Dr. Daniel Schmitt
Wenn es um Maschinen für die Möbelindustrie geht, führt an der Homag Group bekanntlich kaum ein Weg vorbei. Entsprechend aufmerksam wird verfolgt, wie es dem Maschinenbauer aus Schopfloch wirtschaftlich geht. Für 2025 kann Homag nun zumindest beim Ergebnis Entwarnung geben.
Der Auftragseingang legte nach vorläufigen Zahlen leicht auf 1,38 Mrd. Euro zu (Vorjahr: 1,36 Mrd. Euro). Der Treiber? Das war vor allem ein Bereich, der in der Möbelbranche zuletzt fast schon wie ein Exot wirkt: der Holzhausbau. Hier meldet Homag einen Rekordauftragseingang – inklusive des bislang größten Einzelauftrags aus diesem Segment.
Im klassischen Geschäft mit Möbelherstellern dagegen bleibt die Lage schwierig. Eine echte Erholung sei nicht zu erkennen, erklärte Vorstandschef Dr. Daniel Schmitt. Im Gegenteil: Zollkonflikte hätten die Verunsicherung in der Branche zuletzt eher noch verstärkt.
Der Umsatz ging leicht auf 1,37 Mrd. Euro zurück (Vorjahr: 1,41 Mrd. Euro). Deutlich besser entwickelte sich dagegen das Ergebnis. Das EBIT vor Sondereffekten stieg um rund 50 Prozent auf 76,1 Mio. Euro (Vorjahr: 50,8 Mio. Euro). Die Marge verbesserte sich von 3,6 auf 5,5 Prozent.
Der Hauptgrund: Homag hat kräftig an den Kosten geschraubt. Personalmaßnahmen und Optimierungen zeigen Wirkung, dazu kommt ein stabiles Servicegeschäft. Vorstandschef Schmitt formuliert es so: Man profitiere nun erstmals vollständig von den gesunkenen Kostenstrukturen.
Ganz ohne Nebenwirkungen blieb das Programm allerdings nicht. Die Mitarbeiterzahl sank zum Jahresende auf 6.471 Beschäftigte, nach 6.802 ein Jahr zuvor.
Für 2026 erwartet Homag ein gemischtes Bild. Beim Holzhausbau dürfte die Nachfrage weiter anziehen. Im größeren Möbelgeschäft bleibt dagegen offen, wann die Investitionsbereitschaft der Hersteller wieder spürbar zurückkommt. Umsatz und Auftragseingang sollen daher zunächst auf dem Niveau von 2025 bleiben.
Für einen Maschinenbauer, dessen Geschäft stark am Investitionsklima der Möbelindustrie hängt, ist das keine schlechte Nachricht. Oder anders gesagt: Wenn Homag wieder mehr Maschinen verkauft, ist das meist auch ein Zeichen dafür, dass es der Branche wieder besser geht. Bis dahin sorgt zumindest das Sparprogramm dafür, dass in Schopfloch wieder etwas mehr Geld verdient wird.