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Abgang mit ungewöhnlichem Tempo

MillerKnoll setzt vorerst auf Jeff Stutz

02.06.2026 | 6:15
Rückzug mit Tempo: Andi Owen

An der Spitze von MillerKnoll kommt es zu einem Wechsel, der offiziell geordnet klingt, im Ablauf aber auffällig schnell erfolgt. Andi Owen legt ihr Amt als President und CEO des US-Objektmöbelkonzerns zum 30. Juni 2026 nieder – „in gegenseitigem Einvernehmen“ mit dem Board. Zugleich ist sie bereits aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden und hat mit sofortiger Wirkung eine Auszeit vom Unternehmen begonnen. Die offizielle Begründung: Owen wolle sich stärker wichtigen familiären Angelegenheiten widmen.

Die Führung liegt damit bereits bei Jeff Stutz. Der bisherige Chief Operating Officer übernimmt während Owens Auszeit die Aufgaben des CEO und wird zum 30. Juni formell Interimschef. Stutz ist seit September 2025 COO und war zuvor mehr als zehn Jahre CFO. Zuletzt verantwortete er unter anderem das internationale Workplace-Geschäft, die globale Fertigung sowie die europäischen Marken HAY, Muuto, Colebrook Bosson Saunders und NaughtOne.

Damit setzt MillerKnoll zunächst auf Kontinuität im Inneren, nicht auf ein Signal von außen. Stutz kennt den Konzern seit 2001, als er zu Herman Miller kam. Er durchlief Investor Relations, Treasury und die Finanzführung, ehe er operativ aufrückte. Das spricht für einen Übergang mit möglichst wenig Reibung. Zugleich zeigt die Suche nach einer dauerhaften Lösung, dass seine Berufung zunächst kein finales Nachfolgesignal ist. Das Board unter Chairman John R. Hoke III will intern und extern suchen; eine Executive-Search-Firma ist eingebunden.

Bemerkenswert bleibt der Zeitpunkt. Den Rückzug verkündet MillerKnoll rund drei Wochen vor der Bilanzvorlage: Die Zahlen zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr 2025/2026 folgen am 24. Juni, der formelle Wechsel an der Spitze sechs Tage später. Den Quartalsausblick bestätigt der Konzern unverändert. Der Hintergrund reicht aber weiter zurück. Owen, 2018 von Gap zu Herman Miller gekommen, stand acht Jahre an der Spitze und verantwortete 2021 die 1,8 Mrd. US-Dollar schwere Knoll-Übernahme. Seither hat die MillerKnoll-Aktie laut „Business of Home“ rund 70 Prozent ihres Werts verloren; im dritten Quartal 2026 verfehlte der Konzern zudem knapp die Gewinnerwartung. Vor diesem Hintergrund überrascht weniger der Wechsel als die Geschwindigkeit, mit der er vollzogen wird. Für Schlagzeilen jenseits der Bilanz hatte Owen schon 2023 gesorgt, als ein geleaktes Town-Hall-Video sie zeigte, wie sie Mitarbeitende beim Thema Boni aufforderte, „pity city“ zu verlassen – eine Episode, für die sie sich später entschuldigte.

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte MillerKnoll einen Umsatz von 3,7 Mrd. US-Dollar. Zum Portfolio gehören neben Herman Miller und Knoll unter anderem Geiger, DatesWeiser, DWR, Maharam, HAY, Muuto, NaughtOne und Holly Hunt. Mit diesem Markenportfolio ist der Konzern im Workplace-, Hospitality- und Residential-Contract-Segment präsent. Besonders stark berührt das Portfolio Kategorien wie Sitzmöbel, Tische, Stauraum, Lounge und Trennwände.

Abgang mit ungewöhnlichem Tempo

MillerKnoll setzt vorerst auf Jeff Stutz

02.06.2026 | 6:15
Rückzug mit Tempo: Andi Owen

An der Spitze von MillerKnoll kommt es zu einem Wechsel, der offiziell geordnet klingt, im Ablauf aber auffällig schnell erfolgt. Andi Owen legt ihr Amt als President und CEO des US-Objektmöbelkonzerns zum 30. Juni 2026 nieder – „in gegenseitigem Einvernehmen“ mit dem Board. Zugleich ist sie bereits aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden und hat mit sofortiger Wirkung eine Auszeit vom Unternehmen begonnen. Die offizielle Begründung: Owen wolle sich stärker wichtigen familiären Angelegenheiten widmen.

Die Führung liegt damit bereits bei Jeff Stutz. Der bisherige Chief Operating Officer übernimmt während Owens Auszeit die Aufgaben des CEO und wird zum 30. Juni formell Interimschef. Stutz ist seit September 2025 COO und war zuvor mehr als zehn Jahre CFO. Zuletzt verantwortete er unter anderem das internationale Workplace-Geschäft, die globale Fertigung sowie die europäischen Marken HAY, Muuto, Colebrook Bosson Saunders und NaughtOne.

Damit setzt MillerKnoll zunächst auf Kontinuität im Inneren, nicht auf ein Signal von außen. Stutz kennt den Konzern seit 2001, als er zu Herman Miller kam. Er durchlief Investor Relations, Treasury und die Finanzführung, ehe er operativ aufrückte. Das spricht für einen Übergang mit möglichst wenig Reibung. Zugleich zeigt die Suche nach einer dauerhaften Lösung, dass seine Berufung zunächst kein finales Nachfolgesignal ist. Das Board unter Chairman John R. Hoke III will intern und extern suchen; eine Executive-Search-Firma ist eingebunden.

Bemerkenswert bleibt der Zeitpunkt. Den Rückzug verkündet MillerKnoll rund drei Wochen vor der Bilanzvorlage: Die Zahlen zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr 2025/2026 folgen am 24. Juni, der formelle Wechsel an der Spitze sechs Tage später. Den Quartalsausblick bestätigt der Konzern unverändert. Der Hintergrund reicht aber weiter zurück. Owen, 2018 von Gap zu Herman Miller gekommen, stand acht Jahre an der Spitze und verantwortete 2021 die 1,8 Mrd. US-Dollar schwere Knoll-Übernahme. Seither hat die MillerKnoll-Aktie laut „Business of Home“ rund 70 Prozent ihres Werts verloren; im dritten Quartal 2026 verfehlte der Konzern zudem knapp die Gewinnerwartung. Vor diesem Hintergrund überrascht weniger der Wechsel als die Geschwindigkeit, mit der er vollzogen wird. Für Schlagzeilen jenseits der Bilanz hatte Owen schon 2023 gesorgt, als ein geleaktes Town-Hall-Video sie zeigte, wie sie Mitarbeitende beim Thema Boni aufforderte, „pity city“ zu verlassen – eine Episode, für die sie sich später entschuldigte.

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte MillerKnoll einen Umsatz von 3,7 Mrd. US-Dollar. Zum Portfolio gehören neben Herman Miller und Knoll unter anderem Geiger, DatesWeiser, DWR, Maharam, HAY, Muuto, NaughtOne und Holly Hunt. Mit diesem Markenportfolio ist der Konzern im Workplace-, Hospitality- und Residential-Contract-Segment präsent. Besonders stark berührt das Portfolio Kategorien wie Sitzmöbel, Tische, Stauraum, Lounge und Trennwände.