Wenn Stille Gestalt annimmt
BuzziSpace macht Akustik auf der ORGATEC zur Architektur
Jahrelang führte die Akustik in der Bürogestaltung ein eher undankbares Dasein. Sie sollte Probleme lösen, möglichst ohne aufzufallen – und häufig erst dann, wenn der Raum längst gestaltet war. Auf der ORGATEC 2026 kehrt BuzziSpace diese Logik um. Der belgische Spezialist zeigt, wie Akustikelemente selbst zu einem prägenden Bestandteil der Architektur werden können. Entwürfe von Sebastian Herkner, Alain Gilles und Common Object Studio rücken dabei vor allem Decken, Beleuchtung und die Gliederung von Räumen in den Mittelpunkt.
Die Präsentation in Halle 6.1, Stand C050, folgt einem klaren Prinzip: Akustik soll nicht nur messbar, sondern erlebbar sein. Unter dem Motto „Silence Meets Style“ zeigt BuzziSpace unterschiedliche Arbeitsszenarien statt einer Ansammlung einzelner Produkte. Konzentration, Zusammenarbeit und Privatsphäre bilden die zentralen Themen. Sie veranschaulichen, wie offene Räume durch Gestaltung und akustische Maßnahmen unterschiedliche Tätigkeiten ermöglichen können.
In einem begehbaren Acoustic Tunnel können Besucher Schallabsorption und Abschirmung unmittelbar erleben. Richard Ellerbeck, Global Acoustic Consultant der Marke, ist ebenfalls auf der Messe vertreten. Der Tunnel ist ein wirkungsvolles Demonstrationsinstrument. Akustische Leistung lässt sich zwar mit technischen Unterlagen erklären. Wer den Unterschied selbst hört, versteht das Argument jedoch wesentlich leichter.
Wenn die Decke Teil der Architektur wird
Zu den auffälligsten Neuheiten gehört BuzziShake, entworfen von Sebastian Herkner. Die modularen Elemente aus PET-Filz besitzen eine ausgeprägte Wellenstruktur und lassen sich an Wänden oder Decken montieren. Ihre Geometrie vergrößert die schallabsorbierende Oberfläche und schafft zugleich ein eigenständiges architektonisches Erscheinungsbild. Auch technische Installationen können dahinter verborgen werden. BuzziShake Light ergänzt das System um integrierte LED-Beleuchtung.
BuzziSpace gibt für den PET-Filz einen Anteil von 60 Prozent recyceltem Material aus Verbraucherabfällen an. Das Material verbindet damit akustische Funktionalität mit einem konkreten Recyclinganteil. Wie nachhaltig es insgesamt ist, hängt allerdings vom gesamten Produktlebenszyklus ab – nicht allein vom Rezyklatanteil.
Auch Common Object Studio betrachtet die Decke als eigenständige Gestaltungsfläche. Inspiriert von Unterwasserpflanzen setzt BuzziKelp auf modulare Formen, die Umgebungsgeräusche reduzieren sollen. BuzziFly arbeitet mit einer dynamischeren Geometrie und zielt insbesondere auf mittlere und hohe Schallfrequenzen.
Beide Entwürfe verdeutlichen eine größere Entwicklung im Portfolio. Statt einzelne Absorber nachträglich in fertig gestaltete Räume einzubringen, bietet BuzziSpace zunehmend architektonische Elemente an, die sich von Anfang an in die Planung einbeziehen lassen.
Wo Akustik und Beleuchtung zusammenkommen
BuzziTent und BuzziVault führen diesen Ansatz weiter. Beide Produktfamilien stammen von Alain Gilles und verbinden raumprägende Formen mit akustischen Funktionen. BuzziTent wurde bereits im Juni 2026 auf der NeoCon in Chicago vorgestellt. Während BuzziTent eine zeltartige Struktur aufgreift, arbeitet das umgekehrte Pendant BuzziVault mit geschwungenen Volumen. Beide Systeme sind mit oder ohne integrierte Beleuchtung erhältlich.
Für Architekten und Innenraumplaner eröffnet diese Kombination praktische Möglichkeiten. Eine abgehängte Struktur kann mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen: Schall absorbieren, einen bestimmten Nutzungsbereich definieren und den Arbeitsplatz beleuchten. Gerade in offenen Bürolandschaften und bei der Umgestaltung bestehender Räume kann das interessant sein.
