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Mandarin Oriental Downtown Dubai

Hospitality-Programm im Wasl Tower

29.04.2026 | 14:39

Fotos: Ahmad Alnaji – SARAB

Im Wasl Tower an der Sheikh Zayed Road hat das Mandarin Oriental Downtown im November 2025 den Betrieb aufgenommen. Das 302 Meter hohe Hochhaus mit der höchsten keramischen Fassadenkonstruktion der Region entstand nach Entwurf des Amsterdamer Büros UNStudio mit dem Stuttgarter Engineering-Büro Werner Sobek als Lead Consultant. Es beherbergt 259 Zimmer und Suiten, 224 ab 2026 zu beziehende Residenzen sowie zehn gastronomische Outlets, verteilt über mehrere Geschosse.

Vertikale Programmverteilung statt bodengebundener Lobby

Charakteristisch für das Hospitality-Konzept ist die Auflösung der klassischen Hotel-Erdgeschosslogik. Statt einer Bodenrezeption gelangen Gäste über Express-Aufzüge auf 150 Metern Höhe zur Hotellobby auf den Geschossen 35 bis 37. Wellness-Bereich und Pool-Terrasse liegen auf den Etagen 11 und 12, Spätabend-Outlets auf den Geschossen 61 und 62. Insgesamt 17 Aufzüge — fünf davon im Service-Betrieb — bedienen das Mixed-Use-Programm mit getrennten Erschließungen für Hotel, Büros, Gastronomie und Residenzen. Der 1.000 m² große, säulenfreie Oriental Ballroom mit angrenzenden Pre-Function-Bereichen ist über eine Brücke baulich an den Tower angeschlossen.

Drei Innenarchitekturbüros, drei Programmsegmente

Die Aufgabenteilung in der Innenarchitektur folgt der Programmstruktur. Für die Hotelbereiche — Zimmer, Suiten, Lobby, Club Lounge, Wellness — zeichnet G.A Group aus London verantwortlich. Die Materialsprache fällt zurückhaltend aus: warme Hölzer, Sand-, Bronze- und gedämpfte Goldtöne; die Möblierung ist überwiegend objektgefertigt. Eine kuratierte Kunstsammlung mit regionalen und internationalen Positionen zieht sich durch die öffentlichen Bereiche.

Die zehn F&B-Outlets verantwortet LW Design Group aus Dubai — ein seit 1999 ansässiges Büro, das Mandarin Oriental, Hyatt, Marriott, IHG, Four Seasons und Jumeirah über mehrere Häuser hinweg betreut. Die Lichtplanung der Innenräume liegt bei DPA Lighting (London/Dubai), während die Fassadenbeleuchtung als separater Auftrag von Arup Amsterdam entwickelt wurde. Architect of Record vor Ort ist U+A Architects, Dubai.

F&B-Konzepte über fünf Geschosse

Auf Etage 11 öffnet „Noia by the Pool" als mediterran-griechisches Tagesrestaurant zur Pool-Terrasse. Geschoss 36 trägt das chinesische Doppelkonzept „Yù & Mì" mit Cocktailbar im Vorderbereich und Restaurant dahinter, dazu das italienische „Chitarra". Auf der 61. Etage operiert „Billionaire" als Dinner-Show-Format, im obersten Hotelgeschoss „Lion in the Sun" als mediterranes Konzept. In Vorbereitung befinden sich die Nikkei-Marke „Osaka", „Pavyllon Dubai" des Pariser Kochs Yannick Alléno sowie ein straßennahes Eatery mit angeschlossener „Mandarin Oriental Cake Shop"-Filiale.

FF&E-Spezifikation: keine öffentlichen Angaben

Möbelhersteller werden weder durch die Betreiberseite noch durch die beteiligten Innenarchitekturbüros öffentlich kommuniziert — eine branchenübliche Praxis bei Hospitality-Großprojekten dieser Klasse. Aus dem Programmvolumen — 259 Zimmer, über 2.000 m² Veranstaltungsfläche inklusive acht Tagungsräumen, zehn F&B-Outlets, ein zweigeschossiger Wellness-Bereich mit neun Behandlungsräumen — lässt sich jedoch ableiten, dass die FF&E-Auftragslage zu den größeren Einzelpaketen des Jahrgangs in der Region zählen dürfte. Das Fitnesscenter ist explizit mit einer objektspezifischen Sonderedition von Technogym ausgestattet.

