BUZAO ist ein chinesisches Experimentaldesign-Studio und -Label, gegründet 2017 in Guangzhou als eigenständige Marke — nachdem es zuvor eine Produktlinie innerhalb der etablierten Guangzhouer Designmarke BENTU gewesen war. Den Anstoß zur Eigenständigkeit gab die Erkenntnis, dass das konzeptionelle Potential des Ansatzes einen eigenen, radikaleren theoretischen Rahmen erforderte. Das Studio wird seit 2019 eigenständig operiert und vom Designer Peng Zeng geleitet. Der Name „BUZAO" bedeutet im Chinesischen wörtlich „Ich weiß es nicht" — ein programmatisches Bekenntnis zur Ungewissheit als gestalterischer Methode. Gleichzeitig versteht das Studio den Begriff als „nicht erschaffen": Die Grundthese lautet, dass Design keine Schöpfung, sondern eine Entdeckung sei — das Aufdecken inhärenter Eigenschaften von Materialien und Prozessen.
Philosophie und Materialansatz: BUZAO setzt bewusst auf ungewöhnliche Werkstoffe — sowohl in ihrem Rohzustand als auch in industriell bearbeiteter Form. Das Interesse gilt dem Wechselspiel zwischen Form, Licht und Raumwirkung, und die Designmethodik integriert die Unberechenbarkeit des künstlerischen Prozesses. Seit 2017 entstanden Kollektionen, die unter anderem folgende Materialien einsetzen: Vulkangestein (erste Serie, 2017), Beton, Terrazzo, elektrolytisch verchromter Edelstahl und schillerndes blaues Getöntes Glas (Kollektionen Hot und Null, 2018 — präsentiert auf Design Shanghai 2019), Marmor in pixelierter Segmentierung (PIXEL-Serie) und versetzt-strukturierter Textur (DISLOCATION-Serie). Die Installation NOT CREATE, ALL CREATE tourte seit 2019 durch China, Australien, Frankreich und Deutschland. BUZAO arbeitet auch in Kooperation mit BENTU an Leuchtobjekten aus Lavasstein und Marmor.
Für Architekten, Interior Designer und Kuratoren mit Interesse an konzeptuell verankerten chinesischen Designpositionen jenseits industrieller Massenproduktion ist BUZAO die relevanteste experimentelle Stimme aus dem Perlflussdelta — mit einem Materialansatz, der westliche Kategorien von „Kunstobjekt" und „Möbel" konsequent unterläuft.