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Solide Zahlen aus Kirchlengern

Hettich bleibt stabil im schwierigen Markt

04.03.2026 | 13:41
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Jana Schönfeld

1,4 Mrd. Euro Umsatz, leicht rückläufig, aber währungsbereinigt stabil – so lässt sich das Jahr 2025 bei Hettich zusammenfassen. In Zeiten, in denen große Teile der Möbelindustrie weiter auf Investitionsdiät sind, ist das für einen Zulieferer dieser Größenordnung keine schlechte Nachricht.

Nominal lag der Umsatz zwei Prozent unter dem Vorjahr. Bereinigt um Wechselkurseffekte bewegte sich das Geschäft jedoch auf dem Niveau von 2024. Rund 79 Prozent des Umsatzes erzielt die Gruppe inzwischen im Ausland. Diese internationale Aufstellung wirkt derzeit wie ein Puffer: Während einzelne Märkte schwächeln, gleichen andere Regionen die Entwicklung zumindest teilweise aus.

Denn die Rahmenbedingungen für die Branche bleiben schwierig. Viele Möbelhersteller investieren weiterhin vorsichtig, Projekte werden verschoben, und die schwache Baukonjunktur wirkt sich indirekt auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Wer Beschläge liefert, hängt zwangsläufig an der Investitionsbereitschaft der Möbelindustrie – und die ist aktuell eher gedämpft.

Mit rund 8.200 Mitarbeitenden weltweit gehört Hettich dennoch weiterhin zu den Schwergewichten der Beschlagbranche. Geschäftsführer Michael Lehmkuhl formuliert den Befund entsprechend nüchtern: „2025 hat gezeigt, wie wichtig klare Prioritäten und flexible Strukturen sind.“ Die internationale Aufstellung und die Innovationskraft des Unternehmens gäben Stabilität und Handlungsspielraum.

Stabilität bedeutet in diesem Umfeld allerdings nicht Stillstand. 87 Mio. Euro investierte Hettich 2025 in Innovationen, Produktions- und Logistikstrukturen sowie in den Ausbau regionaler Marktpräsenz. Geschäftsführer Timo Pieper spricht von einer bewussten Schwerpunktsetzung: „Wir investieren dort, wo wir langfristige Perspektiven sehen.“

Ein Teil dieser Perspektive liegt klar außerhalb Europas. Mit einer neuen Gesellschaft in Kasachstan baut Hettich seine Präsenz in Zentralasien aus. Für viele Zulieferer gewinnen solche Regionen derzeit an Bedeutung – nicht zuletzt, weil die traditionellen Kernmärkte in Europa und Teilen Nordamerikas deutlich langsamer wachsen.

Auch strategisch versucht sich Hettich breiter aufzustellen. Neben der Kernmarke Hettich gehört mit FGV ein zweiter Beschlägeanbieter zur Gruppe. Beide Marken adressieren unterschiedliche Marktsegmente – vom Einstiegsbereich bis zum Premiumsegment. Die Idee dahinter: möglichst viele Ebenen der Wertschöpfung im Möbelmarkt abzudecken.

Inhaltlich setzt das Unternehmen weiterhin stark auf das Thema Bewegung im Möbel. Systeme wie ComfortSpin, FurnSpin oder RoomSpin stehen für die Idee, dass Möbel künftig flexibler genutzt werden – etwa in kleineren Wohnungen oder multifunktionalen Räumen. Solche Konzepte passen gut zu den langfristigen Trends im Wohnen, auch wenn die aktuelle Nachfrage kurzfristig schwächelt.

Eine schnelle Markterholung erwartet Hettich für 2026 dennoch nicht. Geschäftsführerin Jana Schönfeld spricht davon, externe Rahmenbedingungen realistisch einordnen zu müssen.

Übersetzen kann man das wohl so: Die Möbelindustrie bleibt vorerst vorsichtig – und ihre Zulieferer fahren weiter auf Sicht. Für ein Unternehmen wie Hettich ist Stabilität unter diesen Umständen bereits ein ziemlich solides Ergebnis.