Damit verändert sich auch der Planungsprozess. Akustik, Beleuchtung und Innenausbau lassen sich nicht mehr vollständig als getrennte Disziplinen betrachten. Werden mehrere Funktionen in einem Element vereint, können gestalterisch schlüssige Räume entstehen, die zugleich unterschiedlichen funktionalen Anforderungen gerecht werden.
Für BuzziSpace erweitert sich dadurch auch die mögliche Rolle innerhalb eines Projekts. Die Marke kommt nicht mehr nur als Lieferant einzelner Akustikprodukte infrage, sondern bereits bei der frühen Entwicklung von Raumzonen, Deckeninstallationen und Beleuchtungskonzepten.
Privatsphäre, ohne jeden Arbeitsplatz einzuschließen
Nicht jede neue Lösung hängt von der Decke. BuzziWX und BuzziHug Focus, entwickelt vom hauseigenen Designstudio, greifen den anhaltenden Bedarf an Konzentration und Privatsphäre in offenen Büros auf.
BuzziWX nutzt vorhandene Säulen oder Wandbereiche, um akustisch abgeschirmte Arbeits- und Kommunikationszonen für bis zu zwei Personen zu schaffen. BuzziHug Focus bietet einen kompakten Einzelarbeitsplatz, der von einer akustisch wirksamen Struktur umgeben ist.
Beide reagieren auf eine bekannte Herausforderung. Hybrides Arbeiten hat nichts daran geändert, dass Büros unterschiedliche Tätigkeiten gleichzeitig ermöglichen müssen. Offene Umgebungen sollen den Austausch fördern. Zugleich brauchen Beschäftigte Rückzugsorte für Videokonferenzen und konzentrierte Einzelarbeit. Vollständig geschlossene Räume sind dafür nicht immer notwendig oder praktikabel.
BuzziWX und BuzziHug Focus besetzen den Bereich zwischen klassischen Schallabsorbern und vollständig geschlossenen Bürokabinen. Solche geschlossenen Kabinen bietet BuzziSpace bereits im bestehenden Portfolio an. Die neuen Lösungen erweitern somit die Auswahl an weniger abgeschlossenen Rückzugsmöglichkeiten, die sich in vorhandene Grundrisse integrieren lassen.
Vom Akustikprodukt zur Planungsstrategie
Hinter den Produktentwicklungen steht ein weiterreichender Anspruch. BuzziSpace präsentiert Akustik zunehmend als eine Raumqualität, die sich systematisch planen lässt. Das „3-Layer Acoustic Framework“ und die „Acoustic ABCs“ – Absorb, Block und Contain – liefern eine Struktur, um die Schallausbreitung in Innenräumen zu steuern.
Die akustischen Prinzipien selbst sind nicht neu. Entscheidend ist, wie BuzziSpace sie in ein Gestaltungskonzept übersetzt. Wände, Decken und mikroarchitektonische Elemente werden nicht isoliert betrachtet, sondern als unterschiedliche Ebenen einer integrierten Raumlösung.
Für Architekten und Arbeitsplatzplaner ergibt sich daraus ein systematischer Ansatz. Akustische Anforderungen lassen sich bereits bei der Entwicklung des Grundrisses berücksichtigen, statt später mit einzelnen Produkten auf Probleme zu reagieren.
BuzziSpace unterstützt diesen Ansatz mit Produktinformationen, Planungshilfen und akustischer Beratung. Werden die Lösungen frühzeitig einbezogen, lassen sich Funktion, Gestaltung und technische Anforderungen besser aufeinander abstimmen.
Ein Designspezialist im Haworth-Portfolio
Der umfassendere Planungsansatz spiegelt die Entwicklung der Marke wider. BuzziSpace wurde 2007 von Steve Symons gegründet und hat sich international mit eigenständigen Akustik-Designobjekten einen Namen gemacht. Der US-amerikanische Büromöbelkonzern Haworth beteiligte sich 2018 an dem Unternehmen und kündigte eine internationale Vertriebspartnerschaft an.
