Dr. Frank Oehmke
Da hat es Rheda-Wiedenbrück wieder erwischt. Die Lübke GmbH, hinter der die Designmöbelmarke Interlübke steht, hat am Montag Insolvenz angemeldet. Es ist nicht der erste Antrag dieser Art – schon 2012 musste das Unternehmen einmal an den Insolvenzrichter. Vom Amtsgericht Bielefeld wurde diesmal Yorck Streitbörger von der gleichnamigen Bielefelder Kanzlei als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt.
Das Pikante an der Sache: Eigentlich sah es zuletzt ganz ordentlich aus. Die Brüder Frank und Ralf Oehmke hatten das traditionsreiche Haus 2022 vom Matratzenhersteller Schramm übernommen und seither systematisch saniert. Maschinenpark erneuert, Produktionsprozesse gestrafft, Marketing professionalisiert, Digitalisierung – das ganze Programm. Die Verluste schmolzen Jahr für Jahr. 2026 sollte endlich schwarze Zahlen bringen.
Was dann passierte, hat auf den ersten Blick wenig mit Möbeln zu tun: Iran-Krieg. Klingt nach einer steilen These – ist aber nicht ganz von der Hand zu weisen. Das Werk in Rheda-Wiedenbrück wird nämlich noch mit Öl beheizt. Und genau da, wo die Heizkosten in den letzten Wochen explodiert sind, hat es Interlübke offenbar mit voller Wucht erwischt. Dazu kamen Preiserhöhungen bei Spediteuren, Holz- und Lacklieferanten, dazu eine Verbraucherschaft, die angesichts steigender Spritpreise erst einmal nichts mehr kauft. Schon gar keine Designsofas.
Mitgesellschafter Ralf Oehmke führte das gegenüber der WirtschaftsWoche detailliert aus. Bis April sei das Unternehmen "auf einem kontinuierlichen Weg der Besserung" gewesen, sagte er dem Magazin. Nach der Übernahme habe das Minus noch bei 1,5 Millionen Euro gelegen, 2025 sei es nur noch bei rund
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