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Solide Zahlen aus Kirchlengern

Hettich bleibt stabil im schwierigen Markt

04.03.2026 | 13:41
Jana Schönfeld

1,4 Mrd. Euro Umsatz, leicht rückläufig, aber währungsbereinigt stabil – so lässt sich das Jahr 2025 bei Hettich zusammenfassen. In Zeiten, in denen große Teile der Möbelindustrie weiter auf Investitionsdiät sind, ist das für einen Zulieferer dieser Größenordnung keine schlechte Nachricht.

Nominal lag der Umsatz zwei Prozent unter dem Vorjahr. Bereinigt um Wechselkurseffekte bewegte sich das Geschäft jedoch auf dem Niveau von 2024. Rund 79 Prozent des Umsatzes erzielt die Gruppe inzwischen im Ausland. Diese internationale Aufstellung wirkt derzeit wie ein Puffer: Während einzelne Märkte schwächeln, gleichen andere Regionen die Entwicklung zumindest teilweise aus.

Denn die Rahmenbedingungen für die Branche bleiben schwierig. Viele Möbelhersteller investieren weiterhin vorsichtig, Projekte werden verschoben, und die schwache Baukonjunktur wirkt sich indirekt auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Wer Beschläge liefert, hängt zwangsläufig an der Investitionsbereitschaft der Möbelindustrie – und die ist aktuell eher gedämpft.

Mit rund 8.200 Mitarbeitenden weltweit gehört Hettich dennoch weiterhin zu den Schwergewichten der Beschlagbranche. Geschäftsführer Michael Lehmkuhl formuliert den Befund entsprechend nüchtern: „2025 hat gezeigt, wie wichtig klare Prioritäten und flexible Strukturen sind.“ Die internationale Aufstellung und die Innovationskraft des Unternehmens gäben Stabilität und Handlungsspielraum.

Stabilität bedeutet in diesem Umfeld allerdings nicht Stillstand. 87 Mio. Euro investierte Hettich 2025 in Innovationen, Produktions- und Logistikstrukturen sowie in den Ausbau regionaler Marktpräsenz. Geschäftsführer Timo Pieper spricht von einer bewussten Schwerpunktsetzung: „Wir investieren dort, wo wir langfristige Perspektiven sehen.“

Ein Teil dieser Perspektive liegt klar außerhalb Europas. Mit einer neuen Gesellschaft in Kasachstan baut Hettich seine Präsenz in Zentralasien aus. Für viele Zulieferer gewinnen solche Regionen derzeit an Bedeutung – nicht zuletzt, weil die traditionellen Kernmärkte in Europa und Teilen Nordamerikas deutlich langsamer wachsen.

Auch strategisch versucht sich Hettich breiter aufzustellen. Neben der Kernmarke Hettich gehört mit FGV ein zweiter Beschlägeanbieter zur Gruppe. Beide Marken adressieren unterschiedliche Marktsegmente – vom Einstiegsbereich bis zum Premiumsegment. Die Idee dahinter: möglichst viele Ebenen der Wertschöpfung im Möbelmarkt abzudecken.

Inhaltlich setzt das Unternehmen weiterhin stark auf das Thema Bewegung im Möbel. Systeme wie ComfortSpin, FurnSpin oder RoomSpin stehen für die Idee, dass Möbel künftig flexibler genutzt werden – etwa in kleineren Wohnungen oder multifunktionalen Räumen. Solche Konzepte passen gut zu den langfristigen Trends im Wohnen, auch wenn die aktuelle Nachfrage kurzfristig schwächelt.

Eine schnelle Markterholung erwartet Hettich für 2026 dennoch nicht. Geschäftsführerin Jana Schönfeld spricht davon, externe Rahmenbedingungen realistisch einordnen zu müssen.

Übersetzen kann man das wohl so: Die Möbelindustrie bleibt vorerst vorsichtig – und ihre Zulieferer fahren weiter auf Sicht. Für ein Unternehmen wie Hettich ist Stabilität unter diesen Umständen bereits ein ziemlich solides Ergebnis.