Bei Martela kommt ein alter Bekannter zurück. Panu Ala-Nikkola übernimmt den Vorstandsvorsitz des finnischen Spezialisten für Workplace-Lösungen und Lernumgebungen. Der bisherige CEO Ville Taipale verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Offiziell einvernehmlich. In der Wirkung aber doch ziemlich klar: Martela stellt sich neu auf.
Ala-Nikkola ist kein Mann, dem man Martela erst erklären muss. Mehr als zehn Jahre arbeitete er bereits für das Unternehmen, unter anderem als Managing Director Finland, Sales Director und Deputy CEO. Danach sammelte er Führungserfahrung bei Huhtamäki sowie bei Aina Group. Aufsichtsratschef Tapio Pajuharju verweist entsprechend auf Ala-Nikkolas Kenntnis von Martela, Branche und Kunden.
Die Rückkehr kommt in einer anspruchsvollen Phase. 2025 steigerte Martela den Umsatz zwar um 8,1 Prozent auf 93,7 Mio. Euro. Auch der operative Verlust ging von 6,5 Mio. Euro auf 1,1 Mio. Euro zurück. Ein Befreiungsschlag war das aber noch nicht. Das Ergebnis blieb rot.
Und 2026 begann schwach. Im ersten Quartal sank der Umsatz um 31,9 Prozent auf 17,5 Mio. Euro. Das operative Ergebnis lag bei minus 1,9 Mio. Euro. Martela verwies auf vorsichtige Kunden, Unsicherheit und weniger große Office-Projekte. Der nordische Office-Markt macht es dem Unternehmen also nicht gerade leicht.
Parallel schärft Martela sein Profil. Das finnische Umzugsservice-Geschäft wird an Niemi Palvelut übertragen. Martela bleibt mit diesen Leistungen zwar im Lifecycle-Angebot präsent, erbringt sie künftig aber über Niemi. Der Schwerpunkt soll stärker auf Arbeitsplatzlösungen, Möbellösungen und Lifecycle Services liegen. Die Umsatzprognose für 2026 wurde im Zuge dessen von 75 bis 85 Mio. Euro auf 70 bis 80 Mio. Euro gesenkt. Die Ergebnisprognose blieb unverändert bei plus 1 Mio. bis minus 2 Mio. Euro.
Das ist die eigentliche Nachricht hinter der Personalie. Martela ist nicht irgendein New-Work-Lieferant mit hübschem Akustikpod im Portfolio. Das Unternehmen wurde 1945 gegründet und gehört zu den bekannten Namen im nordischen Workplace-Markt. Heute positioniert sich Martela als Anbieter für Arbeits- und Lernumgebungen, bei dem Möbel und Services über Lifecycle-Lösungen zusammengedacht werden.
Ala-Nikkola übernimmt also keinen Nostalgieposten. Er übernimmt eine Aufgabe. Martela muss zeigen, dass der Lifecycle-Ansatz nicht nur strategisch gut klingt, sondern auch in einem schwierigen Markt trägt. Der Heimkehrer kennt die Firma. Jetzt muss er beweisen, dass das ein Vorteil ist.