Gleichzeitig ergänzt BuzziSpace das Portfolio von Haworth um einen spezialisierten Ansatz, der Raumakustik, Beleuchtung und eigenständiges Design miteinander verbindet.
Tommaso Baldini ist seit Oktober 2023 CEO und Managing Director von BuzziSpace. Er kam 2021 als International Sales Director zum Unternehmen, baute anschließend das internationale Agentennetzwerk aus und integrierte den Kundenservice in die Vertriebsorganisation.
Auf der ORGATEC zeigt BuzziSpace, wie die Marke ihre gestalterische Identität weiterentwickelt. Die Zusammenarbeit mit internationalen Designern bleibt dabei ein wichtiger Bestandteil. Gleichzeitig gewinnen modulare Systeme und die Integration unterschiedlicher Raumfunktionen im Portfolio an Bedeutung.
Neue Möglichkeiten im Contract-Markt
Für den internationalen Interior-Contract-Markt ist diese Entwicklung in mehrfacher Hinsicht relevant. Flexible Arbeitswelten brauchen mehr als mobile Möbel und unterschiedliche Arbeitsplatztypen. Sie benötigen auch akustische Umgebungen, die auf verschiedene Tätigkeiten abgestimmt sind.
Ein offener Bereich für Zusammenarbeit stellt andere Anforderungen als eine Zone für konzentriertes Arbeiten. Besprechungsräume, informelle Treffpunkte und temporäre Arbeitsplätze verlangen jeweils eigene Lösungen. Die Herausforderung besteht darin, diese Bereiche voneinander zu unterscheiden, ohne die Offenheit des gesamten Raumkonzepts aufzugeben.
Hier setzt das erweiterte Portfolio von BuzziSpace an. Deckensysteme schaffen erkennbare Zonen, akustisch wirksame Leuchten verbinden funktionale Anforderungen, und kompakte Rückzugslösungen ergänzen offene Grundrisse. Die einzelnen Produkte lassen sich somit als Bestandteile eines übergeordneten Raumkonzepts verstehen.
Für Planer und Produktspezifizierer ist das besonders bei Projekten interessant, die flexible Nutzung, architektonische Qualität und akustischen Komfort miteinander verbinden wollen. Auf der ORGATEC kann BuzziSpace diese Zusammenhänge im Raum demonstrieren – und nicht nur anhand einzelner Produktbilder.
Nachhaltigkeit wird Teil der Produktspezifikation
Die Materialentwicklung bildet einen weiteren Aspekt dieses Ansatzes. Neben recyceltem PET-Filz setzt BuzziSpace auf wiedergewonnene Textilien und alternative Rohstoffe. Haworth beschreibt in seiner Nachhaltigkeitsberichterstattung BuzziReForm als Akustikpaneel auf Myzelbasis und hebt bei BuzziBlox den Anteil recycelter Textilien sowie Möglichkeiten zur Demontage hervor.
Solche Eigenschaften werden bei Contract-Projekten zunehmend relevant. Architekten und Planer achten stärker auf die Herkunft der Materialien, Emissionen, Demontierbarkeit und dokumentierte Umweltauswirkungen. Der Rezyklatanteil ist dabei nur ein Aspekt. Für die Bewertung konkreter Produkte bleiben produktspezifische Nachweise und der gesamte Lebenszyklus wichtig.
Akustik als Teil der Architektur
Auf der ORGATEC 2026 demonstriert BuzziSpace, wie sich die Rolle von Akustikprodukten in der Innenraumplanung verändern kann. Die neuen Kollektionen reichen von modularen Wand- und Deckensystemen über integrierte Beleuchtung bis hin zu kompakten Rückzugslösungen für offene Arbeitsumgebungen.
Was die unterschiedlichen Produktfamilien verbindet, ist der dahinterstehende Planungsansatz. Akustik wird nicht mehr nur als technische Eigenschaft einzelner Objekte behandelt, sondern als integraler Bestandteil der Raumgestaltung.
Für Architekten und Innenraumplaner entsteht dadurch ein breiteres Instrumentarium. BuzziSpace wiederum erhält die Möglichkeit, seine Akustikkompetenz früher und umfassender in Projekte einzubringen. Und in Köln können Besucher bereits hören, was dieser Ansatz in der Praxis bedeuten könnte.
