Arbeiten im Säulengang
Barbarito Bancel bauen Hennessy Village in der Charente
Für Hennessy hat das Pariser Büro Barbarito Bancel Architectes in der Charente einen Neubau aus vorgefertigtem Holz errichtet: rund 4.000 Quadratmeter für Arbeit, Empfang, Ausstellung und Gastronomie. Die aufschlussreichsten Arbeitsplätze liegen dort, wo man sie am wenigsten sucht – auf dem Weg dorthin.
Salles-d’Angles, Gewerbegebiet Le Pont Neuf. Hier füllt Hennessy ab, ringsum ziehen sich Weinberge über die Hügel der Charente. Auf dem Gelände des Abfüllbetriebs steht seit 2025 das Hennessy Village, ein Neubau mit 4.068 Quadratmetern Geschossfläche, 3.876 davon Nutzfläche. Entworfen haben ihn Ivana Barbarito und Benjamin Bancel, deren Büro auch die Landschaftsplanung übernahm. Ein Dorf ist es dem Namen nach. Unter einem Dach versammelt es Büros, Empfang, Ausstellung und Restaurant.
Die Erschließung ist als Folge von Säulengängen angelegt, nach Darstellung der Architekten nach dem Vorbild einer Hypostylhalle. Kaffeestationen, Nischen und gemeinsame Tische machen aus den Gängen mehr als Verkehrsfläche. Der Flur ist hier kein Restraum zwischen zwei Türen, sondern Teil des Arbeitsangebots.
Nach Süden öffnet sich das Haus zu den Weinbergen. Die hölzernen Galerien auf dieser Seite sollen zugleich Ort der Zusammenarbeit und passiver Sonnenschutz sein. Nach Norden liegt ein gemeinsamer Gartenhof um einen Wasserspiegel, an dem die Aktivitäten zweier Gebäude zusammenkommen.
Wie viel Cognac steckt in einem Bürogebäude? Mehr, als die Adresse im Gewerbegebiet vermuten lässt. Das Haus soll den Austausch zwischen den Berufen fördern, ausdrücklich auch mit so sensiblen wie dem des „Nez“. Am Eaux-de-vie-Tresen werden die Winzer empfangen, der Degustationsraum ist auf Diskretion und Konzentration ausgelegt, und der Speisesaal verbindet Empfang und Arbeitsplatz.
Im Zentrum liegt die „Place du Village“, ein doppelt hoher Raum hinter bernsteinfarbenem Glas, der nach dem Willen der Architekten mehr sein soll als ein Restaurant. Die Unterseite des Vordachs ist tiefrot gefasst; die Architekten verstehen das als Anspielung auf die bernsteinfarbenen Reflexe des Cognacs. Die Farbpalette liefert das Produkt gleich mit.
Getragen wird das Haus von vorgefertigten Holzstützen und -balken in einem regelmäßigen Raster. Ausgeführt hat es GA Smart Building gemeinsam mit dem Holzbauer Ossabois, die Tragwerksplanung lag bei Somete. Das Gebäude soll den Boden schonen und sich später zurückbauen lassen; zertifiziert ist es nach HQE mit „Excellent“ sowie mit dem französischen Label E+C−. Auf einem Industriegelände, das für Dauer gebaut ist, steht damit ein Haus, das seinen eigenen Rückbau bereits mitdenkt.
Für Planer und Ausstatter aufschlussreich ist die Liste der Gewerke: Den Innenausbau übernahmen Blomkal und Elypso, das Parkett stammt vom Atelier JCT, die Leuchten von Odeli. Die Akustikplanung verantwortete Meta Acoustique, Signaletik und Ausstellungssysteme das studio +fortuna.
Für Moët Hennessy arbeitet das Büro nicht zum ersten Mal. Barbarito Bancel gestaltete bereits die Pariser Arbeitswelten des Konzerns in den oberen Etagen des Bon Marché an der Rue de Sèvres, mehr als 10.000 Quadratmeter, und realisierte mehrere Projekte für Dior. In Paris musste ein historisches Kaufhaus zum Büro werden. In der Charente genügten ein Weinberg als Gegenüber und ein Flur, der mehr sein darf als ein Weg.