Einordnung

Für die Spezifizierungspraxis im Objektbereich ist das Projekt aus zwei Gründen aufschlussreich. Erstens dokumentiert es die in der Golfregion zunehmend beobachtbare Auflösung des klassischen Hotel-Bodengrundrisses zugunsten vertikal gestapelter Programmschichten — ein Modell, das je Ebene differenzierte Akustik-, Bewegungsflächen- und Sichtachsenkalkulationen voraussetzt. Zweitens illustriert die Aufgabenteilung zwischen drei spezialisierten Innenarchitekturbüros — Hotelbereiche, F&B und Lichtplanung als getrennte Mandate — eine in der internationalen Hospitality-Praxis etablierte Arbeitsteilung, die in Mitteleuropa noch nicht durchgängig Standard ist.

Das Mandarin Oriental Downtown wurde bei den Identity Design Awards 2025 in der Kategorie Architecture: Hotel ausgezeichnet.

Projektdaten

Bauherr: Wasl Group
Standort: Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
Bruttogeschossfläche: 107.539 m²
Programm: Hotel, Residenzen, Büros, Konferenzzentrum, Ballsaal, Spa und Pools, Gastronomie
Höhe: 302 m
Fertigstellung: 2025

Planung und Beteiligte

  • Generalplanung, Architektur und Innenarchitektur: UNS (UNStudio), Amsterdam — Ben van Berkel, Gerard Loozekoot
  • Lead Consultant Engineering, Tragwerks- und Fassadenplanung, Nachhaltigkeit, Bauakustik, TGA, Bauüberwachung, BIM-Koordination: Werner Sobek AG, Stuttgart
  • Architect of Record: U+A Architects, Dubai
  • Tragwerksplanung Ausführungsmodell: DeSimone Consulting Engineering, Dubai
  • Lokale TGA-Planung: Seed, Dubai
  • Landschaftsarchitektur: Green4Cities, Wien / Terra Firma Landscape, Dubai
  • Innenarchitektur Hotel: G.A Group, London
  • Innenarchitektur F&B: LW Design Group, Dubai
  • Lichtplanung Innenraum: DPA Lighting, London/Dubai
  • Lichtplanung Fassade: Arup, Amsterdam
  • Windingenieurwesen: Wacker Ingenieure, Birkenfeld
  • Vertikaltransport: Dunbar & Boardman / TÜV Süd, London
  • AV/IT-Beratung: Shen Milson Wilke
  • Küchenplanung: Sefton Horn Winch
  • Schwimmbadtechnik: Barr & Wray, Dubai
  • Brandschutz: Aecom, Dubai
  • Kostenplanung: Kulkarni Quantity Surveyors, Dubai

Mandarin Oriental Downtown Dubai

Hospitality-Programm im Wasl Tower

29.04.2026 | 14:39
Fotos: Ahmad Alnaji – SARAB
Fotos: Ahmad Alnaji – SARAB

Im Wasl Tower an der Sheikh Zayed Road hat das Mandarin Oriental Downtown im November 2025 den Betrieb aufgenommen. Das 302 Meter hohe Hochhaus mit der höchsten keramischen Fassadenkonstruktion der Region entstand nach Entwurf des Amsterdamer Büros UNStudio mit dem Stuttgarter Engineering-Büro Werner Sobek als Lead Consultant. Es beherbergt 259 Zimmer und Suiten, 224 ab 2026 zu beziehende Residenzen sowie zehn gastronomische Outlets, verteilt über mehrere Geschosse.

Vertikale Programmverteilung statt bodengebundener Lobby

Charakteristisch für das Hospitality-Konzept ist die Auflösung der klassischen Hotel-Erdgeschosslogik. Statt einer Bodenrezeption gelangen Gäste über Express-Aufzüge auf 150 Metern Höhe zur Hotellobby auf den Geschossen 35 bis 37. Wellness-Bereich und Pool-Terrasse liegen auf den Etagen 11 und 12, Spätabend-Outlets auf den Geschossen 61 und 62. Insgesamt 17 Aufzüge — fünf davon im Service-Betrieb — bedienen das Mixed-Use-Programm mit getrennten Erschließungen für Hotel, Büros, Gastronomie und Residenzen. Der 1.000 m² große, säulenfreie Oriental Ballroom mit angrenzenden Pre-Function-Bereichen ist über eine Brücke baulich an den Tower angeschlossen.

Drei Innenarchitekturbüros, drei Programmsegmente

Die Aufgabenteilung in der Innenarchitektur folgt der Programmstruktur. Für die Hotelbereiche — Zimmer, Suiten, Lobby, Club Lounge, Wellness — zeichnet G.A Group aus London verantwortlich. Die Materialsprache fällt zurückhaltend aus: warme Hölzer, Sand-, Bronze- und gedämpfte Goldtöne; die Möblierung ist überwiegend objektgefertigt. Eine kuratierte Kunstsammlung mit regionalen und internationalen Positionen zieht sich durch die öffentlichen Bereiche.

