindest etwas besser gelaunt wieder entlassen, als es sie empfangen hat.
Bei der SommerWerkschau26 am 16. Juli 2026 im Alten Fruchthof in München hatte die Gründerin und heutige Senior Advisor von JOI-Design eigentlich über Green Hospitality Design sprechen wollen. Auf der Bühne änderte sie das Thema kurzerhand. „Empathisches Design“ nannte sie es nun. Das war vermutlich die bessere Entscheidung. Grün ist inzwischen schließlich fast jedes zweite Moodboard. Empathie verlangt etwas mehr Erklärung.
Kretschmar-Joehnk setzte dafür ziemlich weit vorne an. Zukunft, sagte sie, sei kein geheimnisvoller Zustand in dreißig Jahren. Zukunft beginne in drei Minuten. Und wer morgens noch im Bett das Telefon einschaltet und Nachrichten, Krisen, Klimawandel und die übrige Weltlage auf sich einprasseln lässt, kann zumindest erahnen, warum Räume heute nicht unbedingt noch einen weiteren Reizwettbewerb eröffnen müssen.
Ihre Leitmotive sind entsprechend groß geraten: Gesundheit, Verantwortung, Natur, Kultur, Gemeinschaft, Authentizität und über allem Nachhaltigkeit. Letztere sollte für Kretschmar-Joehnk eigentlich gar kein besonderes Verkaufsargument mehr sein. Nachhaltigkeit müsse „sowieso über allem stehen“. Das ist ein sympathischer Gedanke – und einer, an dem die Branche noch eine Weile arbeiten dürfte. Solange ressourcenschonendes Bauen als bemerkenswert gilt, ist es offensichtlich noch nicht selbstverständlich.
Spannender wurde der Vortrag dort, wo Kretschmar-Joehnk ihre Begriffe an konkrete Räume band. Beim Thema Gesundheit zeigte sie unter anderem einen Klangmeditationsraum im Dusit Thani in Bangkok und Projekte aus dem eigenen Büro. Ihre ziemlich praktische Forderung: Fitnessbereiche gehören nicht reflexartig in den Keller. Tageslicht, Aussicht, Kunst und Natur können aus einer Fläche für Laufbänder einen Ort machen, an dem Menschen tatsächlich gern etwas für sich tun.
Das klingt banal. Ist es aber nur, weil jahrzehntelang erstaunlich viel Hospitality so geplant wurde, als bräuchten ausgerechnet jene Räume, in denen sich Gäste erholen oder bewegen sollen, keine Fenster. In einem JOI-Design-Projekt in Lenggries wanderte der Fitnessbereich deshalb nach oben. Berge statt Betonwand. Man muss dafür keine neue Designtheorie erfinden.
Auch zwischen Hotel und Büro zieht Kretschmar-Joehnk kaum noch eine harte Grenze. Coworking zieht in Hotels ein, Hospitality in Offices. Für das europäische Olympus-Headquarter in Hamburg entstanden Bereiche, in denen gearbeitet, gegessen, gesprochen und auch einmal in einer Schaukel gedacht werden kann. Ihr Argument: Wer viele Stunden am Arbeitsplatz verbringt, sollte dort möglichst nicht krank werden. Das klingt nach einer erstaunlich niedrigen Messlatte für gute Büroplanung. Dass sie trotzdem erwähnenswert ist, sagt einiges.
Empathisches Design bedeutet bei Kretschmar-Joehnk außerdem, Nutzer nicht nur als abstrakte Zielgruppen zu behandeln. Beim Entwurf eines Kinderbereichs auf einem Flusskreuzfahrtschiff wurden Kinder selbst gefragt. Die wünschten sich unter anderem eine Höhle. Aus Planersicht unpraktisch: schlecht einzusehen, schlecht zu reinigen. Aus Kindersicht offenbar hervorragend. Die Höhle werde stark genutzt, berichtete Kretschmar-Joehnk. Manchmal beginnt Nutzerorientierung dort, wo die perfekte Reinigungslogik endet.
Ähnlich argumentierte sie beim Senior Living. Warum sollten Menschen, nur weil sie älter werden, plötzlich Gefallen an jener konservativen Ästhetik finden, die jahrzehntelang als optische Kurzform für betreutes Wohnen diente? Kretschmar-Joehnk plädierte stattdessen für Lebenswelten, die näher an den Gewohnheiten und Ansprüchen ihrer Bewohner liegen. Das klingt ebenfalls selbstverständlich. Die Realität vieler Einrichtungen zeigt, dass Selbstverständlichkeiten im Design erstaunlich hart erarbeitet werden müssen.