Wenn Stille Gestalt annimmt
BuzziSpace macht Akustik auf der ORGATEC zur Architektur

Jahrelang führte die Akustik in der Bürogestaltung ein eher undankbares Dasein. Sie sollte Probleme lösen, möglichst ohne aufzufallen – und häufig erst dann, wenn der Raum längst gestaltet war. Auf der ORGATEC 2026 kehrt BuzziSpace diese Logik um. Der belgische Spezialist zeigt, wie Akustikelemente selbst zu einem prägenden Bestandteil der Architektur werden können. Entwürfe von Sebastian Herkner, Alain Gilles und Common Object Studio rücken dabei vor allem Decken, Beleuchtung und die Gliederung von Räumen in den Mittelpunkt.
Die Präsentation in Halle 6.1, Stand C050, folgt einem klaren Prinzip: Akustik soll nicht nur messbar, sondern erlebbar sein. Unter dem Motto „Silence Meets Style“ zeigt BuzziSpace unterschiedliche Arbeitsszenarien statt einer Ansammlung einzelner Produkte. Konzentration, Zusammenarbeit und Privatsphäre bilden die zentralen Themen. Sie veranschaulichen, wie offene Räume durch Gestaltung und akustische Maßnahmen unterschiedliche Tätigkeiten ermöglichen können.
In einem begehbaren Acoustic Tunnel können Besucher Schallabsorption und Abschirmung unmittelbar erleben. Richard Ellerbeck, Global Acoustic Consultant der Marke, ist ebenfalls auf der Messe vertreten. Der Tunnel ist ein wirkungsvolles Demonstrationsinstrument. Akustische Leistung lässt sich zwar mit technischen Unterlagen erklären. Wer den Unterschied selbst hört, versteht das Argument jedoch wesentlich leichter.
Wenn die Decke Teil der Architektur wird
Zu den auffälligsten Neuheiten gehört BuzziShake, entworfen von Sebastian Herkner. Die modularen Elemente aus PET-Filz besitzen eine ausgeprägte Wellenstruktur und lassen sich an Wänden oder Decken montieren. Ihre Geometrie vergrößert die schallabsorbierende Oberfläche und schafft zugleich ein eigenständiges architektonisches Erscheinungsbild. Auch technische Installationen können dahinter verborgen werden. BuzziShake Light ergänzt das System um integrierte LED-Beleuchtung.
BuzziSpace gibt für den PET-Filz einen Anteil von 60 Prozent recyceltem Material aus Verbraucherabfällen an. Das Material verbindet damit akustische Funktionalität mit einem konkreten Recyclinganteil. Wie nachhaltig es insgesamt ist, hängt allerdings vom gesamten Produktlebenszyklus ab – nicht allein vom Rezyklatanteil.
Auch Common Object Studio betrachtet die Decke als eigenständige Gestaltungsfläche. Inspiriert von Unterwasserpflanzen setzt BuzziKelp auf modulare Formen, die Umgebungsgeräusche reduzieren sollen. BuzziFly arbeitet mit einer dynamischeren Geometrie und zielt insbesondere auf mittlere und hohe Schallfrequenzen.
Beide Entwürfe verdeutlichen eine größere Entwicklung im Portfolio. Statt einzelne Absorber nachträglich in fertig gestaltete Räume einzubringen, bietet BuzziSpace zunehmend architektonische Elemente an, die sich von Anfang an in die Planung einbeziehen lassen.
Wo Akustik und Beleuchtung zusammenkommen
BuzziTent und BuzziVault führen diesen Ansatz weiter. Beide Produktfamilien stammen von Alain Gilles und verbinden raumprägende Formen mit akustischen Funktionen. BuzziTent wurde bereits im Juni 2026 auf der NeoCon in Chicago vorgestellt. Während BuzziTent eine zeltartige Struktur aufgreift, arbeitet das umgekehrte Pendant BuzziVault mit geschwungenen Volumen. Beide Systeme sind mit oder ohne integrierte Beleuchtung erhältlich.
Für Architekten und Innenraumplaner eröffnet diese Kombination praktische Möglichkeiten. Eine abgehängte Struktur kann mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen: Schall absorbieren, einen bestimmten Nutzungsbereich definieren und den Arbeitsplatz beleuchten. Gerade in offenen Bürolandschaften und bei der Umgestaltung bestehender Räume kann das interessant sein.