Die zehn F&B-Outlets verantwortet LW Design Group aus Dubai — ein seit 1999 ansässiges Büro, das Mandarin Oriental, Hyatt, Marriott, IHG, Four Seasons und Jumeirah über mehrere Häuser hinweg betreut. Die Lichtplanung der Innenräume liegt bei DPA Lighting (London/Dubai), während die Fassadenbeleuchtung als separater Auftrag von Arup Amsterdam entwickelt wurde. Architect of Record vor Ort ist U+A Architects, Dubai.

F&B-Konzepte über fünf Geschosse

Auf Etage 11 öffnet „Noia by the Pool" als mediterran-griechisches Tagesrestaurant zur Pool-Terrasse. Geschoss 36 trägt das chinesische Doppelkonzept „Yù & Mì" mit Cocktailbar im Vorderbereich und Restaurant dahinter, dazu das italienische „Chitarra". Auf der 61. Etage operiert „Billionaire" als Dinner-Show-Format, im obersten Hotelgeschoss „Lion in the Sun" als mediterranes Konzept. In Vorbereitung befinden sich die Nikkei-Marke „Osaka", „Pavyllon Dubai" des Pariser Kochs Yannick Alléno sowie ein straßennahes Eatery mit angeschlossener „Mandarin Oriental Cake Shop"-Filiale.

FF&E-Spezifikation: keine öffentlichen Angaben

Möbelhersteller werden weder durch die Betreiberseite noch durch die beteiligten Innenarchitekturbüros öffentlich kommuniziert — eine branchenübliche Praxis bei Hospitality-Großprojekten dieser Klasse. Aus dem Programmvolumen — 259 Zimmer, über 2.000 m² Veranstaltungsfläche inklusive acht Tagungsräumen, zehn F&B-Outlets, ein zweigeschossiger Wellness-Bereich mit neun Behandlungsräumen — lässt sich jedoch ableiten, dass die FF&E-Auftragslage zu den größeren Einzelpaketen des Jahrgangs in der Region zählen dürfte. Das Fitnesscenter ist explizit mit einer objektspezifischen Sonderedition von Technogym ausgestattet.

Einordnung

Für die Spezifizierungspraxis im Objektbereich ist das Projekt aus zwei Gründen aufschlussreich. Erstens dokumentiert es die in der Golfregion zunehmend beobachtbare Auflösung des klassischen Hotel-Bodengrundrisses zugunsten vertikal gestapelter Programmschichten — ein Modell, das je Ebene differenzierte Akustik-, Bewegungsflächen- und Sichtachsenkalkulationen voraussetzt. Zweitens illustriert die Aufgabenteilung zwischen drei spezialisierten Innenarchitekturbüros — Hotelbereiche, F&B und Lichtplanung als getrennte Mandate — eine in der internationalen Hospitality-Praxis etablierte Arbeitsteilung, die in Mitteleuropa noch nicht durchgängig Standard ist.

Das Mandarin Oriental Downtown wurde bei den Identity Design Awards 2025 in der Kategorie Architecture: Hotel ausgezeichnet.

Projektdaten

Bauherr: Wasl Group
Standort: Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
Bruttogeschossfläche: 107.539 m²
Programm: Hotel, Residenzen, Büros, Konferenzzentrum, Ballsaal, Spa und Pools, Gastronomie
Höhe: 302 m
Fertigstellung: 2025

Planung und Beteiligte

  • Generalplanung, Architektur und Innenarchitektur: UNS (UNStudio), Amsterdam — Ben van Berkel, Gerard Loozekoot
  • Lead Consultant Engineering, Tragwerks- und Fassadenplanung, Nachhaltigkeit, Bauakustik, TGA, Bauüberwachung, BIM-Koordination: Werner Sobek AG, Stuttgart
  • Architect of Record: U+A Architects, Dubai
  • Tragwerksplanung Ausführungsmodell: DeSimone Consulting Engineering, Dubai
  • Lokale TGA-Planung: Seed, Dubai
  • Landschaftsarchitektur: Green4Cities, Wien / Terra Firma Landscape, Dubai
  • Innenarchitektur Hotel: G.A Group, London
  • Innenarchitektur F&B: LW Design Group, Dubai
  • Lichtplanung Innenraum: DPA Lighting, London/Dubai
  • Lichtplanung Fassade: Arup, Amsterdam
  • Windingenieurwesen: Wacker Ingenieure, Birkenfeld
  • Vertikaltransport: Dunbar & Boardman / TÜV Süd, London
  • AV/IT-Beratung: Shen Milson Wilke
  • Küchenplanung: Sefton Horn Winch
  • Schwimmbadtechnik: Barr & Wray, Dubai
  • Brandschutz: Aecom, Dubai
  • Kostenplanung: Kulkarni Quantity Surveyors, Dubai