Projekt: Hennessy Village
- Standort: Salles-d’Angles, Charente, Frankreich
- Auftraggeber: Hennessy
- Fläche: 4.068 m² Geschossfläche, 3.876 m² Nutzfläche
- Programm: Büros, Empfang, Ausstellung, Restaurant, Degustation
- Architektur und Landschaft: Barbarito Bancel Architectes
- Tragwerksplanung: Somete
- Gebäudetechnik: Cap Ingelec
- Akustik: Meta Acoustique
- Generalunternehmer: GA Smart Building mit Ossabois (Holzbau)
- Innenausbau: Blomkal, Elypso
- Signaletik: studio +fortuna
- Zertifizierung: HQE Excellent, E+C−
- Fertigstellung: 2025
- Fotografie: Alessandra Chemollo
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Salles-d’Angles, Gewerbegebiet Le Pont Neuf. Hier füllt Hennessy ab, ringsum ziehen sich Weinberge über die Hügel der Charente. Auf dem Gelände des Abfüllbetriebs steht seit 2025 das Hennessy Village, ein Neubau mit 4.068 Quadratmetern Geschossfläche, 3.876 davon Nutzfläche. Entworfen haben ihn Ivana Barbarito und Benjamin Bancel, deren Büro auch die Landschaftsplanung übernahm. Ein Dorf ist es dem Namen nach. Unter einem Dach versammelt es Büros, Empfang, Ausstellung und Restaurant.
Die Erschließung ist als Folge von Säulengängen angelegt, nach Darstellung der Architekten nach dem Vorbild einer Hypostylhalle. Kaffeestationen, Nischen und gemeinsame Tische machen aus den Gängen mehr als Verkehrsfläche. Der Flur ist hier kein Restraum zwischen zwei Türen, sondern Teil des Arbeitsangebots.
Nach Süden öffnet sich das Haus zu den Weinbergen. Die hölzernen Galerien auf dieser Seite sollen zugleich Ort der Zusammenarbeit und passiver Sonnenschutz sein. Nach Norden liegt ein gemeinsamer Gartenhof um einen Wasserspiegel, an dem die Aktivitäten zweier Gebäude zusammenkommen.
Wie viel Cognac steckt in einem Bürogebäude? Mehr, als die Adresse im Gewerbegebiet vermuten lässt. Das Haus soll den Austausch zwischen den Berufen fördern, ausdrücklich auch mit so sensiblen wie dem des „Nez“. Am Eaux-de-vie-Tresen werden die Winzer empfangen, der Degustationsraum ist auf Diskretion und Konzentration ausgelegt, und der Speisesaal verbindet Empfang und Arbeitsplatz.
Im Zentrum liegt die „Place du Village“, ein doppelt hoher Raum hinter bernsteinfarbenem Glas, der nach dem Willen der Architekten mehr sein soll als ein Restaurant. Die Unterseite des Vordachs ist tiefrot gefasst; die Architekten verstehen das als Anspielung auf die bernsteinfarbenen Reflexe des Cognacs. Die Farbpalette liefert das Produkt gleich mit.
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Projekt: Hennessy Village
- Standort: Salles-d’Angles, Charente, Frankreich
- Auftraggeber: Hennessy
- Fläche: 4.068 m² Geschossfläche, 3.876 m² Nutzfläche
- Programm: Büros, Empfang, Ausstellung, Restaurant, Degustation
- Architektur und Landschaft: Barbarito Bancel Architectes
- Tragwerksplanung: Somete
- Gebäudetechnik: Cap Ingelec
- Akustik: Meta Acoustique
- Generalunternehmer: GA Smart Building mit Ossabois (Holzbau)
- Innenausbau: Blomkal, Elypso
- Signaletik: studio +fortuna
- Zertifizierung: HQE Excellent, E+C−
- Fertigstellung: 2025
- Fotografie: Alessandra Chemollo








