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Weniger Umsatz, weniger Marge

Forbo spürt den schwachen Bau und sucht neue Felder

04.03.2026 | 16:17
Johannes Huber

Der Schweizer Industriekonzern Forbo gehört zu den stilleren Schwergewichten der Branche. Bodenbeläge und Industriebänder klingen zwar nicht besonders spektakulär, hängen wirtschaftlich aber stark an Bauprojekten, Renovierungen und industriellen Investitionen. Genau dort läuft es derzeit nicht besonders rund – und das zeigt sich nun auch in den Zahlen für 2025.

Der Umsatz der Gruppe sank auf 1,085 Mrd. CHF – ein Minus von 3,3 Prozent. Deutlich härter traf es das Ergebnis: Das EBIT ging um mehr als ein Viertel auf 87,8 Mio. CHF zurück, die Marge fiel von 10,7 auf 8,1 Prozent. Kurz gesagt: weniger Auslastung, steigende Kosten – und ein Schweizer Franken, der im Exportgeschäft selten hilft.

Der wichtigste Markt bleibt Europa. Rund zwei Drittel der Erlöse entstehen hier, Deutschland zählt zu den größeren Einzelmärkten. Während sich das Geschäft in Europa relativ stabil hielt, entwickelten sich andere Regionen schwächer. Vor allem in Amerika und Teilen Asiens spürt man die schwache Bau- und Investitionskonjunktur.

Operativ ruht Forbo weiterhin auf zwei Säulen: der Bodenbelagssparte Flooring Systems und der Industriesparte Movement Systems, die Förder- und Transportbänder liefert. Den größeren Teil des Ergebnisses verdient die Gruppe nach wie vor mit Bodenbelägen – und damit letztlich mit Bauprojekten, Renovierungen und Objektgeschäft.

Ganz neu ist allerdings der Versuch, das eigene Material stärker in Richtung Möbel- und Interiorbranche zu positionieren. Mit dem Produkt „Furniture Linoleum“ vermarktet Forbo sein klassisches Linoleum inzwischen gezielt als Oberfläche für Möbel, Tischplatten oder Küchenfronten. Das Material wird dabei als nachhaltige Alternative zu Laminat oder Kunststoffoberflächen positioniert – mit entsprechendem Fokus auf Designer, Innenarchitekten und Objektmöbelhersteller.

Die Idee dahinter ist offensichtlich: Wenn der Bau schwächelt, könnten Anwendungen im Interior- und Möbelsektor zusätzliche Nachfrage bringen. Allerdings bleibt dieses Geschäft bislang eher eine Design- und Architektennische als ein zweites großes Standbein für den Konzern.

Strategisch setzt Forbo deshalb weiterhin auf Innovation, Effizienz und internationale Präsenz. Allerdings geschieht das gerade mit einem weitgehend neuen Führungsteam. Seit Januar führt Johannes Huber den Konzern, im Sommer soll mit Heinz Hössli auch ein neuer CFO übernehmen.

Weniger Umsatz, weniger Marge

Forbo spürt den schwachen Bau und sucht neue Felder

04.03.2026 | 16:17
Johannes Huber

Der Schweizer Industriekonzern Forbo gehört zu den stilleren Schwergewichten der Branche. Bodenbeläge und Industriebänder klingen zwar nicht besonders spektakulär, hängen wirtschaftlich aber stark an Bauprojekten, Renovierungen und industriellen Investitionen. Genau dort läuft es derzeit nicht besonders rund – und das zeigt sich nun auch in den Zahlen für 2025.

Der Umsatz der Gruppe sank auf 1,085 Mrd. CHF – ein Minus von 3,3 Prozent. Deutlich härter traf es das Ergebnis: Das EBIT ging um mehr als ein Viertel auf 87,8 Mio. CHF zurück, die Marge fiel von 10,7 auf 8,1 Prozent. Kurz gesagt: weniger Auslastung, steigende Kosten – und ein Schweizer Franken, der im Exportgeschäft selten hilft.

Der wichtigste Markt bleibt Europa. Rund zwei Drittel der Erlöse entstehen hier, Deutschland zählt zu den größeren Einzelmärkten. Während sich das Geschäft in Europa relativ stabil hielt, entwickelten sich andere Regionen schwächer. Vor allem in Amerika und Teilen Asiens spürt man die schwache Bau- und Investitionskonjunktur.

Operativ ruht Forbo weiterhin auf zwei Säulen: der Bodenbelagssparte Flooring Systems und der Industriesparte Movement Systems, die Förder- und Transportbänder liefert. Den größeren Teil des Ergebnisses verdient die Gruppe nach wie vor mit Bodenbelägen – und damit letztlich mit Bauprojekten, Renovierungen und Objektgeschäft.

Ganz neu ist allerdings der Versuch, das eigene Material stärker in Richtung Möbel- und Interiorbranche zu positionieren. Mit dem Produkt „Furniture Linoleum“ vermarktet Forbo sein klassisches Linoleum inzwischen gezielt als Oberfläche für Möbel, Tischplatten oder Küchenfronten. Das Material wird dabei als nachhaltige Alternative zu Laminat oder Kunststoffoberflächen positioniert – mit entsprechendem Fokus auf Designer, Innenarchitekten und Objektmöbelhersteller.

Die Idee dahinter ist offensichtlich: Wenn der Bau schwächelt, könnten Anwendungen im Interior- und Möbelsektor zusätzliche Nachfrage bringen. Allerdings bleibt dieses Geschäft bislang eher eine Design- und Architektennische als ein zweites großes Standbein für den Konzern.

Strategisch setzt Forbo deshalb weiterhin auf Innovation, Effizienz und internationale Präsenz. Allerdings geschieht das gerade mit einem weitgehend neuen Führungsteam. Seit Januar führt Johannes Huber den Konzern, im Sommer soll mit Heinz Hössli auch ein neuer CFO übernehmen.