Dann wurde aus Empathie Gemeinschaft. In Showrooms, Hotels und Clubs interessieren Kretschmar-Joehnk weniger die schönsten Einzelobjekte als Räume, in denen Menschen tatsächlich etwas miteinander anfangen. Beim Alila Shanghai faszinierte sie deshalb ausgerechnet ein künstlicher Baum. „Gathering“ heißt die Arbeit des chinesischen Künstlers Oscar Wang. Der silbrig schimmernde Baum bildet im begrünten Innenbereich einen Mittelpunkt, um den herum sich Wege, Wasser und Aufenthaltsflächen organisieren.
Der Name passte Kretschmar-Joehnk fast zu gut. Gathering – Zusammenkommen – sei genau das, was Menschen wieder bräuchten. Früher hätten Brunnen, Marktplätze, Maibäume oder die Stufen vor einer italienischen Kirche diese Aufgabe erfüllt. Heute baut man dafür unter Umständen einen fünf Meter hohen Kunstbaum in ein Luxushotel. Die gesellschaftliche Sehnsucht ist offenbar älter als das Geschäftsmodell.
Besonders ausführlich beschäftigte sich Kretschmar-Joehnk mit Six Senses London. Das Hotel ist in das frühere Whiteleys-Warenhaus integriert und verbindet Hospitality, Spa, Mitgliederclub und Nachhaltigkeitsprogramme. Die historische Haupttreppe wurde restauriert und wieder eingebaut; Pflanzen stehen dort sogar in ehemaligen Vitrinen. Kräuter werden in Workshops zu Tinkturen und Tonics verarbeitet, Fermentation gehört zum gastronomischen Konzept, und der Mitgliederclub soll Gemeinschaft und Wohlbefinden zusammenbringen.
Das ist beeindruckend konsequent inszeniert. Es zeigt allerdings auch die wirtschaftliche Seite des neuen Wohlbefindens. Wellness ist längst keine Zusatzleistung mehr, sondern Produkt, Programm und Mitgliedschaft. Nachhaltigkeit und Longevity werden damit Teil eines Luxusangebots. Das macht sie nicht automatisch unglaubwürdig. Aber eine Grünpflanze im Schrank hebt den Ressourcenverbrauch eines internationalen Luxushotels eben auch nicht magisch auf.
Kretschmar-Joehnks stärkste Beispiele brauchen diesen moralischen Überschuss gar nicht. Natur könne in Räume über Pflanzen, Wasser, Holz, Farben oder abstrakte Formen gelangen. Entscheidend sei, dass sie mehr ist als dekoratives Alibi. In Bangkok zeigte sie das Hotel The Siam, in Shanghai Alila, auf einem Flusskreuzfahrtschiff übersetzte JOI-Design die vorbeiziehenden Uferlandschaften in Materialität und Farbe. Der Ort soll nicht hinter einer globalisierten Designhandschrift verschwinden.
Genau deshalb wurde Kultur für Kretschmar-Joehnk zum nächsten Leitmotiv. Sie kommt aus einer Musikerfamilie und beschreibt Kultur als persönlichen roten Faden ihrer Arbeit. Das viel zitierte „Storytelling“ hält sie selbst inzwischen für reichlich überstrapaziert. Ihr Punkt ist trotzdem richtig: Ein Konzept wird nicht automatisch lokal, weil irgendwo ein historisches Foto hängt und die Cocktailkarte einen regionalen Namen trägt. Kultur muss tiefer in Material, Form, Handwerk und Geschichte sitzen.
Bei einem Projekt am Tegernsee arbeitete JOI-Design beispielsweise mit der historischen Figur Caroline von Bayern als Muse. Weiche Formen, textile Details und zurückhaltende Hinweise übersetzten deren Geschichte, ohne daraus einen Themenpark zu bauen. In Agra wiederum griff das Team florale Einlegearbeiten des Taj Mahal nicht mit hartem Marmor am Bettkopf auf, sondern übertrug sie als Stickerei auf einen hellen Stoff. Referenz statt Replik – eine Unterscheidung, die manchem „lokal inspirierten“ Hotel guttun würde.
Und dann kam Kretschmar-Joehnks vielleicht zeitgemäßeste These: „Authentizität ist doch die wahre und ehrliche, die beste Antwort auf KI.“ Als Definition von künstlicher Intelligenz ist das etwas kurz geraten. Als Designposition funktioniert es besser. Je leichter Bilder, Geschichten und ganze Stilwelten synthetisch erzeugt werden können, desto wertvoller werden Dinge, die tatsächlich an einen Ort, seine Menschen und seine Geschichte gebunden sind.