Damit verändert sich auch der Planungsprozess. Akustik, Beleuchtung und Innenausbau lassen sich nicht mehr vollständig als getrennte Disziplinen betrachten. Werden mehrere Funktionen in einem Element vereint, können gestalterisch schlüssige Räume entstehen, die zugleich unterschiedlichen funktionalen Anforderungen gerecht werden.
Für BuzziSpace erweitert sich dadurch auch die mögliche Rolle innerhalb eines Projekts. Die Marke kommt nicht mehr nur als Lieferant einzelner Akustikprodukte infrage, sondern bereits bei der frühen Entwicklung von Raumzonen, Deckeninstallationen und Beleuchtungskonzepten.
Privatsphäre, ohne jeden Arbeitsplatz einzuschließen
Nicht jede neue Lösung hängt von der Decke. BuzziWX und BuzziHug Focus, entwickelt vom hauseigenen Designstudio, greifen den anhaltenden Bedarf an Konzentration und Privatsphäre in offenen Büros auf.
BuzziWX nutzt vorhandene Säulen oder Wandbereiche, um akustisch abgeschirmte Arbeits- und Kommunikationszonen für bis zu zwei Personen zu schaffen. BuzziHug Focus bietet einen kompakten Einzelarbeitsplatz, der von einer akustisch wirksamen Struktur umgeben ist.
Beide reagieren auf eine bekannte Herausforderung. Hybrides Arbeiten hat nichts daran geändert, dass Büros unterschiedliche Tätigkeiten gleichzeitig ermöglichen müssen. Offene Umgebungen sollen den Austausch fördern. Zugleich brauchen Beschäftigte Rückzugsorte für Videokonferenzen und konzentrierte Einzelarbeit. Vollständig geschlossene Räume sind dafür nicht immer notwendig oder praktikabel.
BuzziWX und BuzziHug Focus besetzen den Bereich zwischen klassischen Schallabsorbern und vollständig geschlossenen Bürokabinen. Solche geschlossenen Kabinen bietet BuzziSpace bereits im bestehenden Portfolio an. Die neuen Lösungen erweitern somit die Auswahl an weniger abgeschlossenen Rückzugsmöglichkeiten, die sich in vorhandene Grundrisse integrieren lassen.
Vom Akustikprodukt zur Planungsstrategie
Hinter den Produktentwicklungen steht ein weiterreichender Anspruch. BuzziSpace präsentiert Akustik zunehmend als eine Raumqualität, die sich systematisch planen lässt. Das „3-Layer Acoustic Framework“ und die „Acoustic ABCs“ – Absorb, Block und Contain – liefern eine Struktur, um die Schallausbreitung in Innenräumen zu steuern.
Die akustischen Prinzipien selbst sind nicht neu. Entscheidend ist, wie BuzziSpace sie in ein Gestaltungskonzept übersetzt. Wände, Decken und mikroarchitektonische Elemente werden nicht isoliert betrachtet, sondern als unterschiedliche Ebenen einer integrierten Raumlösung.
Für Architekten und Arbeitsplatzplaner ergibt sich daraus ein systematischer Ansatz. Akustische Anforderungen lassen sich bereits bei der Entwicklung des Grundrisses berücksichtigen, statt später mit einzelnen Produkten auf Probleme zu reagieren.
BuzziSpace unterstützt diesen Ansatz mit Produktinformationen, Planungshilfen und akustischer Beratung. Werden die Lösungen frühzeitig einbezogen, lassen sich Funktion, Gestaltung und technische Anforderungen besser aufeinander abstimmen.
Ein Designspezialist im Haworth-Portfolio
Der umfassendere Planungsansatz spiegelt die Entwicklung der Marke wider. BuzziSpace wurde 2007 von Steve Symons gegründet und hat sich international mit eigenständigen Akustik-Designobjekten einen Namen gemacht. Der US-amerikanische Büromöbelkonzern Haworth beteiligte sich 2018 an dem Unternehmen und kündigte eine internationale Vertriebspartnerschaft an.
Gleichzeitig ergänzt BuzziSpace das Portfolio von Haworth um einen spezialisierten Ansatz, der Raumakustik, Beleuchtung und eigenständiges Design miteinander verbindet.
Tommaso Baldini ist seit Oktober 2023 CEO und Managing Director von BuzziSpace. Er kam 2021 als International Sales Director zum Unternehmen, baute anschließend das internationale Agentennetzwerk aus und integrierte den Kundenservice in die Vertriebsorganisation.
Auf der ORGATEC zeigt BuzziSpace, wie die Marke ihre gestalterische Identität weiterentwickelt. Die Zusammenarbeit mit internationalen Designern bleibt dabei ein wichtiger Bestandteil. Gleichzeitig gewinnen modulare Systeme und die Integration unterschiedlicher Raumfunktionen im Portfolio an Bedeutung.
Neue Möglichkeiten im Contract-Markt
Für den internationalen Interior-Contract-Markt ist diese Entwicklung in mehrfacher Hinsicht relevant. Flexible Arbeitswelten brauchen mehr als mobile Möbel und unterschiedliche Arbeitsplatztypen. Sie benötigen auch akustische Umgebungen, die auf verschiedene Tätigkeiten abgestimmt sind.
Ein offener Bereich für Zusammenarbeit stellt andere Anforderungen als eine Zone für konzentriertes Arbeiten. Besprechungsräume, informelle Treffpunkte und temporäre Arbeitsplätze verlangen jeweils eigene Lösungen. Die Herausforderung besteht darin, diese Bereiche voneinander zu unterscheiden, ohne die Offenheit des gesamten Raumkonzepts aufzugeben.
Hier setzt das erweiterte Portfolio von BuzziSpace an. Deckensysteme schaffen erkennbare Zonen, akustisch wirksame Leuchten verbinden funktionale Anforderungen, und kompakte Rückzugslösungen ergänzen offene Grundrisse. Die einzelnen Produkte lassen sich somit als Bestandteile eines übergeordneten Raumkonzepts verstehen.
Für Planer und Produktspezifizierer ist das besonders bei Projekten interessant, die flexible Nutzung, architektonische Qualität und akustischen Komfort miteinander verbinden wollen. Auf der ORGATEC kann BuzziSpace diese Zusammenhänge im Raum demonstrieren – und nicht nur anhand einzelner Produktbilder.
Nachhaltigkeit wird Teil der Produktspezifikation
Die Materialentwicklung bildet einen weiteren Aspekt dieses Ansatzes. Neben recyceltem PET-Filz setzt BuzziSpace auf wiedergewonnene Textilien und alternative Rohstoffe. Haworth beschreibt in seiner Nachhaltigkeitsberichterstattung BuzziReForm als Akustikpaneel auf Myzelbasis und hebt bei BuzziBlox den Anteil recycelter Textilien sowie Möglichkeiten zur Demontage hervor.
Solche Eigenschaften werden bei Contract-Projekten zunehmend relevant. Architekten und Planer achten stärker auf die Herkunft der Materialien, Emissionen, Demontierbarkeit und dokumentierte Umweltauswirkungen. Der Rezyklatanteil ist dabei nur ein Aspekt. Für die Bewertung konkreter Produkte bleiben produktspezifische Nachweise und der gesamte Lebenszyklus wichtig.
Akustik als Teil der Architektur
Auf der ORGATEC 2026 demonstriert BuzziSpace, wie sich die Rolle von Akustikprodukten in der Innenraumplanung verändern kann. Die neuen Kollektionen reichen von modularen Wand- und Deckensystemen über integrierte Beleuchtung bis hin zu kompakten Rückzugslösungen für offene Arbeitsumgebungen.
Was die unterschiedlichen Produktfamilien verbindet, ist der dahinterstehende Planungsansatz. Akustik wird nicht mehr nur als technische Eigenschaft einzelner Objekte behandelt, sondern als integraler Bestandteil der Raumgestaltung.
Für Architekten und Innenraumplaner entsteht dadurch ein breiteres Instrumentarium. BuzziSpace wiederum erhält die Möglichkeit, seine Akustikkompetenz früher und umfassender in Projekte einzubringen. Und in Köln können Besucher bereits hören, was dieser Ansatz in der Praxis bedeuten könnte.





